Das war das Motto mit dem wir in diesem Jahr am Hamburg Marathon teilnehmen wollten. Angesichts der Tatsache, dass es morgens am Start schon mindestens 20 Grad im Schatten waren, die Sonne bereits unbarmherzig brannte und sich zwischen den Hochhäusern am Start kein Lüftchen bewegte, genau die richtige Einstellung.
So eine niedrige dreistellige Startnummer mit Start aus dem Block B macht im Vorfeld des Marathons schon mächtig Eindruck, hat man doch sonst eher vier- oder fünfstellige Startnummern. Weil aber gleichzeitig die Deutschen Meisterschaften im Marathon sind und jeder, soweit er in einem Verein ist und einen Startpass hat, daran teilnehmen kann bekommt man also so eine schöne Startnummer. Dafür ist der Zielschluss dann aber auch nach 4:10 h und nicht erst nach 6:30 h.
Die Vorbereitung lief wie immer, ich war also viel zu wenig gelaufen um das ganze eine Marathonvorbereitung zu nennen. Einen gewissen Optimismus schöpfte ich aus der Tatsache, dass ich im Training im Schnitt inzwischen ca. 30 sek. pro Kilometer schneller laufe als früher. Mein Begleiter hatte auch nicht mehr trainiert als ich und so beschlossen wir in der Woche vor dem Lauf, den ersten HM ca. in 1:30 h zu laufen und dann mal zu schauen. Das war aber bevor wir wussten, was für ein Wetter werden würde.
Am Start korrigierten wird das dann schon mal und liefen mit ungefähr 4:30 min/km los, also durchaus moderat. Na ja, nach 13 km bemerkte ich, dass ich mir eine fette Blase gelaufen hatte und spätestens jetzt war klar, das Rennen war gelaufen. Die Hitze tat ihr übriges und ich musste bei Kilometer 15 erst mal einige Zeit damit verbringen, mich abzukühlen. Dabei war aber auch Wasser in die Schuhe gelaufen, Strümpfe, Blase und Haut quollen auf und bildeten eine unheilige Allianz. Die nächsten 3 km verbrachte ich damit, Ausschau nach einem günstigen Punkt zum Ausstieg zu halten, bis mir irgendwann klar wurde, dass ich dann auch nicht schneller im Ziel sein würde als wenn ich einfach weiter laufe.
Ab jetzt verbrachte ich alle 2,5 km an den Wasserstellen jeweils ca. 3 min. damit, mich gründlich abzukühlen. Die Pacewerte der Laufabschnitte waren bis ziemlich zum Schluss mit 4:40 min bis 4:50 min/km immer noch recht manierlich, aber wenn man bis zum Schluss ca. 20 min. damit zubringt, sich abzukühlen, kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen. Mit 3:31 h ist die Zeit trotz allem noch halbwegs erträglich geworden und wieder einmal hat sich gezeit, dass ich kein Hitzeläufer bin. Die Eliteläufer wohl auch nicht. Mindestens zwei der Vorjahressieger sind beizeiten ausgestiegen und die Siegerzeit war auch gut 4 min. schlechter als sonst. Vielleicht gelingt es mir ja im Herbst, die Trainingszeiten besser umzusetzen.
Ein Wort noch zur Stimmung. Ich weiß nicht, wie sie bei anderen großen Stadtmarathons ist, aber in Hamburg ist sie einfach umwerfend. Kaum diese nervigen Ratschen und Rasseln, das ganze ist eher ein großes Volkfest, Musik ob live oder vom Band an jeder Ecke, fast überall Anfeuerungen, viele machen ein Picknick oder frühstücken draussen, auf dem zweiten Teil sehr viele private Verpflegungsstellen und Duschen, alles in allem also sehr gelungen.