Ich liebe diesen Lauf

28. Juni 2009 by nordlaeufer

aber bis zur Siegerehrung kann man beim Salz- und Deichwiesenlauf leider nie bleiben, wenn man nicht den ganzen Tag auf einem Sportplatz rumlungern will. Aber von vorn:

Meine Teilnahme am Salz- und Deichwiesenlauf hat schon fast Tradition. Zum 5. oder 6. mal bin ich dort nun schon gelaufen, wahlweise die 10 km (Salzwiesenlauf) oder den Halbmarathon (Deichlauf). Die Organisation ist perfekt (wenn man von der Siegerehrung absieht), die Helfer bemüht und freundlich, das Startgeld für 9 Euro enthält auch noch einen Kaffee und 1 Stück Kuchen und dieses Jahr auch eine Medaille, Start und Ziel sind auf einer neuen Kunststoffbahn – perfekte Rahmenbedingungen also. Die Strecke ist flach, schließlich ist das hier schon die Probstei und nicht mehr die Holsteinische Schweiz. Das Wetter ist so, wie es ist, wir haben Sommer, also ist es warm (in aller Regel zu warm für irgendwelche Rekorde) und da wir an der Ostsee sind, ist es windig. Heute ging es mit der Wärme, es waren so knapp 20 Grad, der Wind war dafür recht heftig und kam auf dem Deich von vorn. Der Lauf heißt nämlich deshalb Deichlauf, weil er ungefähr 7 km auf dem Ostseedeich entlangführt, mit Null Schatten und keinerlei Deckung gegen den von der Ostsee her wehenden Wind. Aber soweit sind wir noch nicht.

Gestern hatte ich kurz die Idee mit dem Fahrrad die 16 km zum Start zu fahren aber der Anfall war heute morgen glücklicherweise vorbei. Ich finde mich also rechtzeitig vor Ort ein und bekomme gerade noch den Start der Marathonläufer mit. Ob die wissen, was sie erwartet? 15 km auf dem Deich mit dem Wind von vorne (später kommt auch noch die Sonne raus).

Ich treffe eine Reihe von Vereinskameraden. Der eine steht sich gerade warm, auf Nachfrage sagt er, dass er gerade nach einer passenden Motivation sucht. Ob er sie gefunden hat, weiß ich nicht aber er wird den 10 km Lauf als Zweiter beenden. Jetzt treffe ich auch H. und erkläre ihm, dass er heute mein Pacemaker sein wird. Natürlich ist das eine Schande für mich, schließlich ist der Mann in der M60 aber was soll ich machen? Wir laufen uns ein, insgesamt wohl so 3.000 m und danach bin ich schon mal gut auf Temperatur. Als wir die letzte Warmlaufrunde beginnen, ist die Startaufstellung schon voll aber wie immer drehen wir nach 300 m um und laufen von vorn in die Aufstellung rein. Es ist gerade noch soviel Zeit, um zwei Vereinskameraden nach ihren Erfahrungen mit dem FR 405 zu fragen, dann zählt jemand von 10 herunter und los geht es.

Ich halte mich an H., das Feld sortiert sich und der 1. km geht mit einer 4:20 min weg. Das ist schon mal gut, vor ein paar Jahren hatte ich nach 3 km eine 11:55 min auf der Uhr, der Rest ist Geschichte. Das Tempo pendelt sich im folgenden bei 4:10 min/km, bei km 5 bin ich 8. oder 9., also da wo ich immer bin. H. beschleunigt jetzt etwas und hat relativ rasch 20 m Vorsprung, es gelingt mir zunächst nicht, die Lücke zu schließen. So bei km 6 habe ich das Gefühl, dass es heute doch recht hart werden wird. Mir ist warm und der Wind kommt jetzt schon mal probeweise von vorne. H. hat jetzt den Läufer vor uns eingeholt, der Abstand hat sich nochmal vergrößert, es sind jetzt vielleicht 50 m. Allerdings habe ich den Läufer jetzt auch kassiert und auf einmal bin ich auch an H. wieder dran und schließe zu ihm auf, als wir auf den Deich hoch laufen.

Der Wind kommt jetzt frontal von vorn, ich schlage H. ein Windschattenlaufen vor und biete mich an, als erster im Wind zu laufen. Die Durchgangszeiten sind immer noch ganz brauchbar und pendeln zwischen 4:15 und 4:18 min/km. Nach einem Kilometer auf dem Deich schaue ich mich kurz um und muss feststellen, dass H. schon 10 m zurück ist. Wenig später ruft er mir zu, dass ich heute wohl ganz gut drauf bin. Das mag stimmen, H. kann jedenfalls nicht mehr folgen und am Ende des Deiches werde ich 300 m Vorsprung haben. Weit und breit ist jetzt niemand mehr zu sehen. Nach vorne nicht, die Platzierungsangaben der Helfer wechseln zwischen 4. und 5. und nach hinten auch nicht. Die 7 km auf dem Deich haben ziemlich Kraft gekostest, leider wird jetzt nicht viel besser. Der Wind kommt nun zwar für den Rest der Strecke von hinten, dafür wird mir nun richtig warm. Die Luft flimmert vor Mückenschwärmen, durch die man durchlaufen muss.

Was meine Geschwindigkeit angeht, habe ich jetzt ein bisschen die Orientierung verloren. Mehr als eine Kilometermarkierung habe ich übersehen und weiß nicht mehr so recht, wie ich im Rennen liege. Gefühlt bin ich allerdings langsamer als die magischen 4:15 min/km. Von der Platzierung her ist der Lauf erledigt, nach vorn geht nichts mehr, ich sehe den vor mir liegenden Läufer noch nicht mal und nach hinten ist der Abstand zu H. auch groß genug. In so einer Situation ist es schwer, das Tempo hoch zu halten. Die Walker, die ich jetzt reihenweise überhole sind auch keine richtige Orientierung. Zu groß sind die Geschwindigkeitsunterschiede. Also weiter, das Ziel ist ja ohnehin gleich da. Ein letzter Blick nach hinten zeigt mir, dass ich keinesfalls langsamer werden darf, sonst ist H. wieder dran.

Schließlich erreiche ich das Ziel nach 1:30:20 h. Damit werde ich gesamt 5. und gewinne meine Altersklasse. Die Zeit ist außerdem meine Sommerbestzeit, schneller war ich bisher nur in Kiel und da waren es 20 Grad weniger. Auch wenn es wieder nicht zur sub 1:30 h gereicht hat, bin ich zufrieden. Die 20 sek. wären sicher drin gewesen, wenn das Feld stärker besetzt gewesen wäre oder der WInd ein wenig weniger gewesen wäre. So ist es aber immerhin noch meine zweitbeste Zeit geworden. Als ich um 12:30 Uhr gegangen bin, hatten die Siegerehrungen immer noch nicht begonnen. Für eine Urkunde wollte ich nun doch nicht den ganzen Tag opfern. Sorry, liebe Veranstalter aber das ist der einzige Makel eines ansonsten perfekt organisierten Laufs.

Tatsächlich geschafft

22. Juni 2009 by nordlaeufer

obwohl es zwischendurch gar nicht mehr danach aussah und ich auch den Sonntag als Reservetag benötigt habe, sind es in der letzten Woche insgesamt 103 km geworden. Und so sah die Verteilung der Läufe dann tatsächlich aus:

  • Dienstag Abend: 5,3 km
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Früh: 10 km
  • Freitag Früh: 5,3 km
  • Freitag Abend: 21,6 km
  • Sonnabend Früh: 13 km
  • Sonnabend Nachmittag: 11,5 km
  • Sonntag Vormittag: 13,5 km

Nach der Einheit am Donnerstag Morgen habe ich gedacht, das war’s, so fertig war ich bisher sehr, sehr selten. Deshalb auch Donnerstag nicht mehr gelaufen und Freitag Früh nur ein paar Kilometer. Der “Halbmarathon” am Freitag Abend war dann auch noch mal sehr grenzwertig. Ich bin die 21 km aber sehr langsam gelaufen (über 2 h habe ich dafür gebraucht), so dass ich Sonnabend Früh ganz gut erholt war. Jetzt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich an den Laufumfang und die zwei Läufe pro Tag gewöhnt hatte. So konnte ich Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag noch einmal ein bisschen Tempo machen und jeweils einen Schnitt von 5:15 min/km laufen.

Jetzt merke ich, dass ich ganz gut in Form bin und freue mich auf den Wettkampf am Sonntag. Diese Woche wird deshalb natürlich deutlich ruhiger, ohne den Halbmarathon sicher irgendwas um die 40 km.

Der Beginn eines Experiments

17. Juni 2009 by nordlaeufer

Von heute Nachmittag an bis einschließlich Sonnabend Vormittag bin ich allein zu Hause, da H. schon zu ihren Eltern vorgefahren ist, um die Goldene Hochzeit am Wochenende mit vorzubereiten. Da kam mir doch glatt die Idee, ein wenig (mehr) zu laufen ;-) Und das ist der Plan:

  • Montag : frei
  • Dienstag Abend (fast schon in der Nacht) : 5 km – zum warmlaufen
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Morgen (fast noch in der Nacht) : 10 km
  • Donnerstag Abend :13 km
  • Freitag Morgen (wieder zu unchristlicher Zeit) : 10 km
  • Freitag Abend : 23 km
  • Sonnabend Morgen (nicht ganz so früh, aber immer noch früh genug: 20 km

ergibt insgesamt: 104 km

Man darf gespannt sein. Problematisch wird wohl der Freitag werden, insbesondere vor der zweiten Einheit fürchte ich mich jetzt schon. Sonnabend wird es vermutlich auch noch mal anstrengend aber da ist ja das Ende schon in Sicht. Nächste Woche folgt dann eine Ruhewoche und am Sonntag werde ich einen HM-Wettkampf laufen. Der kommt mir dann hoffentlich vor, wie ein Sprintwettkampf.

Stand heute Abend liege ich Plan. Die 23 km eben liefen “beschwingt, doch nicht zu schnell” ín 1:58 h.

Der schnellste Lauf

27. Mai 2009 by nordlaeufer

Seit einiger Zeit habe ich meine Lauferei (manche sagen auch Training dazu) etwas umgestellt. Diese Umstellung besteht hauptsächlich darin, zum einen generell schneller zu laufen. War ich bisher bei den normalen Dauerläufen immer mit einem 5.30 min/km Schnitt unterwegs, so sehe ich heute zu, dass ich zum Schluss irgendwo zwischen 4:50 und 5:00 min/km lande. Außerdem laufe ich, gerade bei den langen Sachen wann immer es geht eine nennenswerte Strecke im geplanten / gewünschten HM-Renntempo. Das geht alles ganz gut, verbunden mit 50- 60 Wochenkilometern bin ich im Moment ganz gut drauf.

Ganz gut drauf? Wenn ich so etwas in Zusammenhang mit den gerade erwähnten Zeiten schreibe, muss ich immer an einen schönen Spätsommertag, damals vor 25 Jahren denken. Sportprüfung bei der Armee, nicht beim Bund ;-) 3.000 m-Lauf. Die Note 1 gab es für eine Zeit von 12 min, also 4 min/km. Nicht, dass es eine Rolle spielte, es war für uns auch eher uninteressant, denn diese Zeit konnten wir (Ingo und ich) jederzeit und unter allen Bedingungen laufen. Wir wollten an diesem Tag einfach nur schnell laufen.

Das Internet mit seinen Laufforen gab es ja noch nicht. Jedes unserer Kleidungs- und “Ausrüstungs”gegenstände würde dort heute einen vielstimmigen Aufschrei verursachen. Neben dem baumwollenen Leibchen hatte ich ein paar Schuhe an, die mir wohl mindestens 2 Nummern zu klein waren, aber wenn ich sie erst mal an hatte, ging es (die Schuhe habe ich übrigens erst Mitte der 90er Jahre weggeworfen, da hatten sie aber auch schon Löcher in der Sohle). Von Renntaktik hatten wir auch keine Ahnung, der Plan war einfach so schnell zu laufen wie es ging.

3 Runden waren zu laufen und als der Startschuss ertönte liefen wir los wie die Verrückten. Das Rennen war insgesamt recht gleichmäßig, so dass die erste Runde in 3:15 min erledigt war und die zweite Runde in etwa in der gleichen Zeit absolviert wurde. Ich erinnere mich noch, dass die dritte Runde etwas zäh war, aber da wir ja nach dem Lauf von allen die längste Zeit zur Erholung haben würden, gaben wir noch mal alles und kamen nach 9:52 min ins Ziel. So schnell war ich danach nie wieder und heute bin ich froh, wenn ich in der gleichen Zeit 2.000 m schaffe (ok, im Training aber trotzdem).

Einen 10 km WK bin ich zu dieser Zeit übrigens nie gelaufen, wäre sicher auch eine schöne Zeit geworden. Ach ja, so war das damals ;-)

Wilhelmsburger Insellauf

12. April 2009 by nordlaeufer

Normalerweise fahre ich keine 130 km, um an einem 10 km Wettkampf teilzunehmen. Irgendwann vor drei oder vier Monaten hatte mich ein Kollege gefragt, ob man in eben diesem Zeitraum so fit werden könnte, dass man an einem 10 km Lauf teilnehmen könnte. Da dieser Kollege nun noch keine 70 ist, sondern ganz im Gegenteil sogar 15 Jahre jünger als ich und noch dazu ein ehemaliger Fußballer ist, sollte das wohl kein nennenswertes Problem sein. Ich fand die Idee ganz nett, auch an diesem Lauf teilzunehmen und so fügte es sich gut, dass H. ohnehin noch eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ansehen wollte, denn dort werden zur Zeit Porträts von Romy Schneider gezeigt. Bedauerlicherweise musste der Kollege dann doch die Teilnahme an dem Lauf absagen, ich aber war ja schon angemeldet und ein Rahmenprogramm hatten wir ja auch geplant.

Den Lauf selbst gibt es schon in der 29. Auflage, angeboten werden Walkingstrecken über 5 und 10 km, Läufe über 5 km, 10 km und 20 km sowie ein Kinderlauf über 1.200 m. Auf diese Strecken teilen sich etwa 850 Starter auf, das Ganze ist also einigermaßen überschaubar. Als wir nach problemloser Anreise am Ort des Geschehens eintrafen, liefen gerade die 5 km Läufer ein und ich musste wieder mal feststellen, dass ich zweifellos für die falsche Strecke gemeldet hatte, denn erstens wäre ich bei einem Start über die 5 km jetzt schon fertig und zweitens hätte ich es wohl auch zum ersten Mal aufs Treppchen geschafft zumindest dann wenn man mal optimistischerweise annimmt, dass ich die 5 km knapp unter 20 Minuten laufen kann. Nun ja, ich wollte ja heute über die doppelte Strecke leiden und so schlecht kann ein 10 km Wettkampf gar nicht besetzt sein, dass ich da irgendwas gewinnen könnte, egal welche Zeit zum Schluss dabei rauskommt.

Die äußeren Bedingungen waren einfach traumhaft. Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel, die Nacht war klar und kühl und so waren es zur Sartzeit so um die 10 – 12 Grad. Dazu ein leichter Wind. Ein guter Tag also, meinen über den Winter etwas käsig gewordenen Armen und Beinen die Sonne zu zeigen, also fand der Lauf in kurz / kurz statt und für solche Fälle habe ich ja passender Weise das Hitzeset von Rono, das ich vor einiger Zeit bei Papa Greif erstanden habe. Die Gardrobe wird vervollständigt von meiner Racebrille, sowie den Soucony Tangent. Die Schuhe sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen und haben sicher schon mehr als 2.000 km auf der Sohle, dafür erinnern sie mich immer ein bisschen an ein Sofa und leicht sind sie außerdem. Dummerweise haben keinen roten Besatz (wie das Raceset) und so sieht das ganze etwas zusammengewürfelt aus, aber hier kennt mich ja keiner.

Wie üblich bei Läufen dieser Größenordnung laufe ich eine Minute vor dem Start von vorne in die Startaufstellung rein. Allerdings habe ich hier doch ein wenig das Gefühl, fehl am Platz zu sein und so starte ich aus der 4. oder 5. Reihe. Mir ist ohnehin nicht klar, was heute so möglich ist. Zum einen habe ich in diesem Jahr, wenn man mal vom Halbmarathon in Kiel absieht, überhaupt noch keine Tempoeinheiten gemacht, zum anderen war ich in letzter Zeit erkältet und den Husten habe ich immer noch. Jetzt erzählt der Starter auch noch, dass die Kilometermarkierungen für die 20 km Strecke gelten, d.h. der erste Kilometer ist ca. 300 m zu kurz und auf dem zweiten Abschnitt stimmt dann gar nichts mehr.  Na ist ja auch egal.

Also los! Am Anfang stolpere ich über ein paar Läufer, die sich in der Startaufstellung wohl etwas vertan haben aber dann geht es. Da ich ja leider nicht weiß, wann ich den 1. km passiert habe, hoffe ich einfach mal, dass es passt und ich wie immer zu schnell bin, also 3:50 min oder so. Vom Gefühl her müsste das eigentlich ganz gut passen, schließlich habe ich mir schon einmal die alles entscheidene Frage gestellt und von mir aus hätte das Ziel auch schon nach 500 m da sein können. Ist es aber nicht! Bei km 2 wird mir das ganze Ausmaß des Elends deutlich, ich stoppe eine 4:04 min, der 3. km geht dann sogar für 4:10 min weg. Oh Gott, wie bringe ich meinem Körper jetzt bei, dass das kein Halbmarathon ist, sondern nur ein 10 km Lauf? Als ich für den 4. km sogar 4:17 min brauche, ist mein Widerstand endgültig gebrochen. Eine Zeit irgendwo im Bereich meiner Bestzeit wird es ohnehin nicht mehr, also beschließe ich einen Tempodauerlauf aus der ganzen Angelegenheit zu machen. 10 km TDL im Rahmen einer Halbmarathonvorbereitung sind sicher eine wertvolle Trainingseinheit und über die HM Strecke habe ich in diesem Jahr noch etwas vor (der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die 4 sek.). So sieht es dann aus, wenn man nach 10 km beim Zieleinlauf noch auf seinen Laufstil achten kann.

Zieleinlauf 10 km

Zieleinlauf 10 km

Die Zeit entspricht mit 42:28 min im Kilometersplit ziemlich exakt meiner meiner Halbmarathonbestzeit. Schnellste Frau bin ich auch nicht geworden, dazu hätte ich in den Bereich meiner Bestzeit laufen müssen. So reihe ich mich mit dem Gesamtplatz 20 und dem AK Platz 6 da ein, wo ich immer lande, nämlich im Niemandsland oder wenn man es postiv ausdrücken will irgendwo unter den ersten 10 Prozent. Insgesamt eine sehr schöne, gut organisierte Veranstaltung, die mich (bzw. uns) im nächsten Jahr vielleicht wiedersehen wird.

Im Gegenlicht

11. April 2009 by nordlaeufer

Morgens 9:30 Uhr an der Ostsee …

Im Gegenlicht

Im Gegenlicht

Nachmittags gab es dann ein kleines Läufchen, 24 km – heute nix und morgen dann ein 10 km Wettkampf. Mal schauen, ob es mehr als ein Tempodauerlauf wird.

MP3 Player im Wettkampf erlaubt?

27. März 2009 by nordlaeufer

Natürlich nicht und das aus zwei Gründen. Zum einen werden die meisten Wettkämpfe ja nach DLV-Verordnung ausgerichtet und da sind derartige Hilfsmittel verboten. Zum anderen ist es aber auch unsportlich gegenüber den anderen Teilnehmern. Aber eigentlich geht es mir gar nicht darum.

Eine Begründung so einen Player doch mitzunehmen ist, dass es gerade auf der Marathonstrecke irgendwann langweilig wird. Wenige oder gar keine Zuschauer und endlose Geraden sorgen nicht gerade für Abwechslung. Da finde ich folgende Vorstellung schon recht witzig.

Olympische Spiele im Marathon. An der Vorstartlinie finden sich der alte Weltrekordler Paul T. und der amtierende Haile G. ein. Paul mit einem MP3-Player bewaffnet (Trinkgurt stelle ich mir auch lustig vor) und Haile hat seinen Huskie dabei. Auf die entsetzte Nachfrage des Veranstalters antworten beide: Ach wissen Sie, so ein Marathon zieht sich zwischen Kilometer 25 und 38 immer so, da bin ich über jede Abwechslung dankbar! Außerdem sagt Haile, wäre er mit Hund immer schneller und Paul meint, dass würde ihm mit Musik genauso gehen.

Noch lustiger finde ich übrigens die Vorstellung, wenn es sich um einen 10 km Bahnwettkampf handelt. Sind ja immerhin 25 Runden …

Von allem ein bisschen

20. März 2009 by nordlaeufer

Wenn ich das Auto zur Durchsicht bringe und zu Hause arbeiten kann bedeutet das, zweimal zu laufen. Die Leute in der Werkstatt erstarren fast in Ehrfurcht, wenn ich im Läuferdress den Autoschlüssel abgebe, dabei sind es bis zu mir nach Hause doch mal gerade 7 km, wenn ich den kürzesten Weg nehme. Damit sich die Aktion aber lohnt, nehme ich den längeren Weg, das sind dann 13 km. Es ist wieder kalt geworden, wenigstens scheint die Sonne und der Wind hat im Vergleich zu den letzten Tagen nachgelassen. Die Strecke, die ich laufe ist Teil der größeren, 20 km Runde, die ich am Dienstag schon mal als Tempodauerlauf gelaufen bin. Ich merke schon nach einigen Metern, dass heute nicht der Tag für Rekorde ist und freue mich, dass ich ohnehin erst morgen wieder ein bisschen Tempo machen will.

Zum Mittag mache ich mir dann einen großen Topf Spagetti. Natürlich weiß ich, dass das ein Fehler ist. So wie ich mich jetzt fühle, würde ein Mittagsschlaf gut tun. Trotzdem wird das Auto irgendwann fertig und ich trete wieder vor die Tür. Inzwischen ist es etwas wärmer geworden aber das ist auch die einzige Verbesserung gegenüber heute morgen. Schon nach wenigen Schritten wird mir klar, dass ich mindestens einen Teller Nudeln zu viel hatte. Zusammen mit dem reichlich genossenen Apfelsaft und der Tomatensoße entwickelt sich im Magen ein explosives Gemisch. Um es nicht zur Explosion zu bringen, ist volle Konzentration angesagt und so schleiche ich in Richtung Autohaus. Nach 700 m freue ich mich, dass immerhin schon 10% geschafft sind.

Auf einmal mache ich ein paar hundert Meter voraus einen Schäferhund aus, wenige Augenblicke später bemerke ich, dass er ohne Leine unterwegs ist und noch ein Meter später, dass er zu unseren Nachbarn gehört. Der Hund ist an sich gut erzogen, aber noch recht jung, er weiß möglicherweise noch nicht, dass er sich beim Biss in eine austrainierte Läuferwade die Zähne abbrechen würde. Trotzdem gelingt es, Hund und Nachbarin ohne Probleme zu passieren, zu mehr als einem “Hallo” reicht die Kraft aber an dieser Stelle schon nicht mehr und noch liegen 5,5 km vor mir. Ich versuche gerade, das Rätsel zu lösen, wie ich die restliche Strecke hinter mich bringen soll, da erblicke ich auch schon den zweiten Schäferhund. Haben die Wandertag heute? Auch wieder nicht angeleint. Der Hund trottelt links und rechts des Radwegs im Gras herum, seine Begleitung versucht ihn zu rufen. Offenbar hat der Hund was an den Ohren, er zeigt sich jedenfalls völlig unbeeindruckt.

Ich nutze die Chance, eine Gehpause einzulegen, die Frau ruft mir zu: “Der tut nix”. Das finde ich beruhigend, nicht dass ich es glauben würde, aber vor ein paar Tagen war mal ein Bernadiner auf mich zugestürmt und da hatte die Frau, die zu diesem Hund gehörte, das nicht gesagt … Der Schäferhund heute hielt jedenfalls mehr oder weniger unabsichtlich auf mich zu. Die Frau rief: “Rechts vorbei!” Ich wusste nicht, meint sie mich oder den Hund, wenn wir uns beide angesprochen fühlten, prallten wir schlussendlich doch zusammen. Irgendwie schafften wir es dann aber doch, aneinander vorbeizulaufen.

Ausgerechnet heute, wo ich nur über die Piste schlich und man auch bei wohlwollender Betrachtung nicht von Laufen, sondern höchstens von Joggen ;-) sprechen konnte, begegnete ich einer ganzen Reihe von Bekannten, sogar welche aus meinem Verein. Was werden die jetzt denken? Bin ich jetzt Gesprächsthema beim nächsten Lauftreff? Schließlich war es geschafft, ich war im Autohaus angekommen und war froh, dass ich nach Hause fahren konnte.

Training

8. März 2009 by nordlaeufer

Ja, ich bin geneigt, dass was ich in den letzten 5 Wochen 4 bis 5 mal in der Woche veranstalte, als Training zu bezeichnen. Zwar fehlen noch die ganz schnellen Sachen und damit auch etwas die Struktur aber immerhin habe ich diesem Zeitraum immer die 50 km Marke pro Woche überschritten. Gestern bin ich mit 23 km so weit gelaufen, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Wofür nun das Ganze, abgesehen davon dass es Spass macht?

Meine Jahresplanung sieht nun doch wieder zwei Marathonstarts vor. Zum einen will ich am 06. Juni den Postdamer Schlössermarathon laufen. Das hatte schon seit längerem vor, aber es hat bisher noch nicht geklappt. Beim zweiten Marathon bleibe ich traditionell und werde wohl in Magdeburg laufen. Dieser Lauf ist dieses Jahr am 18. Oktober. Mit diesen beiden Terminen ist auch die Entscheidung gegen eine Teilnahme beim Probstei-Marathon gefallen. Die 15 km auf dem Deich schrecken mich doch zu sehr ab, zumal ich vom Halbmarathon weiß, wie lang 7 km in der prallen Sonne mit einem leichten Wind von hinten bedeuten können. Sicherlich werde ich den Salz- und Deichwiesenlauf trotzdem mitmachen, nur dann eben entweder die 10 km oder den Halbmarathon.

In den nächsten Wochen werde ich das Training noch etwas intensivieren und vor allem auch mal solche gemeinen Sachen wie 5, 10 oder 15 km Tempodauerlauf in einen langen Lauf packen. Das hat nämlich den Vorteil, dass ich mit diesen Läufen dann schneller fertig bin. Muss ja nicht immer so ein Rumgeschlurfe sein wie gestern, wo ich mir für die 23 km ziemlich genau 2 h Zeit gelassen habe ;-) Dann brauche ich auch wieder einen Flaschenzug, um morgens aus dem Bett zu kommen und dann weiß ich, die Intensität stimmt :-)

Vegetarische Ernährung für alle?

1. März 2009 by nordlaeufer

Frau Holle verweist in ihrem Blog auf ein Interview mit Alexander Dargantz mit der Zeitschrift Schrot & Korn. Auf zwei Aussagen in diesem Interview will ich im folgenden näher eingehen. Zum einen ist er der Meinung, dass er mit seiner veganen Lebensweise der Evolution vorgreift. Mal abgesehen davon, dass ich nicht vorstellen kann wo im Darwinschen Sinne der Vorteil einer vegetarischen oder sogar veganen Ernährung gegenüber den Fleischessern bestehen soll und ich meine auch schon Aussagen von Wissenschaftlern gehört zu haben, dass uns der Verzehr (auch) von Fleisch entwicklungsgeschichtlich erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind, steckt in einer solchen Aussage ein sehr starkes Sendungsbewusstsein. Er fühlt sich offenbar einer Elite zugehörig, denn immerhin weiß er ja in welche Richtung sich die Evolution des Menschen entwickeln wird. Hoffentlich weiß die Evolution das auch.

Wenn man die Evolution mal aus dem Spiel lässt, bleibt die Feststellung von A. Dargatz, dass eine massenhafte vegane Ernährung über kurz oder lang zwangsläufig ist, weil die Massentierhaltung in ihrer heutigen Form durch ihre Umweltverschmutzung zur ökologischen Katastrophe führt. Nun ist es zweifellos richtig, dass Massentierhaltung auch ökologisch sehr problematisch ist. Wie aber verhält sich das bei der Erzeugung der Grundlagen der veganen Ernährung? Vermutlich weit über die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt sich hauptsächlich von Reis. Der Reisanbau ist neben der Rinderzucht eine wesentliche Quelle für die durch den Menschen verursachten Methanemissionen. Methan ist neben Kohlendioxid ein wesentliches Treibhausgas und trägt somit in erheblichen Maße zur durch den Menschen verursachten Erderwärmung bei. Aus diesem Blickwinkel müsste man also besser heute als morgen auf die Rinder- und Reisproduktion verzichten. Während ich mir das für die Rinderzucht durchaus vorstellen kann, fehlt mir die Fantasie mir vorzustellen, was die Menschen für die Reis das Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, statt dessen essen sollen. Dass sich das Problem noch einmal deutlich verschärft, wenn weltweit überhaupt kein Fleisch mehr gegessen wird, ist sicher auch klar.

Ich wage die (vielleicht etwas provokante) These, dass Vegetarismus und erst recht eine vegane Lebensweise in erster Line eine Modeerscheinung wohlstandsverwöhnter (West-) Europäer ist. Warum? Um sich bewusst für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden zu können, muss man erstmal die Wahl haben. Die haben Milliarden Menschen jedoch nicht. Sie sind wenn überhaupt, gezwungener Maßen Vegetarier oder Veganer, weil sie einfach keine Möglichkeit haben Fleisch zu essen. Wahrscheinlich würden sie die Diskussion mit Unverständnis verfolgen, eben weil sie völlig außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt.

Natürlich ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung wichtig. Wenn der Einzelne dabei zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung kommt, ist das gut. Das macht sie jedoch weder zu besseren Menschen, noch greifen sie damit der Evolution vor, wie A. Dargatz meint. Genauso gibt es nähmlich andere Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren. Ich versuche z.B. weitestgehend biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen. Das entspricht dann durchaus auch meinen Vorstellungen von Ethik in diesem Bereich. Denn natürlich gibt es auch eine artgerechte Haltung. Für die heutigen Haustierrassen, die die Grundlage der menschlichen Ernährung bilden, gibt es kein Leben in der freien Natur. Ob man jedoch z.B. einen Löwen im Zirkus oder Tierpark artgerecht halten kann, glaube ich nicht. Deshalb gehe ich übrigens auch in keinen Zirkus, der Tierdressuren zeigt.

Ach ja, weil das unter anderem in der Diskussion zu dem Interview eine Rolle spielt. Ich glaube durchaus, dass man mit veganer Ernährung Spitzenleistungen im Sport erreichen kann, warum auch nicht? Aber darum ging es mir in meinem Beitrag ja auch nicht.