Fast schon ein langer Lauf

21. September 2009 von nordlaeufer

Irgendwie gehe ich ja schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken schwanger, dieses Jahr noch einen Marathon zu laufen. Wenn das Vorhaben gelingen soll, muss es der in Lübeck Ende Oktober sein. Meine Vorbereitung auf dieses Großereignis soll dabei denkbar einfach ausfallen. Ich laufe einfach so weiter wie in den letzten Wochen und füge dem Sonntagslauf ein paar verschämte Kilometer an. Die restliche Zeit verbringe ich damit, über einen möglichen Kilometerschnitt nachzudenken.

Da bot sich an, am Sonntag mal wieder an der Laufrunde der lokalen Laufcracks teilzunehmen. Da drei von denen auch in Kiel dabei waren (genauer gesagt waren es sogar vier, aber einer ist in der Frauengruppe gelaufen und hat sich im Volkslauf gut erholt) hatte ich die Hoffnung, dass es heute nicht ganz so schnell zur Sache gehen würde. Nach 4 km traf ich auf das Grüppchen, wir sammelten noch einen weiteren Läufer ein und los ging es in recht moderatem Tempo, was hier konkret irgendwas knapp über 5 min/km bedeutete. Noch konnte ich den Gesprächen folgen, über die Witze lachen und sogar auf Fragen antworten. Alles im grünen Bereich also!

Wie erwartet, wurde das Tempo dann so almählig doch deutlich verschärft, die Uhr zeigte jetzt eine Pace zwischen 4:25 und 4:45 min/km an. Zwei Läufer setzten sich langsam aber sicher etwas ab und wir anderen fragten uns, wie man im Wettkampf eine deutlich längere Strecke in deutlich höherer Geschwindigkeit laufen konnte. Wie wir noch über die Antwort nachdachten, ereilte uns die läuferische Höchststrafe. Diese besteht darin, dass die führenden Läufer (die nun schon gut 100 m Vorsprung hatten) sich umdrehten und zu uns zurückliefen. Und  als ob das nicht schon reichen würde, mussten wir auch noch die verbale Schmach ertragen – los ihr faulen Säcke, hier wird nicht gewandert :-)

Nach gut 21 km habe ich mich dann von den letzten Läufern verabschiedet und bin die letzten drei Kilometer nach hause geschlichen. Ich hatte Hunger und Durst und merkte nun die Tempoeinheit vom Sonnabend doch ganz deutlich. Außerdem versuchte ich die Frage zu beantworten, wie das denn beim Marathon gehen soll, wo ich ja viel weiter und auch viel schneller laufen will.

Nun ja, wir werden sehen.

Kiellauf 2009

13. September 2009 von nordlaeufer

Nein, bestzeitenfähig ist die Strecke nicht, bescheiden mir meine Vereinskollegen vor dem Lauf. Abgesehen von dem Gegenwind an der Förde sei die Strecke ziemlich verwinkelt und außerdem gäbe es im mittleren Abschnitt ein paar langgezogene Steigungen. Dass man die Strecke zweimal durchlaufen müsse, mache das alles nicht besser und man würde gut daran tun, sich ein paar Körner aufzuheben. Ich sage ihnen, dass ich das alles gar nicht (so genau) wissen will und verweise stattdessen auf zwei Tempoeinheiten in den letzten Wochen, aus denen ich gedenke den Optimismus zu ziehen, dass es heute nun endlich mal klappt mit der Sub 1:30 h auf der Halbmarathondistanz.

Neben den guten Trainingsergebnissen befinde ich, dort wo es Steigungen gibt, muss es auch wieder runter gehen und dort wo der Wind von vorne kommt, muss er ja auch irgendwann mal von hinten kommen, schließlich laufen wir ja eine, oder besser zwei Runden. Alles halb so wild also. Ich bin beizeiten im Startbereich, denn wenn ich irgendwo zum ersten Mal laufe, will ich keinen Stress mit der Organisation haben. So kann ich das Auto in eine nahegelegene Tiefgarage stellen und erlebe sowohl den Bambinilauf mit als auch den 3.000 m Lauf. Immer wieder staune ich, wie fix die Kleinen unterwegs sind und da sich schon eine Menge Zuschauer eingefunden haben, werden sie auch ordentlich angefeuert.

Nachdem die 10,5 km Läufer gestartet sind, beginne ich mich im Startbereich warmzulaufen. Dabei muss ich wohl etwas suchend geschaut haben, eine Zuschauerin denkt jedenfalls, ich gehöre noch zu den gerade gestarteten Volkläufern und will mir den Weg zeigen ;-) Ich kann den Irrtum jedoch aufklären und als ich wieder in den Startbereich komme, sind dort schon die Blockeinteilungen für den HM-Start aufgestellt. Das schmeichelt natürlich meinem Ego, ist der erste Block doch der mit der Zielzeit 1:30 h.

Die nächsten Minuten verbringe ich damit, meinen FR205 einzustellen. Dabei fällt mir auf, dass der HM nicht überall gleich lang zu sein scheint, die Uhr meint jedenfalls eine Länge von 21,08 km wäre ausreichend. Ich messe dem keine übermäßig große Bedeutung bei, denn erstens ist der HM amtlich vermessen (glaube ich jedenfalls), zweitens haben auch die Veranstalter eine Uhr und drittens soll mir der Virtuelle Trainer eher zur Orientierung dienen. Da ich heute ja Optimist bin, stelle ich eine Pace von 4:12 min/km ein. Nach 10 Minuten habe ich das endlich fertig und muss mich nun doch sputen, in die Startaufstellung zu kommen. Irgendwie schein mir, dass ich für die unfallfreie Bedienung einer GPS-Uhr so allmählig zu alt werde.

Die erste Startreihe überlasse ich heute großzügig unseren schwarzafrikanischen Lauffreunden und finde mich bei meinem Vereinkollegen so in der 4. Startreihe ein. Die Stimmung ist hier so ein bisschen wie bei Zahnarzt alle hoffen, dass es schnell vorbei ist. Die Wetterbedingungen sind übrigens durchaus angenehm, die Sonne scheint, im Schatten werden so um die 15 Grad sein, na ja und der Wind, den ignorieren wir heute einfach mal, auch wenn dies bei Windstärke 5 – 6 nicht ganz so einfach wird. Mitten in das Vorstartgejammere fällt der Startschuss und nun geht es los.

Auf den ersten Kilometern komme ich mir vor wie bei einem Mittelstreckenrennen. Rempeleien sind an der Tagesordnung, zum Glück tritt mir niemand in die Hacken und auch ich stelle keinem ein Bein. Keiner will im Wind laufen, jeder will sich irgendwie in der Gruppe verstecken. Dazu gibt es hier auf der Straße nur ein schmales Asphaltband, der Rest ist Kopfsteinplaster. Nein, jetzt noch nicht, denke ich mir und laufe nicht im Wind sondern verstecke mich auf dem Asphalt in der Gruppe. Alles Weicheier hier. Das Tempo ist recht hoch, nach etwas mehr als 4 km habe ich etwa 80 m Vorsprung gegenüber meiner Uhr. Die nächsten rund vier Kilometer verliere ich davon wieder etwa 50 m.

Wenn ich auf freier Strecke so nach vorne schaue ist es mir ein Rätsel, was die ganzen Läufer hier vor mir noch wollen ;-) Eine Zeit um die 1:30 h hat im letzten Jahr für etwa Platz 100 gereicht. Nicht dass ich jetzt mit zählen anfangen werde, aber geschätzt laufen deutlich mehr als 100 Läufer vor mir und im Moment bin ich ja eher in Richtung 1:29 oder so unterwegs. Als die erste Runde rum ist, habe ich etwa 220 m Vorsprung. Der Blick auf die mitlaufende Uhr im Zielbereich verwirrt mich zunächst ein wenig. Da steht gerade eine 1:45:xx h. Ich rechne kurz nach und komme zu dem Ergebnis, dass ich gut in der Zeit liege ;-) 50 m weiter beschließe ich, dass das alles Mist war und konzentriere mich wieder auf’s Laufen. Das ist auch notwendig, denn die zweite Runde hat angefangen und so allmählig merke ich, dass das heute ein hartes Stück Arbeit wird.

Irgendwo bei km 15 habe ich das erste Mal einen Rückstand, zwar nur 5 bis 7 m aber immerhin. Bei km 16 denke ich das erste Mal sehr intensiv daran, dass nun so langsam das Ziel kommen könnte. Die Füße tun weh, die Oberschenkel brennen, an den Verpflegungsständen muss ich mit geschlossenen Augen vorbei laufen, weil ich sonst fürchten muss, dass sich das Frühstück selbständig macht. Außerdem schmerzt die Aufhängung von Leber, Nieren oder was auch immer. Alles untrügliche Zeichen dafür, dass ich zu schnell unterwegs bin. Aber wie sagt man doch so schön, wenn du nicht mehr kannst, lauf einfach schneller. Zum Glück geht es jetzt auch schon wieder bergab und so gelingt es mir aus dem Rückstand wieder einen Vorsprung zu bauen. Den vorletzten Kilometer weist Sporttracks mit 4:04 min, den letzten mit 3:59 min. Auf einmal Tusch, Der FR sagt: Rennen gewonnen, dummerweise sind es noch gut 100 m. So wird es keine 1:28:17 h werden, sondern irgendwas um 1:29:07 h.

Auf einer nicht ganz einfachen Strecke kann ich meine Bestzeit also um 55 sek. verbessern. Training scheint also doch zu helfen. Mal sehen, was die offiziellen Zeiten so sagen.

Edit: Nun sind die Zeiten im Netz. Offiziell ist es auch eine 1:29:07 h geworden. Das reicht für Platz 72 von insgesamt 1802 Finishern, wobei es hier keine Unterscheidung nach den Geschlechtern gibt. Wir waren uns im Ziel einig, dass 4 Frauen vor uns waren, 3 schwarze und eine weiße.. In der Altersklasse hat es zu Platz 10 gereicht.

Ein Traum in Blau …

10. September 2009 von nordlaeufer

… oder bei Laufschuhen bin ich eine Frau :-)

Gestern telefonisch bei Papa Greif bestellt, sind sie heute schon da gewesen, die (fast) neuen Soucony Sinister. Ausprobiert werden sie morgen und wenn sie den Test bestehen, dürfen sie mich am Sonntag auf der Halbmarathonstrecke beim Kiel-Lauf begleiten. Die erste Anprobe war vielversprechend.

Immer wieder Samstags

22. August 2009 von nordlaeufer

ist Tempo angesagt. Es ist zwar nicht zwingend, dass es der Samstag sein muss aber so hat es sich bisher immer ergeben. Heute hatte ich mir also 10 km in der Gegend des Halbmarathonrenntempos (HMRT) vorgenommen. Das Ganze eingerahmt von 3 km Einlaufen und 3 km Auslaufen. Weil ich ja ein Trainingsweichei bin, hatte ich mir 10 sek. Aufschlag zum geplanten HMRT gegönnt, also 4.20 min/km. Das Läufchen sollte auf einer einigermaßen flachen Pendelstrecke stattfinden.

Läuft man nämlich von uns aus 3 km in Richtung Kiel, hört die Holsteinische Schweiz auf und es wird flach. Zum Ende des Einlaufens werde ich immer langsamer und fange an darüber nachzudenken, ob nicht auch 4 km pro Richtung reichen. Dann piept die Uhr aber irgendwann und nun gibt es kein zurück mehr. Ich beschließe, einfach mal loszulaufen und zu sehen wie es geht. Geht es gar nicht, kann ich ja immer noch umdisponieren.

Die ersten 5 km habe ich recht starken Gegenwind. Natürlich ist das nicht schön aber ich weiß nicht so recht, ob ich auf den zweiten Abschnitt freuen soll, die Sonne scheint nämlich auch schon und Schatten gibt es hier nicht. Es läuft ganz gut und die ersten 3 km kann ich alle unter 4:09 min/km zurücklegen. Streng genommen könnte ich jetzt die restlichen 7 km joggen und würde immer noch im Bereich von 4:20 min/km bleiben. Da das natürlich nicht im Sinne des Erfinders ist, nehme ich eine Planänderung vor ;-)  Gleich wird es etwas zäher, aber mit 4:12 und 4:22 min für die nächsten beiden Kilometer liege ich auch immer noch ganz gut im Rennen. Endlich ist der Wendepunkt erreicht. Schlagartig ist der Wind weg ;-) und der nächste Kilometer ist in 4:04 min absolviert. Allerdings hat dieser Abschnitt auch ein ganz leichtes Gefälle, fast nicht merkbar aber eben doch genug, damit man recht unangestrengt laufen kann. Der vorletzte Kilometer ist mit 4:23 min der langsamste. Da habe ich wohl ein bisschen geschlafen.

Für die 10 km Tempodauerlauf ermittle ich schließlich eine Durchschnittspace von 4.11 min/km. Ich habe also das HMRT exakt getroffen und muss mir das Ergebnis noch nicht einmal schön reden. Also bin ich zufrieden. Jetzt ist der Wind übrigens weg aber nun war ich ja schon laufen.

Sorgfältige Vorbereitung

18. August 2009 von nordlaeufer

Meine ursprüngliche Saisonplanung sah eigentlich vor, am letzten Sonntag im August den Marathon rund um den Plöner See zu laufen. Da die Strecke gute 100 m zu kurz ist, schmeicheln die Zeiten meinem Ego, natürlich nur, wenn ich durchlaufen kann, was mir in der Vergangenheit aber auch schon gelungen ist. Nun muss ich aber an eben diesem Sonntag Nachmittags schon wieder in die große, weite Welt und daher passt ein Marathönchen, auch wenn er noch so klein ist, nicht so recht ins Konzept.

Also flugs umdisponiert und für den Kiellauf am 13. September gemeldet. So ein Halbmarathon hat ja auch durchaus seine Vorteile und wenn es nur der ist, dass man schneller fertig ist. Außerdem ist es vielleicht doch mal ganz nett, mit zweitklassigen Kenianern um die Wette zu laufen. Nach meinem letzten Wettkampf habe ich beschlossen mal zu schauen, ob Training auch etwas helfen kann und da passt der Termin ganz gut.

Seit dem Deichlauf habe ich nämlich tatsächlich etwas an meinem Training geändert und das nun auch schon ein paar Wochen durchgehalten. Ich laufe nämlich jede Woche eine schnelle Einheit. Angefangen habe ich mit einigen langen Intervallen, nicht viel aber immerhin. Zweimal 3.000 m jeweils um die 12:30 min., also ungefähr im Halbmarathonrenntempo. Dazu noch einmal 10 km in 4:30 min/km, nennen wir die Pace mal großzügig Marathonrenntempo. Dann gab es da eine Woche, die sehr warm war, da hat es nur zu 4 mal 1.000 m gereicht, dafür aber auch in 3:45 min. Das fühlte sich schon erstaulich locker an, genauso wie die doch recht zügigen oder eben intensiven Dauerläufe. So einen gab es z.B. heute, 13 km in einer Pace von 4:45 min/km.

Ach ja, vergangene Woche musste die Tempoeinheit leider ausfallen, ich hatte Freitag Abend erst 12 km auf der Uhr, also waren Sonnabend 20,5 km und Sonntag 19,5 km angesagt, um die magische Grenze von 50 km zu schaffen. Diese Woche sieht es aber wieder deutlich besser aus und wenn es am Sonnabend nicht allzu warm ist, werde ich mal sehen, ob ich 10 km auch im geplanten Halbmarathonrenntempo schaffe, wobei ich 10 sek. „Adrenalinzuschlag“ in Ordnung finde.

Vielleicht ist der alte Mann ja Mitte September für eine Überraschung gut?

Ich liebe diesen Lauf

28. Juni 2009 von nordlaeufer

aber bis zur Siegerehrung kann man beim Salz- und Deichwiesenlauf leider nie bleiben, wenn man nicht den ganzen Tag auf einem Sportplatz rumlungern will. Aber von vorn:

Meine Teilnahme am Salz- und Deichwiesenlauf hat schon fast Tradition. Zum 5. oder 6. mal bin ich dort nun schon gelaufen, wahlweise die 10 km (Salzwiesenlauf) oder den Halbmarathon (Deichlauf). Die Organisation ist perfekt (wenn man von der Siegerehrung absieht), die Helfer bemüht und freundlich, das Startgeld für 9 Euro enthält auch noch einen Kaffee und 1 Stück Kuchen und dieses Jahr auch eine Medaille, Start und Ziel sind auf einer neuen Kunststoffbahn – perfekte Rahmenbedingungen also. Die Strecke ist flach, schließlich ist das hier schon die Probstei und nicht mehr die Holsteinische Schweiz. Das Wetter ist so, wie es ist, wir haben Sommer, also ist es warm (in aller Regel zu warm für irgendwelche Rekorde) und da wir an der Ostsee sind, ist es windig. Heute ging es mit der Wärme, es waren so knapp 20 Grad, der Wind war dafür recht heftig und kam auf dem Deich von vorn. Der Lauf heißt nämlich deshalb Deichlauf, weil er ungefähr 7 km auf dem Ostseedeich entlangführt, mit Null Schatten und keinerlei Deckung gegen den von der Ostsee her wehenden Wind. Aber soweit sind wir noch nicht.

Gestern hatte ich kurz die Idee mit dem Fahrrad die 16 km zum Start zu fahren aber der Anfall war heute morgen glücklicherweise vorbei. Ich finde mich also rechtzeitig vor Ort ein und bekomme gerade noch den Start der Marathonläufer mit. Ob die wissen, was sie erwartet? 15 km auf dem Deich mit dem Wind von vorne (später kommt auch noch die Sonne raus).

Ich treffe eine Reihe von Vereinskameraden. Der eine steht sich gerade warm, auf Nachfrage sagt er, dass er gerade nach einer passenden Motivation sucht. Ob er sie gefunden hat, weiß ich nicht aber er wird den 10 km Lauf als Zweiter beenden. Jetzt treffe ich auch H. und erkläre ihm, dass er heute mein Pacemaker sein wird. Natürlich ist das eine Schande für mich, schließlich ist der Mann in der M60 aber was soll ich machen? Wir laufen uns ein, insgesamt wohl so 3.000 m und danach bin ich schon mal gut auf Temperatur. Als wir die letzte Warmlaufrunde beginnen, ist die Startaufstellung schon voll aber wie immer drehen wir nach 300 m um und laufen von vorn in die Aufstellung rein. Es ist gerade noch soviel Zeit, um zwei Vereinskameraden nach ihren Erfahrungen mit dem FR 405 zu fragen, dann zählt jemand von 10 herunter und los geht es.

Ich halte mich an H., das Feld sortiert sich und der 1. km geht mit einer 4:20 min weg. Das ist schon mal gut, vor ein paar Jahren hatte ich nach 3 km eine 11:55 min auf der Uhr, der Rest ist Geschichte. Das Tempo pendelt sich im folgenden bei 4:10 min/km, bei km 5 bin ich 8. oder 9., also da wo ich immer bin. H. beschleunigt jetzt etwas und hat relativ rasch 20 m Vorsprung, es gelingt mir zunächst nicht, die Lücke zu schließen. So bei km 6 habe ich das Gefühl, dass es heute doch recht hart werden wird. Mir ist warm und der Wind kommt jetzt schon mal probeweise von vorne. H. hat jetzt den Läufer vor uns eingeholt, der Abstand hat sich nochmal vergrößert, es sind jetzt vielleicht 50 m. Allerdings habe ich den Läufer jetzt auch kassiert und auf einmal bin ich auch an H. wieder dran und schließe zu ihm auf, als wir auf den Deich hoch laufen.

Der Wind kommt jetzt frontal von vorn, ich schlage H. ein Windschattenlaufen vor und biete mich an, als erster im Wind zu laufen. Die Durchgangszeiten sind immer noch ganz brauchbar und pendeln zwischen 4:15 und 4:18 min/km. Nach einem Kilometer auf dem Deich schaue ich mich kurz um und muss feststellen, dass H. schon 10 m zurück ist. Wenig später ruft er mir zu, dass ich heute wohl ganz gut drauf bin. Das mag stimmen, H. kann jedenfalls nicht mehr folgen und am Ende des Deiches werde ich 300 m Vorsprung haben. Weit und breit ist jetzt niemand mehr zu sehen. Nach vorne nicht, die Platzierungsangaben der Helfer wechseln zwischen 4. und 5. und nach hinten auch nicht. Die 7 km auf dem Deich haben ziemlich Kraft gekostest, leider wird jetzt nicht viel besser. Der Wind kommt nun zwar für den Rest der Strecke von hinten, dafür wird mir nun richtig warm. Die Luft flimmert vor Mückenschwärmen, durch die man durchlaufen muss.

Was meine Geschwindigkeit angeht, habe ich jetzt ein bisschen die Orientierung verloren. Mehr als eine Kilometermarkierung habe ich übersehen und weiß nicht mehr so recht, wie ich im Rennen liege. Gefühlt bin ich allerdings langsamer als die magischen 4:15 min/km. Von der Platzierung her ist der Lauf erledigt, nach vorn geht nichts mehr, ich sehe den vor mir liegenden Läufer noch nicht mal und nach hinten ist der Abstand zu H. auch groß genug. In so einer Situation ist es schwer, das Tempo hoch zu halten. Die Walker, die ich jetzt reihenweise überhole sind auch keine richtige Orientierung. Zu groß sind die Geschwindigkeitsunterschiede. Also weiter, das Ziel ist ja ohnehin gleich da. Ein letzter Blick nach hinten zeigt mir, dass ich keinesfalls langsamer werden darf, sonst ist H. wieder dran.

Schließlich erreiche ich das Ziel nach 1:30:20 h. Damit werde ich gesamt 5. und gewinne meine Altersklasse. Die Zeit ist außerdem meine Sommerbestzeit, schneller war ich bisher nur in Kiel und da waren es 20 Grad weniger. Auch wenn es wieder nicht zur sub 1:30 h gereicht hat, bin ich zufrieden. Die 20 sek. wären sicher drin gewesen, wenn das Feld stärker besetzt gewesen wäre oder der WInd ein wenig weniger gewesen wäre. So ist es aber immerhin noch meine zweitbeste Zeit geworden. Als ich um 12:30 Uhr gegangen bin, hatten die Siegerehrungen immer noch nicht begonnen. Für eine Urkunde wollte ich nun doch nicht den ganzen Tag opfern. Sorry, liebe Veranstalter aber das ist der einzige Makel eines ansonsten perfekt organisierten Laufs.

Tatsächlich geschafft

22. Juni 2009 von nordlaeufer

obwohl es zwischendurch gar nicht mehr danach aussah und ich auch den Sonntag als Reservetag benötigt habe, sind es in der letzten Woche insgesamt 103 km geworden. Und so sah die Verteilung der Läufe dann tatsächlich aus:

  • Dienstag Abend: 5,3 km
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Früh: 10 km
  • Freitag Früh: 5,3 km
  • Freitag Abend: 21,6 km
  • Sonnabend Früh: 13 km
  • Sonnabend Nachmittag: 11,5 km
  • Sonntag Vormittag: 13,5 km

Nach der Einheit am Donnerstag Morgen habe ich gedacht, das war’s, so fertig war ich bisher sehr, sehr selten. Deshalb auch Donnerstag nicht mehr gelaufen und Freitag Früh nur ein paar Kilometer. Der „Halbmarathon“ am Freitag Abend war dann auch noch mal sehr grenzwertig. Ich bin die 21 km aber sehr langsam gelaufen (über 2 h habe ich dafür gebraucht), so dass ich Sonnabend Früh ganz gut erholt war. Jetzt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich an den Laufumfang und die zwei Läufe pro Tag gewöhnt hatte. So konnte ich Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag noch einmal ein bisschen Tempo machen und jeweils einen Schnitt von 5:15 min/km laufen.

Jetzt merke ich, dass ich ganz gut in Form bin und freue mich auf den Wettkampf am Sonntag. Diese Woche wird deshalb natürlich deutlich ruhiger, ohne den Halbmarathon sicher irgendwas um die 40 km.

Der Beginn eines Experiments

17. Juni 2009 von nordlaeufer

Von heute Nachmittag an bis einschließlich Sonnabend Vormittag bin ich allein zu Hause, da H. schon zu ihren Eltern vorgefahren ist, um die Goldene Hochzeit am Wochenende mit vorzubereiten. Da kam mir doch glatt die Idee, ein wenig (mehr) zu laufen ;-) Und das ist der Plan:

  • Montag : frei
  • Dienstag Abend (fast schon in der Nacht) : 5 km – zum warmlaufen
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Morgen (fast noch in der Nacht) : 10 km
  • Donnerstag Abend :13 km
  • Freitag Morgen (wieder zu unchristlicher Zeit) : 10 km
  • Freitag Abend : 23 km
  • Sonnabend Morgen (nicht ganz so früh, aber immer noch früh genug: 20 km

ergibt insgesamt: 104 km

Man darf gespannt sein. Problematisch wird wohl der Freitag werden, insbesondere vor der zweiten Einheit fürchte ich mich jetzt schon. Sonnabend wird es vermutlich auch noch mal anstrengend aber da ist ja das Ende schon in Sicht. Nächste Woche folgt dann eine Ruhewoche und am Sonntag werde ich einen HM-Wettkampf laufen. Der kommt mir dann hoffentlich vor, wie ein Sprintwettkampf.

Stand heute Abend liege ich Plan. Die 23 km eben liefen „beschwingt, doch nicht zu schnell“ ín 1:58 h.

Der schnellste Lauf

27. Mai 2009 von nordlaeufer

Seit einiger Zeit habe ich meine Lauferei (manche sagen auch Training dazu) etwas umgestellt. Diese Umstellung besteht hauptsächlich darin, zum einen generell schneller zu laufen. War ich bisher bei den normalen Dauerläufen immer mit einem 5.30 min/km Schnitt unterwegs, so sehe ich heute zu, dass ich zum Schluss irgendwo zwischen 4:50 und 5:00 min/km lande. Außerdem laufe ich, gerade bei den langen Sachen wann immer es geht eine nennenswerte Strecke im geplanten / gewünschten HM-Renntempo. Das geht alles ganz gut, verbunden mit 50- 60 Wochenkilometern bin ich im Moment ganz gut drauf.

Ganz gut drauf? Wenn ich so etwas in Zusammenhang mit den gerade erwähnten Zeiten schreibe, muss ich immer an einen schönen Spätsommertag, damals vor 25 Jahren denken. Sportprüfung bei der Armee, nicht beim Bund ;-) 3.000 m-Lauf. Die Note 1 gab es für eine Zeit von 12 min, also 4 min/km. Nicht, dass es eine Rolle spielte, es war für uns auch eher uninteressant, denn diese Zeit konnten wir (Ingo und ich) jederzeit und unter allen Bedingungen laufen. Wir wollten an diesem Tag einfach nur schnell laufen.

Das Internet mit seinen Laufforen gab es ja noch nicht. Jedes unserer Kleidungs- und „Ausrüstungs“gegenstände würde dort heute einen vielstimmigen Aufschrei verursachen. Neben dem baumwollenen Leibchen hatte ich ein paar Schuhe an, die mir wohl mindestens 2 Nummern zu klein waren, aber wenn ich sie erst mal an hatte, ging es (die Schuhe habe ich übrigens erst Mitte der 90er Jahre weggeworfen, da hatten sie aber auch schon Löcher in der Sohle). Von Renntaktik hatten wir auch keine Ahnung, der Plan war einfach so schnell zu laufen wie es ging.

3 Runden waren zu laufen und als der Startschuss ertönte liefen wir los wie die Verrückten. Das Rennen war insgesamt recht gleichmäßig, so dass die erste Runde in 3:15 min erledigt war und die zweite Runde in etwa in der gleichen Zeit absolviert wurde. Ich erinnere mich noch, dass die dritte Runde etwas zäh war, aber da wir ja nach dem Lauf von allen die längste Zeit zur Erholung haben würden, gaben wir noch mal alles und kamen nach 9:52 min ins Ziel. So schnell war ich danach nie wieder und heute bin ich froh, wenn ich in der gleichen Zeit 2.000 m schaffe (ok, im Training aber trotzdem).

Einen 10 km WK bin ich zu dieser Zeit übrigens nie gelaufen, wäre sicher auch eine schöne Zeit geworden. Ach ja, so war das damals ;-)

Wilhelmsburger Insellauf

12. April 2009 von nordlaeufer

Normalerweise fahre ich keine 130 km, um an einem 10 km Wettkampf teilzunehmen. Irgendwann vor drei oder vier Monaten hatte mich ein Kollege gefragt, ob man in eben diesem Zeitraum so fit werden könnte, dass man an einem 10 km Lauf teilnehmen könnte. Da dieser Kollege nun noch keine 70 ist, sondern ganz im Gegenteil sogar 15 Jahre jünger als ich und noch dazu ein ehemaliger Fußballer ist, sollte das wohl kein nennenswertes Problem sein. Ich fand die Idee ganz nett, auch an diesem Lauf teilzunehmen und so fügte es sich gut, dass H. ohnehin noch eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ansehen wollte, denn dort werden zur Zeit Porträts von Romy Schneider gezeigt. Bedauerlicherweise musste der Kollege dann doch die Teilnahme an dem Lauf absagen, ich aber war ja schon angemeldet und ein Rahmenprogramm hatten wir ja auch geplant.

Den Lauf selbst gibt es schon in der 29. Auflage, angeboten werden Walkingstrecken über 5 und 10 km, Läufe über 5 km, 10 km und 20 km sowie ein Kinderlauf über 1.200 m. Auf diese Strecken teilen sich etwa 850 Starter auf, das Ganze ist also einigermaßen überschaubar. Als wir nach problemloser Anreise am Ort des Geschehens eintrafen, liefen gerade die 5 km Läufer ein und ich musste wieder mal feststellen, dass ich zweifellos für die falsche Strecke gemeldet hatte, denn erstens wäre ich bei einem Start über die 5 km jetzt schon fertig und zweitens hätte ich es wohl auch zum ersten Mal aufs Treppchen geschafft zumindest dann wenn man mal optimistischerweise annimmt, dass ich die 5 km knapp unter 20 Minuten laufen kann. Nun ja, ich wollte ja heute über die doppelte Strecke leiden und so schlecht kann ein 10 km Wettkampf gar nicht besetzt sein, dass ich da irgendwas gewinnen könnte, egal welche Zeit zum Schluss dabei rauskommt.

Die äußeren Bedingungen waren einfach traumhaft. Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel, die Nacht war klar und kühl und so waren es zur Sartzeit so um die 10 – 12 Grad. Dazu ein leichter Wind. Ein guter Tag also, meinen über den Winter etwas käsig gewordenen Armen und Beinen die Sonne zu zeigen, also fand der Lauf in kurz / kurz statt und für solche Fälle habe ich ja passender Weise das Hitzeset von Rono, das ich vor einiger Zeit bei Papa Greif erstanden habe. Die Gardrobe wird vervollständigt von meiner Racebrille, sowie den Soucony Tangent. Die Schuhe sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen und haben sicher schon mehr als 2.000 km auf der Sohle, dafür erinnern sie mich immer ein bisschen an ein Sofa und leicht sind sie außerdem. Dummerweise haben keinen roten Besatz (wie das Raceset) und so sieht das ganze etwas zusammengewürfelt aus, aber hier kennt mich ja keiner.

Wie üblich bei Läufen dieser Größenordnung laufe ich eine Minute vor dem Start von vorne in die Startaufstellung rein. Allerdings habe ich hier doch ein wenig das Gefühl, fehl am Platz zu sein und so starte ich aus der 4. oder 5. Reihe. Mir ist ohnehin nicht klar, was heute so möglich ist. Zum einen habe ich in diesem Jahr, wenn man mal vom Halbmarathon in Kiel absieht, überhaupt noch keine Tempoeinheiten gemacht, zum anderen war ich in letzter Zeit erkältet und den Husten habe ich immer noch. Jetzt erzählt der Starter auch noch, dass die Kilometermarkierungen für die 20 km Strecke gelten, d.h. der erste Kilometer ist ca. 300 m zu kurz und auf dem zweiten Abschnitt stimmt dann gar nichts mehr.  Na ist ja auch egal.

Also los! Am Anfang stolpere ich über ein paar Läufer, die sich in der Startaufstellung wohl etwas vertan haben aber dann geht es. Da ich ja leider nicht weiß, wann ich den 1. km passiert habe, hoffe ich einfach mal, dass es passt und ich wie immer zu schnell bin, also 3:50 min oder so. Vom Gefühl her müsste das eigentlich ganz gut passen, schließlich habe ich mir schon einmal die alles entscheidene Frage gestellt und von mir aus hätte das Ziel auch schon nach 500 m da sein können. Ist es aber nicht! Bei km 2 wird mir das ganze Ausmaß des Elends deutlich, ich stoppe eine 4:04 min, der 3. km geht dann sogar für 4:10 min weg. Oh Gott, wie bringe ich meinem Körper jetzt bei, dass das kein Halbmarathon ist, sondern nur ein 10 km Lauf? Als ich für den 4. km sogar 4:17 min brauche, ist mein Widerstand endgültig gebrochen. Eine Zeit irgendwo im Bereich meiner Bestzeit wird es ohnehin nicht mehr, also beschließe ich einen Tempodauerlauf aus der ganzen Angelegenheit zu machen. 10 km TDL im Rahmen einer Halbmarathonvorbereitung sind sicher eine wertvolle Trainingseinheit und über die HM Strecke habe ich in diesem Jahr noch etwas vor (der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die 4 sek.). So sieht es dann aus, wenn man nach 10 km beim Zieleinlauf noch auf seinen Laufstil achten kann.

Zieleinlauf 10 km

Zieleinlauf 10 km

Die Zeit entspricht mit 42:28 min im Kilometersplit ziemlich exakt meiner meiner Halbmarathonbestzeit. Schnellste Frau bin ich auch nicht geworden, dazu hätte ich in den Bereich meiner Bestzeit laufen müssen. So reihe ich mich mit dem Gesamtplatz 20 und dem AK Platz 6 da ein, wo ich immer lande, nämlich im Niemandsland oder wenn man es postiv ausdrücken will irgendwo unter den ersten 10 Prozent. Insgesamt eine sehr schöne, gut organisierte Veranstaltung, die mich (bzw. uns) im nächsten Jahr vielleicht wiedersehen wird.