Archiv für Juni 2009

Ich liebe diesen Lauf

28. Juni 2009

aber bis zur Siegerehrung kann man beim Salz- und Deichwiesenlauf leider nie bleiben, wenn man nicht den ganzen Tag auf einem Sportplatz rumlungern will. Aber von vorn:

Meine Teilnahme am Salz- und Deichwiesenlauf hat schon fast Tradition. Zum 5. oder 6. mal bin ich dort nun schon gelaufen, wahlweise die 10 km (Salzwiesenlauf) oder den Halbmarathon (Deichlauf). Die Organisation ist perfekt (wenn man von der Siegerehrung absieht), die Helfer bemüht und freundlich, das Startgeld für 9 Euro enthält auch noch einen Kaffee und 1 Stück Kuchen und dieses Jahr auch eine Medaille, Start und Ziel sind auf einer neuen Kunststoffbahn – perfekte Rahmenbedingungen also. Die Strecke ist flach, schließlich ist das hier schon die Probstei und nicht mehr die Holsteinische Schweiz. Das Wetter ist so, wie es ist, wir haben Sommer, also ist es warm (in aller Regel zu warm für irgendwelche Rekorde) und da wir an der Ostsee sind, ist es windig. Heute ging es mit der Wärme, es waren so knapp 20 Grad, der Wind war dafür recht heftig und kam auf dem Deich von vorn. Der Lauf heißt nämlich deshalb Deichlauf, weil er ungefähr 7 km auf dem Ostseedeich entlangführt, mit Null Schatten und keinerlei Deckung gegen den von der Ostsee her wehenden Wind. Aber soweit sind wir noch nicht.

Gestern hatte ich kurz die Idee mit dem Fahrrad die 16 km zum Start zu fahren aber der Anfall war heute morgen glücklicherweise vorbei. Ich finde mich also rechtzeitig vor Ort ein und bekomme gerade noch den Start der Marathonläufer mit. Ob die wissen, was sie erwartet? 15 km auf dem Deich mit dem Wind von vorne (später kommt auch noch die Sonne raus).

Ich treffe eine Reihe von Vereinskameraden. Der eine steht sich gerade warm, auf Nachfrage sagt er, dass er gerade nach einer passenden Motivation sucht. Ob er sie gefunden hat, weiß ich nicht aber er wird den 10 km Lauf als Zweiter beenden. Jetzt treffe ich auch H. und erkläre ihm, dass er heute mein Pacemaker sein wird. Natürlich ist das eine Schande für mich, schließlich ist der Mann in der M60 aber was soll ich machen? Wir laufen uns ein, insgesamt wohl so 3.000 m und danach bin ich schon mal gut auf Temperatur. Als wir die letzte Warmlaufrunde beginnen, ist die Startaufstellung schon voll aber wie immer drehen wir nach 300 m um und laufen von vorn in die Aufstellung rein. Es ist gerade noch soviel Zeit, um zwei Vereinskameraden nach ihren Erfahrungen mit dem FR 405 zu fragen, dann zählt jemand von 10 herunter und los geht es.

Ich halte mich an H., das Feld sortiert sich und der 1. km geht mit einer 4:20 min weg. Das ist schon mal gut, vor ein paar Jahren hatte ich nach 3 km eine 11:55 min auf der Uhr, der Rest ist Geschichte. Das Tempo pendelt sich im folgenden bei 4:10 min/km, bei km 5 bin ich 8. oder 9., also da wo ich immer bin. H. beschleunigt jetzt etwas und hat relativ rasch 20 m Vorsprung, es gelingt mir zunächst nicht, die Lücke zu schließen. So bei km 6 habe ich das Gefühl, dass es heute doch recht hart werden wird. Mir ist warm und der Wind kommt jetzt schon mal probeweise von vorne. H. hat jetzt den Läufer vor uns eingeholt, der Abstand hat sich nochmal vergrößert, es sind jetzt vielleicht 50 m. Allerdings habe ich den Läufer jetzt auch kassiert und auf einmal bin ich auch an H. wieder dran und schließe zu ihm auf, als wir auf den Deich hoch laufen.

Der Wind kommt jetzt frontal von vorn, ich schlage H. ein Windschattenlaufen vor und biete mich an, als erster im Wind zu laufen. Die Durchgangszeiten sind immer noch ganz brauchbar und pendeln zwischen 4:15 und 4:18 min/km. Nach einem Kilometer auf dem Deich schaue ich mich kurz um und muss feststellen, dass H. schon 10 m zurück ist. Wenig später ruft er mir zu, dass ich heute wohl ganz gut drauf bin. Das mag stimmen, H. kann jedenfalls nicht mehr folgen und am Ende des Deiches werde ich 300 m Vorsprung haben. Weit und breit ist jetzt niemand mehr zu sehen. Nach vorne nicht, die Platzierungsangaben der Helfer wechseln zwischen 4. und 5. und nach hinten auch nicht. Die 7 km auf dem Deich haben ziemlich Kraft gekostest, leider wird jetzt nicht viel besser. Der Wind kommt nun zwar für den Rest der Strecke von hinten, dafür wird mir nun richtig warm. Die Luft flimmert vor Mückenschwärmen, durch die man durchlaufen muss.

Was meine Geschwindigkeit angeht, habe ich jetzt ein bisschen die Orientierung verloren. Mehr als eine Kilometermarkierung habe ich übersehen und weiß nicht mehr so recht, wie ich im Rennen liege. Gefühlt bin ich allerdings langsamer als die magischen 4:15 min/km. Von der Platzierung her ist der Lauf erledigt, nach vorn geht nichts mehr, ich sehe den vor mir liegenden Läufer noch nicht mal und nach hinten ist der Abstand zu H. auch groß genug. In so einer Situation ist es schwer, das Tempo hoch zu halten. Die Walker, die ich jetzt reihenweise überhole sind auch keine richtige Orientierung. Zu groß sind die Geschwindigkeitsunterschiede. Also weiter, das Ziel ist ja ohnehin gleich da. Ein letzter Blick nach hinten zeigt mir, dass ich keinesfalls langsamer werden darf, sonst ist H. wieder dran.

Schließlich erreiche ich das Ziel nach 1:30:20 h. Damit werde ich gesamt 5. und gewinne meine Altersklasse. Die Zeit ist außerdem meine Sommerbestzeit, schneller war ich bisher nur in Kiel und da waren es 20 Grad weniger. Auch wenn es wieder nicht zur sub 1:30 h gereicht hat, bin ich zufrieden. Die 20 sek. wären sicher drin gewesen, wenn das Feld stärker besetzt gewesen wäre oder der WInd ein wenig weniger gewesen wäre. So ist es aber immerhin noch meine zweitbeste Zeit geworden. Als ich um 12:30 Uhr gegangen bin, hatten die Siegerehrungen immer noch nicht begonnen. Für eine Urkunde wollte ich nun doch nicht den ganzen Tag opfern. Sorry, liebe Veranstalter aber das ist der einzige Makel eines ansonsten perfekt organisierten Laufs.

Tatsächlich geschafft

22. Juni 2009

obwohl es zwischendurch gar nicht mehr danach aussah und ich auch den Sonntag als Reservetag benötigt habe, sind es in der letzten Woche insgesamt 103 km geworden. Und so sah die Verteilung der Läufe dann tatsächlich aus:

  • Dienstag Abend: 5,3 km
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Früh: 10 km
  • Freitag Früh: 5,3 km
  • Freitag Abend: 21,6 km
  • Sonnabend Früh: 13 km
  • Sonnabend Nachmittag: 11,5 km
  • Sonntag Vormittag: 13,5 km

Nach der Einheit am Donnerstag Morgen habe ich gedacht, das war’s, so fertig war ich bisher sehr, sehr selten. Deshalb auch Donnerstag nicht mehr gelaufen und Freitag Früh nur ein paar Kilometer. Der „Halbmarathon“ am Freitag Abend war dann auch noch mal sehr grenzwertig. Ich bin die 21 km aber sehr langsam gelaufen (über 2 h habe ich dafür gebraucht), so dass ich Sonnabend Früh ganz gut erholt war. Jetzt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich an den Laufumfang und die zwei Läufe pro Tag gewöhnt hatte. So konnte ich Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag noch einmal ein bisschen Tempo machen und jeweils einen Schnitt von 5:15 min/km laufen.

Jetzt merke ich, dass ich ganz gut in Form bin und freue mich auf den Wettkampf am Sonntag. Diese Woche wird deshalb natürlich deutlich ruhiger, ohne den Halbmarathon sicher irgendwas um die 40 km.

Der Beginn eines Experiments

17. Juni 2009

Von heute Nachmittag an bis einschließlich Sonnabend Vormittag bin ich allein zu Hause, da H. schon zu ihren Eltern vorgefahren ist, um die Goldene Hochzeit am Wochenende mit vorzubereiten. Da kam mir doch glatt die Idee, ein wenig (mehr) zu laufen ;-) Und das ist der Plan:

  • Montag : frei
  • Dienstag Abend (fast schon in der Nacht) : 5 km – zum warmlaufen
  • Mittwoch Abend: 23 km
  • Donnerstag Morgen (fast noch in der Nacht) : 10 km
  • Donnerstag Abend :13 km
  • Freitag Morgen (wieder zu unchristlicher Zeit) : 10 km
  • Freitag Abend : 23 km
  • Sonnabend Morgen (nicht ganz so früh, aber immer noch früh genug: 20 km

ergibt insgesamt: 104 km

Man darf gespannt sein. Problematisch wird wohl der Freitag werden, insbesondere vor der zweiten Einheit fürchte ich mich jetzt schon. Sonnabend wird es vermutlich auch noch mal anstrengend aber da ist ja das Ende schon in Sicht. Nächste Woche folgt dann eine Ruhewoche und am Sonntag werde ich einen HM-Wettkampf laufen. Der kommt mir dann hoffentlich vor, wie ein Sprintwettkampf.

Stand heute Abend liege ich Plan. Die 23 km eben liefen „beschwingt, doch nicht zu schnell“ ín 1:58 h.