Archiv für die Kategorie ‘Wettkämpfe’

Kiellauf 2009

13. September 2009

Nein, bestzeitenfähig ist die Strecke nicht, bescheiden mir meine Vereinskollegen vor dem Lauf. Abgesehen von dem Gegenwind an der Förde sei die Strecke ziemlich verwinkelt und außerdem gäbe es im mittleren Abschnitt ein paar langgezogene Steigungen. Dass man die Strecke zweimal durchlaufen müsse, mache das alles nicht besser und man würde gut daran tun, sich ein paar Körner aufzuheben. Ich sage ihnen, dass ich das alles gar nicht (so genau) wissen will und verweise stattdessen auf zwei Tempoeinheiten in den letzten Wochen, aus denen ich gedenke den Optimismus zu ziehen, dass es heute nun endlich mal klappt mit der Sub 1:30 h auf der Halbmarathondistanz.

Neben den guten Trainingsergebnissen befinde ich, dort wo es Steigungen gibt, muss es auch wieder runter gehen und dort wo der Wind von vorne kommt, muss er ja auch irgendwann mal von hinten kommen, schließlich laufen wir ja eine, oder besser zwei Runden. Alles halb so wild also. Ich bin beizeiten im Startbereich, denn wenn ich irgendwo zum ersten Mal laufe, will ich keinen Stress mit der Organisation haben. So kann ich das Auto in eine nahegelegene Tiefgarage stellen und erlebe sowohl den Bambinilauf mit als auch den 3.000 m Lauf. Immer wieder staune ich, wie fix die Kleinen unterwegs sind und da sich schon eine Menge Zuschauer eingefunden haben, werden sie auch ordentlich angefeuert.

Nachdem die 10,5 km Läufer gestartet sind, beginne ich mich im Startbereich warmzulaufen. Dabei muss ich wohl etwas suchend geschaut haben, eine Zuschauerin denkt jedenfalls, ich gehöre noch zu den gerade gestarteten Volkläufern und will mir den Weg zeigen ;-) Ich kann den Irrtum jedoch aufklären und als ich wieder in den Startbereich komme, sind dort schon die Blockeinteilungen für den HM-Start aufgestellt. Das schmeichelt natürlich meinem Ego, ist der erste Block doch der mit der Zielzeit 1:30 h.

Die nächsten Minuten verbringe ich damit, meinen FR205 einzustellen. Dabei fällt mir auf, dass der HM nicht überall gleich lang zu sein scheint, die Uhr meint jedenfalls eine Länge von 21,08 km wäre ausreichend. Ich messe dem keine übermäßig große Bedeutung bei, denn erstens ist der HM amtlich vermessen (glaube ich jedenfalls), zweitens haben auch die Veranstalter eine Uhr und drittens soll mir der Virtuelle Trainer eher zur Orientierung dienen. Da ich heute ja Optimist bin, stelle ich eine Pace von 4:12 min/km ein. Nach 10 Minuten habe ich das endlich fertig und muss mich nun doch sputen, in die Startaufstellung zu kommen. Irgendwie schein mir, dass ich für die unfallfreie Bedienung einer GPS-Uhr so allmählig zu alt werde.

Die erste Startreihe überlasse ich heute großzügig unseren schwarzafrikanischen Lauffreunden und finde mich bei meinem Vereinkollegen so in der 4. Startreihe ein. Die Stimmung ist hier so ein bisschen wie bei Zahnarzt alle hoffen, dass es schnell vorbei ist. Die Wetterbedingungen sind übrigens durchaus angenehm, die Sonne scheint, im Schatten werden so um die 15 Grad sein, na ja und der Wind, den ignorieren wir heute einfach mal, auch wenn dies bei Windstärke 5 – 6 nicht ganz so einfach wird. Mitten in das Vorstartgejammere fällt der Startschuss und nun geht es los.

Auf den ersten Kilometern komme ich mir vor wie bei einem Mittelstreckenrennen. Rempeleien sind an der Tagesordnung, zum Glück tritt mir niemand in die Hacken und auch ich stelle keinem ein Bein. Keiner will im Wind laufen, jeder will sich irgendwie in der Gruppe verstecken. Dazu gibt es hier auf der Straße nur ein schmales Asphaltband, der Rest ist Kopfsteinplaster. Nein, jetzt noch nicht, denke ich mir und laufe nicht im Wind sondern verstecke mich auf dem Asphalt in der Gruppe. Alles Weicheier hier. Das Tempo ist recht hoch, nach etwas mehr als 4 km habe ich etwa 80 m Vorsprung gegenüber meiner Uhr. Die nächsten rund vier Kilometer verliere ich davon wieder etwa 50 m.

Wenn ich auf freier Strecke so nach vorne schaue ist es mir ein Rätsel, was die ganzen Läufer hier vor mir noch wollen ;-) Eine Zeit um die 1:30 h hat im letzten Jahr für etwa Platz 100 gereicht. Nicht dass ich jetzt mit zählen anfangen werde, aber geschätzt laufen deutlich mehr als 100 Läufer vor mir und im Moment bin ich ja eher in Richtung 1:29 oder so unterwegs. Als die erste Runde rum ist, habe ich etwa 220 m Vorsprung. Der Blick auf die mitlaufende Uhr im Zielbereich verwirrt mich zunächst ein wenig. Da steht gerade eine 1:45:xx h. Ich rechne kurz nach und komme zu dem Ergebnis, dass ich gut in der Zeit liege ;-) 50 m weiter beschließe ich, dass das alles Mist war und konzentriere mich wieder auf’s Laufen. Das ist auch notwendig, denn die zweite Runde hat angefangen und so allmählig merke ich, dass das heute ein hartes Stück Arbeit wird.

Irgendwo bei km 15 habe ich das erste Mal einen Rückstand, zwar nur 5 bis 7 m aber immerhin. Bei km 16 denke ich das erste Mal sehr intensiv daran, dass nun so langsam das Ziel kommen könnte. Die Füße tun weh, die Oberschenkel brennen, an den Verpflegungsständen muss ich mit geschlossenen Augen vorbei laufen, weil ich sonst fürchten muss, dass sich das Frühstück selbständig macht. Außerdem schmerzt die Aufhängung von Leber, Nieren oder was auch immer. Alles untrügliche Zeichen dafür, dass ich zu schnell unterwegs bin. Aber wie sagt man doch so schön, wenn du nicht mehr kannst, lauf einfach schneller. Zum Glück geht es jetzt auch schon wieder bergab und so gelingt es mir aus dem Rückstand wieder einen Vorsprung zu bauen. Den vorletzten Kilometer weist Sporttracks mit 4:04 min, den letzten mit 3:59 min. Auf einmal Tusch, Der FR sagt: Rennen gewonnen, dummerweise sind es noch gut 100 m. So wird es keine 1:28:17 h werden, sondern irgendwas um 1:29:07 h.

Auf einer nicht ganz einfachen Strecke kann ich meine Bestzeit also um 55 sek. verbessern. Training scheint also doch zu helfen. Mal sehen, was die offiziellen Zeiten so sagen.

Edit: Nun sind die Zeiten im Netz. Offiziell ist es auch eine 1:29:07 h geworden. Das reicht für Platz 72 von insgesamt 1802 Finishern, wobei es hier keine Unterscheidung nach den Geschlechtern gibt. Wir waren uns im Ziel einig, dass 4 Frauen vor uns waren, 3 schwarze und eine weiße.. In der Altersklasse hat es zu Platz 10 gereicht.

Ich liebe diesen Lauf

28. Juni 2009

aber bis zur Siegerehrung kann man beim Salz- und Deichwiesenlauf leider nie bleiben, wenn man nicht den ganzen Tag auf einem Sportplatz rumlungern will. Aber von vorn:

Meine Teilnahme am Salz- und Deichwiesenlauf hat schon fast Tradition. Zum 5. oder 6. mal bin ich dort nun schon gelaufen, wahlweise die 10 km (Salzwiesenlauf) oder den Halbmarathon (Deichlauf). Die Organisation ist perfekt (wenn man von der Siegerehrung absieht), die Helfer bemüht und freundlich, das Startgeld für 9 Euro enthält auch noch einen Kaffee und 1 Stück Kuchen und dieses Jahr auch eine Medaille, Start und Ziel sind auf einer neuen Kunststoffbahn – perfekte Rahmenbedingungen also. Die Strecke ist flach, schließlich ist das hier schon die Probstei und nicht mehr die Holsteinische Schweiz. Das Wetter ist so, wie es ist, wir haben Sommer, also ist es warm (in aller Regel zu warm für irgendwelche Rekorde) und da wir an der Ostsee sind, ist es windig. Heute ging es mit der Wärme, es waren so knapp 20 Grad, der Wind war dafür recht heftig und kam auf dem Deich von vorn. Der Lauf heißt nämlich deshalb Deichlauf, weil er ungefähr 7 km auf dem Ostseedeich entlangführt, mit Null Schatten und keinerlei Deckung gegen den von der Ostsee her wehenden Wind. Aber soweit sind wir noch nicht.

Gestern hatte ich kurz die Idee mit dem Fahrrad die 16 km zum Start zu fahren aber der Anfall war heute morgen glücklicherweise vorbei. Ich finde mich also rechtzeitig vor Ort ein und bekomme gerade noch den Start der Marathonläufer mit. Ob die wissen, was sie erwartet? 15 km auf dem Deich mit dem Wind von vorne (später kommt auch noch die Sonne raus).

Ich treffe eine Reihe von Vereinskameraden. Der eine steht sich gerade warm, auf Nachfrage sagt er, dass er gerade nach einer passenden Motivation sucht. Ob er sie gefunden hat, weiß ich nicht aber er wird den 10 km Lauf als Zweiter beenden. Jetzt treffe ich auch H. und erkläre ihm, dass er heute mein Pacemaker sein wird. Natürlich ist das eine Schande für mich, schließlich ist der Mann in der M60 aber was soll ich machen? Wir laufen uns ein, insgesamt wohl so 3.000 m und danach bin ich schon mal gut auf Temperatur. Als wir die letzte Warmlaufrunde beginnen, ist die Startaufstellung schon voll aber wie immer drehen wir nach 300 m um und laufen von vorn in die Aufstellung rein. Es ist gerade noch soviel Zeit, um zwei Vereinskameraden nach ihren Erfahrungen mit dem FR 405 zu fragen, dann zählt jemand von 10 herunter und los geht es.

Ich halte mich an H., das Feld sortiert sich und der 1. km geht mit einer 4:20 min weg. Das ist schon mal gut, vor ein paar Jahren hatte ich nach 3 km eine 11:55 min auf der Uhr, der Rest ist Geschichte. Das Tempo pendelt sich im folgenden bei 4:10 min/km, bei km 5 bin ich 8. oder 9., also da wo ich immer bin. H. beschleunigt jetzt etwas und hat relativ rasch 20 m Vorsprung, es gelingt mir zunächst nicht, die Lücke zu schließen. So bei km 6 habe ich das Gefühl, dass es heute doch recht hart werden wird. Mir ist warm und der Wind kommt jetzt schon mal probeweise von vorne. H. hat jetzt den Läufer vor uns eingeholt, der Abstand hat sich nochmal vergrößert, es sind jetzt vielleicht 50 m. Allerdings habe ich den Läufer jetzt auch kassiert und auf einmal bin ich auch an H. wieder dran und schließe zu ihm auf, als wir auf den Deich hoch laufen.

Der Wind kommt jetzt frontal von vorn, ich schlage H. ein Windschattenlaufen vor und biete mich an, als erster im Wind zu laufen. Die Durchgangszeiten sind immer noch ganz brauchbar und pendeln zwischen 4:15 und 4:18 min/km. Nach einem Kilometer auf dem Deich schaue ich mich kurz um und muss feststellen, dass H. schon 10 m zurück ist. Wenig später ruft er mir zu, dass ich heute wohl ganz gut drauf bin. Das mag stimmen, H. kann jedenfalls nicht mehr folgen und am Ende des Deiches werde ich 300 m Vorsprung haben. Weit und breit ist jetzt niemand mehr zu sehen. Nach vorne nicht, die Platzierungsangaben der Helfer wechseln zwischen 4. und 5. und nach hinten auch nicht. Die 7 km auf dem Deich haben ziemlich Kraft gekostest, leider wird jetzt nicht viel besser. Der Wind kommt nun zwar für den Rest der Strecke von hinten, dafür wird mir nun richtig warm. Die Luft flimmert vor Mückenschwärmen, durch die man durchlaufen muss.

Was meine Geschwindigkeit angeht, habe ich jetzt ein bisschen die Orientierung verloren. Mehr als eine Kilometermarkierung habe ich übersehen und weiß nicht mehr so recht, wie ich im Rennen liege. Gefühlt bin ich allerdings langsamer als die magischen 4:15 min/km. Von der Platzierung her ist der Lauf erledigt, nach vorn geht nichts mehr, ich sehe den vor mir liegenden Läufer noch nicht mal und nach hinten ist der Abstand zu H. auch groß genug. In so einer Situation ist es schwer, das Tempo hoch zu halten. Die Walker, die ich jetzt reihenweise überhole sind auch keine richtige Orientierung. Zu groß sind die Geschwindigkeitsunterschiede. Also weiter, das Ziel ist ja ohnehin gleich da. Ein letzter Blick nach hinten zeigt mir, dass ich keinesfalls langsamer werden darf, sonst ist H. wieder dran.

Schließlich erreiche ich das Ziel nach 1:30:20 h. Damit werde ich gesamt 5. und gewinne meine Altersklasse. Die Zeit ist außerdem meine Sommerbestzeit, schneller war ich bisher nur in Kiel und da waren es 20 Grad weniger. Auch wenn es wieder nicht zur sub 1:30 h gereicht hat, bin ich zufrieden. Die 20 sek. wären sicher drin gewesen, wenn das Feld stärker besetzt gewesen wäre oder der WInd ein wenig weniger gewesen wäre. So ist es aber immerhin noch meine zweitbeste Zeit geworden. Als ich um 12:30 Uhr gegangen bin, hatten die Siegerehrungen immer noch nicht begonnen. Für eine Urkunde wollte ich nun doch nicht den ganzen Tag opfern. Sorry, liebe Veranstalter aber das ist der einzige Makel eines ansonsten perfekt organisierten Laufs.

Wilhelmsburger Insellauf

12. April 2009

Normalerweise fahre ich keine 130 km, um an einem 10 km Wettkampf teilzunehmen. Irgendwann vor drei oder vier Monaten hatte mich ein Kollege gefragt, ob man in eben diesem Zeitraum so fit werden könnte, dass man an einem 10 km Lauf teilnehmen könnte. Da dieser Kollege nun noch keine 70 ist, sondern ganz im Gegenteil sogar 15 Jahre jünger als ich und noch dazu ein ehemaliger Fußballer ist, sollte das wohl kein nennenswertes Problem sein. Ich fand die Idee ganz nett, auch an diesem Lauf teilzunehmen und so fügte es sich gut, dass H. ohnehin noch eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ansehen wollte, denn dort werden zur Zeit Porträts von Romy Schneider gezeigt. Bedauerlicherweise musste der Kollege dann doch die Teilnahme an dem Lauf absagen, ich aber war ja schon angemeldet und ein Rahmenprogramm hatten wir ja auch geplant.

Den Lauf selbst gibt es schon in der 29. Auflage, angeboten werden Walkingstrecken über 5 und 10 km, Läufe über 5 km, 10 km und 20 km sowie ein Kinderlauf über 1.200 m. Auf diese Strecken teilen sich etwa 850 Starter auf, das Ganze ist also einigermaßen überschaubar. Als wir nach problemloser Anreise am Ort des Geschehens eintrafen, liefen gerade die 5 km Läufer ein und ich musste wieder mal feststellen, dass ich zweifellos für die falsche Strecke gemeldet hatte, denn erstens wäre ich bei einem Start über die 5 km jetzt schon fertig und zweitens hätte ich es wohl auch zum ersten Mal aufs Treppchen geschafft zumindest dann wenn man mal optimistischerweise annimmt, dass ich die 5 km knapp unter 20 Minuten laufen kann. Nun ja, ich wollte ja heute über die doppelte Strecke leiden und so schlecht kann ein 10 km Wettkampf gar nicht besetzt sein, dass ich da irgendwas gewinnen könnte, egal welche Zeit zum Schluss dabei rauskommt.

Die äußeren Bedingungen waren einfach traumhaft. Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel, die Nacht war klar und kühl und so waren es zur Sartzeit so um die 10 – 12 Grad. Dazu ein leichter Wind. Ein guter Tag also, meinen über den Winter etwas käsig gewordenen Armen und Beinen die Sonne zu zeigen, also fand der Lauf in kurz / kurz statt und für solche Fälle habe ich ja passender Weise das Hitzeset von Rono, das ich vor einiger Zeit bei Papa Greif erstanden habe. Die Gardrobe wird vervollständigt von meiner Racebrille, sowie den Soucony Tangent. Die Schuhe sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen und haben sicher schon mehr als 2.000 km auf der Sohle, dafür erinnern sie mich immer ein bisschen an ein Sofa und leicht sind sie außerdem. Dummerweise haben keinen roten Besatz (wie das Raceset) und so sieht das ganze etwas zusammengewürfelt aus, aber hier kennt mich ja keiner.

Wie üblich bei Läufen dieser Größenordnung laufe ich eine Minute vor dem Start von vorne in die Startaufstellung rein. Allerdings habe ich hier doch ein wenig das Gefühl, fehl am Platz zu sein und so starte ich aus der 4. oder 5. Reihe. Mir ist ohnehin nicht klar, was heute so möglich ist. Zum einen habe ich in diesem Jahr, wenn man mal vom Halbmarathon in Kiel absieht, überhaupt noch keine Tempoeinheiten gemacht, zum anderen war ich in letzter Zeit erkältet und den Husten habe ich immer noch. Jetzt erzählt der Starter auch noch, dass die Kilometermarkierungen für die 20 km Strecke gelten, d.h. der erste Kilometer ist ca. 300 m zu kurz und auf dem zweiten Abschnitt stimmt dann gar nichts mehr.  Na ist ja auch egal.

Also los! Am Anfang stolpere ich über ein paar Läufer, die sich in der Startaufstellung wohl etwas vertan haben aber dann geht es. Da ich ja leider nicht weiß, wann ich den 1. km passiert habe, hoffe ich einfach mal, dass es passt und ich wie immer zu schnell bin, also 3:50 min oder so. Vom Gefühl her müsste das eigentlich ganz gut passen, schließlich habe ich mir schon einmal die alles entscheidene Frage gestellt und von mir aus hätte das Ziel auch schon nach 500 m da sein können. Ist es aber nicht! Bei km 2 wird mir das ganze Ausmaß des Elends deutlich, ich stoppe eine 4:04 min, der 3. km geht dann sogar für 4:10 min weg. Oh Gott, wie bringe ich meinem Körper jetzt bei, dass das kein Halbmarathon ist, sondern nur ein 10 km Lauf? Als ich für den 4. km sogar 4:17 min brauche, ist mein Widerstand endgültig gebrochen. Eine Zeit irgendwo im Bereich meiner Bestzeit wird es ohnehin nicht mehr, also beschließe ich einen Tempodauerlauf aus der ganzen Angelegenheit zu machen. 10 km TDL im Rahmen einer Halbmarathonvorbereitung sind sicher eine wertvolle Trainingseinheit und über die HM Strecke habe ich in diesem Jahr noch etwas vor (der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die 4 sek.). So sieht es dann aus, wenn man nach 10 km beim Zieleinlauf noch auf seinen Laufstil achten kann.

Zieleinlauf 10 km

Zieleinlauf 10 km

Die Zeit entspricht mit 42:28 min im Kilometersplit ziemlich exakt meiner meiner Halbmarathonbestzeit. Schnellste Frau bin ich auch nicht geworden, dazu hätte ich in den Bereich meiner Bestzeit laufen müssen. So reihe ich mich mit dem Gesamtplatz 20 und dem AK Platz 6 da ein, wo ich immer lande, nämlich im Niemandsland oder wenn man es postiv ausdrücken will irgendwo unter den ersten 10 Prozent. Insgesamt eine sehr schöne, gut organisierte Veranstaltung, die mich (bzw. uns) im nächsten Jahr vielleicht wiedersehen wird.

Training ist nicht nötig

22. Februar 2009

Nach über einem halben Jahr Wettkampfpause wollte ich also heute mal wieder ein kleines Wettrennen mitmachen und hatte mir dazu den Kielmarathon ausgesucht. Vorsorglich hatte ich jedoch nur für den Halbmarathon gemeldet, denn dass ich ein Training hinbekommen würde, welches wenigstens bei sehr wohlwollender Betrachtung als marathontauglich durchgehen würde, daran glaubte ich nicht ernsthaft.

Durch meine Wettkampfabstinenz und auch durch meine Abmeldung beim RW-Forum bin ich nicht mehr so richtig mit der Szene vertraut. Dies wurde mir klar, als ich etwa 1 Stunde vor dem Start am Wettkampfort eintraf. Da waren sie wieder, die ganzen kaputten Typen. Leute, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit kurzer Hose und Singlet unterwegs waren, aber immerhin hatten sie Handschuhe an, man will sich ja nicht erkälten. Später auf der Strecke sah ich dann einen Marathonläufer, der mit so einer Art ausgewaschenem kurzen Schlafanzug auf Baumwolle unterwegs war. Aber auch das andere Extrem war anwesend. Läuferinnnen, die aussahen als wenn sie zum Nordpol aufbrechen wollten. Dann noch die Fraktion der Technikverliebten und Überlebensstrategen, ausgestattet mit MP3-Playern und Verpflegung für mehrere Tage.

Wenn ich ganz ehrlich war, hatte ich natürlich keinen blassen Schimmer, wie schnell ich würde laufen können. Seit mindestens 4 Monaten hatte ich kein nennenswertes Tempotraining mehr gemacht und es gab Zeiten, da war ich froh, 20 km in der Woche zu schaffen (gerne verteilt auf 4 oder 5 Einheiten). Da man ja aber irgendwie loslaufen muss, hatte ich mir überlegt zu schauen, wie lange so etwa 21 bis 22 Minuten für 5 km so gehen würden. Das würde auf eine Zeit in der Nähe von 1:35 h hinauslaufen. Das sollte eigentlich irgendwie gehen. Immerhin war ich letzten Sonntag schon mal genauso lange unterwegs, allerdings hatte ich da nur 16 km geschafft und es hatte mir auch gereicht.

Wie immer bei kleineren Volksläufen laufe ich auch diesmal eine Minute vor dem Start von vorne in die Startaufstellung hinein. Das sichert einen Platz in den ersten 5 Startreihen. Da es sich um eine Bruttozeitnahme handelt, habe ich dadurch außerdem keinen Zeitverzug und ich kann jedem möglichen Gerangel am Anfang aus dem Weg gehen. Hier treffe ich auch meine Vereinskollegen wieder, wir versichern uns noch einmal, dass es eine wirklich blöde Idee war, sich zu diesem (einem) Wettkampf anzumelden. Die beiden haben auch aufgerüstet und sind seit ein paar Wochen stolze Besitzer einer GPS-kann-alles-Läuferuhr, ich höre noch die „Drohung“ gegen die Wertung Beschwerde einzulegen, wenn die Strecke zu lang ist, dann knallt es und das Rennen beginnt.

Die Bedingungen sind optimal, fast kein Wind und das bisschen was weht, weht aus der Förde raus, wir haben also am Anfang Rückenwind. Es ist trocken und hin und wieder zeigt sich auch mal die Sonne. Das Feld hat sich recht schnell sortiert ich versuche ein Gefühl für das Tempo zu bekommen, bloß nicht zu schnell loslaufen. Der erste Kilometer ist nach knapp 4 Minuten erreicht, der ist aber wohl ein bisschen zu kurz weil die Markierungen für den Marathon sind. Die ersten 5 km sind nach 20:42 min erreicht, etwas zu schnell zwar aber wer weiß schon, ob die Markierungen exakt sind. Das Tempo ist machbar, ich achte darauf, möglichst exakt an der anaeroben Schwelle zu laufen, das ist zwar etwas zu schnell, aber so kann ich das Tempo am besten kontrollieren. Die zweiten 5 km sind in 21:35 min erreicht, damit ist auch die erste Runde vorbei. Die Tatsache, die ganze Runde jetzt noch einmal laufen zu müssen, ist zwar nicht besonders verlockend aber was soll’s. Jetzt fängt für mich das Niemandsland bei einem Halbmarathon an, der Abschnitt so zwischen km 12 und 17. Man ist schon ziemlich fertig, blöderweise ist es noch zu weit bis zum Ziel um sich mit Durchhalteparolen über Wasser zu halten. Dazu kommt jetzt ein ziemliches Umwohlsein (um es mal höflich auszudrücken), ähnlich wie bei meinem letzten 10 km Rennen bei der Landesmeisterschaft im letzten Jahr. Nun habe ich ja kein großes Problem damit, den freundlichen Helfern im Ziel vor die Füße zu k****n, aber dazu ist es jetzt einfach noch zu früh und wenn ich jetzt anhalten muss, ist die Zeit auf jeden Fall dahin. Also beschließe ich, ein wenig langsamer zu laufen und das Problem ansonsten zu ignorieren. Den dritten Abschnitt absolviere ich so in 22:41 min. Ich beschließe, die Uhr für den Rest des Rennens zu ignorieren, sonst bekomme ich noch Depressionen und konzentriere mich stattdessen auf meinen Laufstil. Das hilft und ich werde wieder etwas schneller.

Schließlich komme ich nach 1:31:25 h ins Ziel. Das ist in der Altersklasse der 8. Platz und der Gsamt 50. Platz. Schnellste Frau werde ich außerdem noch ;-) Ingesamt sind 534 Teilnehmer, davon 408 Männer ins Ziel gekommen. Für mich war es der zweitschnellste je gelaufene Halbmarathon, damit war nach dem „Training“ der letzten Zeit nicht unbedingt zu rechnen.

Ein bisschen Werbung

21. Januar 2009

Ich will an dieser Stelle mal ein bisschen Werbung machen und zwar für den in diesem Jahr erst- und vielleicht auch einmalig stattfindenden Ostsee-Marathon-Probstei. Der Termin für diesen Lauf ist der 28. Juni 2009. Bisher wurden ja  immer die 10 km und der Halbmarathon angeboten, die Strecken stehen auch in diesem Jahr wieder auf dem Programm. Die Probstei lieg östlich von Kiel, die Strecke ist flach. Einfach ist der Lauf wahrscheinlich trotzdem nicht, denn die geplanten 15 km auf dem Deich können ein echter Albtraum werden. Wenn es nämlich sehr windig ist, hat man ihn die ganze Zeit entweder von vorn oder von hinten. Außerdem gibt es auf dem Deich natürlich keinen Schatten, was an einem schönen Sommertag schon ein bisschen problematisch werden kann. Vielleicht regnet es ja aber auch die ganze Zeit. ;-)

Dafür führt die Strecke aber auch durch Kalifornien und Brasilien und man kann sich sicher sein, von den vielen Touristen für total verrückt gehalten zu werden. Da der Lauf fast vor meiner Haustür stattfindet, werde ich mich wohl in den nächsten Tagen anmelden und damit auch in diesem Jahr mindestens ein Marathönchen laufen.

P.S. Gerade in der Ausschreibung gelesen: „Laufen kann Ihre Gesundheit gefährden.“ Na dann …

Fit bin ich ja

22. Oktober 2008

aber habe ich auch Lust?

Am Sonntag findet ja der Lauf um den Großen Binnensee statt. Ein Hlbmarathon auf durchaus anspruchsvoller Strecke und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen ist es ein bisschen hügelig und vor allem die letzten 2 km geht es doch ziemlich bergauf, zum anderen gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Querfeldeinpassagen.

Das Wetter soll ja lausig werden, Wind (andernorts würde man von Sturm sprechen ;-) , Regen, kühl und sowieso. Ich könnte ja mal eine Umfrage machen, wenn die Mehrheit meint ich soll laufen, dann laufe ich eben, sonst schaue ich am Sonntagmorgen aus dem Fenster und wenn es gerade nicht regnet, starte ich halt. Wobei, jetzt fällt mir gerade ein, ich könnte ja auch die 6 km zum Start hin und zurück laufen, dann wären das schon 33 km, das geht mit etwas guten Willen als langer Lauf durch.

Marathon unter 4 h geht immer

31. August 2008

könnte ich jetzt großspurig schreiben und strenggenommen stimmt das wohl auch. Ob einen Hexenschuß 2 h vor dem Start (Oberelbe Marathon 2006 in 3:58 h), mit Sturmtief Emma (Husum 2008 in 3:37 h) oder einen Hexenschuß drei Tage vor dem Marathon (heute in 3:50 h). Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch schon vorher gewusst. Was bleibt also als neue Erkenntnis (na ja, ganz so neu ist diese Erkenntnis nun auch wieder nicht)? Wenn man mal von glücklichen Umständen (optimales Wetter und Renneinteilung) absieht, ist das Training was ich derzeit mache, wohl nicht dazu geeignet, eine neue Bestzeit (also schneller als 3:22 h) im Marathon zu laufen.

Nun aber der Reihe nach. Die äußeren Umstände waren so schlecht nicht. Ich war seit etwa 8 Wochen dazu gekommen, 60 und mehr Kilometer pro Woche zu laufen. Die letzte Woche war ich zu Hause, also fielen auch die Reisestrapazen weg, die ich schon merke, wenn ich mal einen Wettkampf laufen will. Natürlich gab es auch wieder Dinge, die nicht so gut passten. Seit Anfang der Woche schlage ich mich wieder mit Rückenschmerzen herum, allerdings hatte ich Freitag noch mal eine 10 km Runde gedreht und das Gefühl, dass sie mich kaum behinderten. Es versprach sonnig zu werden, zusammen mit dem ausnahmsweise geringen Wind kann das schon anstrengend sein, aber so schlimm war es dann nicht, nicht zuletzt deshalb, weil ein recht großer Anteil der Strecke durch den Wald geht. Die Strecke selbst ist zwar landschaftlich traumhaft aber durchaus anspruchsvoll, die kurzen, knackigen Anstiege (von denen es jede Menge gibt) können einem den letzten Nerv rauben.

Wie so oft zehre ich auch diesmal von einer recht guten Halbmarathonzwischenzeit, die das Gesamtergebnis objektiv betrachtet noch einigermaßen erträglich macht. Aber der Spass an der Sache geht dann eben zwischen Kilometer 25 und 30 (spätestens) verloren. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich bis heute in diesem Jahr genau zweimal weiter als 25 km gelaufen bin und das waren (oh Wunder) genau die beiden Marathons, an denen ich teilgenommen habe.

Nun sollte dieser Marathon vor allem eine Standortbestimmung sein und das war er auf jeden Fall. Ich denke also, ich werde mich in nächster Zeit auf die Halbmarathonstrecke konzentrieren. Da habe ich ohnehin noch eine Rechnung offen, steht meine Bestzeit auf dieser Distanz doch bei 1:30:04 h. Das Training, was ich derzeit mache (machen kann) ist ohnehin eher ein Halbmarathontraining. Sollte ich irgendwann einmal die Zeit für ein paar längere Läufe aufbringen können, werde ich einen schönen, schnellen Marathon laufen und wenn nicht, dann eben nicht.

Altersklassensieg

17. August 2008

… heute beim Diekseelauf.

Heute also war der Diekseelauf. Die Strecke sollte eigentlich 11,2 km lang sein aber schn beim Einlaufen war klar, dass sie mindestens 300 m länger sein würde. Im Grunde ist das ja egal, weil es erstens sowieso eine krumme Streckenlänge ist und zweitens alle die gleiche Strecke laufen werden. Das Wetter ist für einen schönen, gemütlichen Trainingslauf optimal. Es sind etwa 19 Grad, die Sonne scheint, im Wald ist es noch angenehm schattig und es weht nur ein ganz bisschen Wind. Für einen Wettkampf hätte ich mir allerdings ein bisschen Regen gewünscht, aber ich nehme es wie es ist und finde das Wetter gar nicht mal so schlecht.

Vor dem Lauf treffe ich zwei meiner Vereinskameraden. Gemeinsam jammern wirr ein bisschen, wobei die beiden auf deutlich höherem Niveau jammern, hält der eine doch immerhin den aktuellen Streckenrekord. Ich selbst bin in der vergangenen Woche zwar ausreichend gelaufen aber sonst bin ich doch ziemlich erschöpft, weil ich in den letzten Tagen wiedermal sehr viel Auto gefahren bin. Alles in allem stehen die Zeichen aber ganz günstig für eine einigermaßen passable Zeit, wobei das für mich irgendwas um die 45 Minuten (allerdings für die 11,2 km) bedeuten würde.

Die Strecke selbst erweist sich als etwas hügelig, vor allem auf der ersten Hälfte gibt es doch ein paar kleinere Anstiege zu bewältigen. Nichst wirklich aufregendes aber man kommt doch immer wieder etwas aus dem Rhythmus. Dazu kommen gerade am Anfang ein paar recht scharfe Kurven. Obwohl es insgesamt nur knapp 200 Teilnehmer sind, gehe ich einem möglichen Gerangel dadurch aus dem Weg, indem ich mich in die zweite oder dritte Startreihe stelle.

Dann geht es los und wie üblich könnte der Lauf nach 3 km gerne zuende sein. Die Zeiten pendeln so um die 4:05 min, das ist angesichts der äußeren Umstände in Ordnung und es ist auch anstrengend genug. Viel mehr gibt es von dem reinen Lauf gar nicht zu berichten, was wohl einfach daran liegt, dass ich nicht mehr mitbekommen habe. Nach 48:07 Minuten bin ich im Ziel. Dort kommt es aus irgendeinem Grunde zu einer Verwechslung, in der ersten Ergebnisliste stehe ich mit einer 49:30 min. und als 7. der Altersklasse. Zwar haben die Offiziellen das noch vor mir mitbekommen aber ich bin so frustriert, dass ich auf der Stelle nach Hause fahre. Erst später viel mir auf, dass in der Liste auch noch die falsche Altersklasse stand.

Nun schaue ich heute Abend die Ergebnisliste auf der Seite des Veranstalters an und was muss ich feststellen: Sieg in der AK 45 in 48:04 min. Da ist es natürlich ärgerlich, das ich nicht mehr bis zur Siegerehrung gewartet habe. Unter diesen Umständen hätte mein Besuch sicher auch gerne gewartet.

Insgesamt also ein gelungener Lauf, die Panne bei der Zeitmessung sehe ich nicht so dramatisch. Ein schöner Wettkampf in herrlicher Umgebung bei wunderbarem Sommerwetter.

P.S. Michi, danke fürs Daumendrücken, es hat offensichtlich geholfen!

Wettkampfanmeldung

6. August 2008

Nun habe ich mich schnell noch für den Diekseelauf angemeldet. Der Vorteil ist, dass ich somit am 17. August keinen langen Lauf machen muss, der Nachteil ist, dass es wohl fast genauso anstrengend wird. 11,2 km um den Dieksee herum. Na ja, hin und wieder ein kleines Wettkämpfchen kann ja nicht schaden. Hoffen wir mal auf Bestzeitenwetter, also leichten Regen und 15 Grad.

Neue Ziele

9. Juli 2008

Nachdem ich wochen- um nicht zu sagen monatelang mehr oder weniger lustlos mit niedrigen Wochenkilometern durch die Gegend geeiert bin, will ich nun doch noch mal wissen.

Seit Montag läuft also die Vorbereitung auf den Magdeburg-Marathon am 19.10.2008. Wie es sich gehört, habe ich mir drei Ziele gestellt. Bei optimalem Verlauf soll es eine Zeit unter 3:15 h werden, das zweite Ziel soll eine Zeit in der Nähe meiner Bestzeit sein, also um die 3:22 h, mindestens aber (als drittes Ziel) unter 3:30 h. Einen ersten Test werde ich wohl in Plön machen, der Marathon Rund um den Großen Plöner See findet am 31.08.2008 statt.

Mal sehen, wie die Vorbereitung so läuft.