Irgendwie gehe ich ja schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken schwanger, dieses Jahr noch einen Marathon zu laufen. Wenn das Vorhaben gelingen soll, muss es der in Lübeck Ende Oktober sein. Meine Vorbereitung auf dieses Großereignis soll dabei denkbar einfach ausfallen. Ich laufe einfach so weiter wie in den letzten Wochen und füge dem Sonntagslauf ein paar verschämte Kilometer an. Die restliche Zeit verbringe ich damit, über einen möglichen Kilometerschnitt nachzudenken.
Da bot sich an, am Sonntag mal wieder an der Laufrunde der lokalen Laufcracks teilzunehmen. Da drei von denen auch in Kiel dabei waren (genauer gesagt waren es sogar vier, aber einer ist in der Frauengruppe gelaufen und hat sich im Volkslauf gut erholt) hatte ich die Hoffnung, dass es heute nicht ganz so schnell zur Sache gehen würde. Nach 4 km traf ich auf das Grüppchen, wir sammelten noch einen weiteren Läufer ein und los ging es in recht moderatem Tempo, was hier konkret irgendwas knapp über 5 min/km bedeutete. Noch konnte ich den Gesprächen folgen, über die Witze lachen und sogar auf Fragen antworten. Alles im grünen Bereich also!
Wie erwartet, wurde das Tempo dann so almählig doch deutlich verschärft, die Uhr zeigte jetzt eine Pace zwischen 4:25 und 4:45 min/km an. Zwei Läufer setzten sich langsam aber sicher etwas ab und wir anderen fragten uns, wie man im Wettkampf eine deutlich längere Strecke in deutlich höherer Geschwindigkeit laufen konnte. Wie wir noch über die Antwort nachdachten, ereilte uns die läuferische Höchststrafe. Diese besteht darin, dass die führenden Läufer (die nun schon gut 100 m Vorsprung hatten) sich umdrehten und zu uns zurückliefen. Und als ob das nicht schon reichen würde, mussten wir auch noch die verbale Schmach ertragen – los ihr faulen Säcke, hier wird nicht gewandert
Nach gut 21 km habe ich mich dann von den letzten Läufern verabschiedet und bin die letzten drei Kilometer nach hause geschlichen. Ich hatte Hunger und Durst und merkte nun die Tempoeinheit vom Sonnabend doch ganz deutlich. Außerdem versuchte ich die Frage zu beantworten, wie das denn beim Marathon gehen soll, wo ich ja viel weiter und auch viel schneller laufen will.
Nun ja, wir werden sehen.