Im Gegenlicht

11. April 2009 von nordlaeufer

Morgens 9:30 Uhr an der Ostsee …

Im Gegenlicht

Im Gegenlicht

Nachmittags gab es dann ein kleines Läufchen, 24 km – heute nix und morgen dann ein 10 km Wettkampf. Mal schauen, ob es mehr als ein Tempodauerlauf wird.

MP3 Player im Wettkampf erlaubt?

27. März 2009 von nordlaeufer

Natürlich nicht und das aus zwei Gründen. Zum einen werden die meisten Wettkämpfe ja nach DLV-Verordnung ausgerichtet und da sind derartige Hilfsmittel verboten. Zum anderen ist es aber auch unsportlich gegenüber den anderen Teilnehmern. Aber eigentlich geht es mir gar nicht darum.

Eine Begründung so einen Player doch mitzunehmen ist, dass es gerade auf der Marathonstrecke irgendwann langweilig wird. Wenige oder gar keine Zuschauer und endlose Geraden sorgen nicht gerade für Abwechslung. Da finde ich folgende Vorstellung schon recht witzig.

Olympische Spiele im Marathon. An der Vorstartlinie finden sich der alte Weltrekordler Paul T. und der amtierende Haile G. ein. Paul mit einem MP3-Player bewaffnet (Trinkgurt stelle ich mir auch lustig vor) und Haile hat seinen Huskie dabei. Auf die entsetzte Nachfrage des Veranstalters antworten beide: Ach wissen Sie, so ein Marathon zieht sich zwischen Kilometer 25 und 38 immer so, da bin ich über jede Abwechslung dankbar! Außerdem sagt Haile, wäre er mit Hund immer schneller und Paul meint, dass würde ihm mit Musik genauso gehen.

Noch lustiger finde ich übrigens die Vorstellung, wenn es sich um einen 10 km Bahnwettkampf handelt. Sind ja immerhin 25 Runden …

Von allem ein bisschen

20. März 2009 von nordlaeufer

Wenn ich das Auto zur Durchsicht bringe und zu Hause arbeiten kann bedeutet das, zweimal zu laufen. Die Leute in der Werkstatt erstarren fast in Ehrfurcht, wenn ich im Läuferdress den Autoschlüssel abgebe, dabei sind es bis zu mir nach Hause doch mal gerade 7 km, wenn ich den kürzesten Weg nehme. Damit sich die Aktion aber lohnt, nehme ich den längeren Weg, das sind dann 13 km. Es ist wieder kalt geworden, wenigstens scheint die Sonne und der Wind hat im Vergleich zu den letzten Tagen nachgelassen. Die Strecke, die ich laufe ist Teil der größeren, 20 km Runde, die ich am Dienstag schon mal als Tempodauerlauf gelaufen bin. Ich merke schon nach einigen Metern, dass heute nicht der Tag für Rekorde ist und freue mich, dass ich ohnehin erst morgen wieder ein bisschen Tempo machen will.

Zum Mittag mache ich mir dann einen großen Topf Spagetti. Natürlich weiß ich, dass das ein Fehler ist. So wie ich mich jetzt fühle, würde ein Mittagsschlaf gut tun. Trotzdem wird das Auto irgendwann fertig und ich trete wieder vor die Tür. Inzwischen ist es etwas wärmer geworden aber das ist auch die einzige Verbesserung gegenüber heute morgen. Schon nach wenigen Schritten wird mir klar, dass ich mindestens einen Teller Nudeln zu viel hatte. Zusammen mit dem reichlich genossenen Apfelsaft und der Tomatensoße entwickelt sich im Magen ein explosives Gemisch. Um es nicht zur Explosion zu bringen, ist volle Konzentration angesagt und so schleiche ich in Richtung Autohaus. Nach 700 m freue ich mich, dass immerhin schon 10% geschafft sind.

Auf einmal mache ich ein paar hundert Meter voraus einen Schäferhund aus, wenige Augenblicke später bemerke ich, dass er ohne Leine unterwegs ist und noch ein Meter später, dass er zu unseren Nachbarn gehört. Der Hund ist an sich gut erzogen, aber noch recht jung, er weiß möglicherweise noch nicht, dass er sich beim Biss in eine austrainierte Läuferwade die Zähne abbrechen würde. Trotzdem gelingt es, Hund und Nachbarin ohne Probleme zu passieren, zu mehr als einem „Hallo“ reicht die Kraft aber an dieser Stelle schon nicht mehr und noch liegen 5,5 km vor mir. Ich versuche gerade, das Rätsel zu lösen, wie ich die restliche Strecke hinter mich bringen soll, da erblicke ich auch schon den zweiten Schäferhund. Haben die Wandertag heute? Auch wieder nicht angeleint. Der Hund trottelt links und rechts des Radwegs im Gras herum, seine Begleitung versucht ihn zu rufen. Offenbar hat der Hund was an den Ohren, er zeigt sich jedenfalls völlig unbeeindruckt.

Ich nutze die Chance, eine Gehpause einzulegen, die Frau ruft mir zu: „Der tut nix“. Das finde ich beruhigend, nicht dass ich es glauben würde, aber vor ein paar Tagen war mal ein Bernadiner auf mich zugestürmt und da hatte die Frau, die zu diesem Hund gehörte, das nicht gesagt … Der Schäferhund heute hielt jedenfalls mehr oder weniger unabsichtlich auf mich zu. Die Frau rief: „Rechts vorbei!“ Ich wusste nicht, meint sie mich oder den Hund, wenn wir uns beide angesprochen fühlten, prallten wir schlussendlich doch zusammen. Irgendwie schafften wir es dann aber doch, aneinander vorbeizulaufen.

Ausgerechnet heute, wo ich nur über die Piste schlich und man auch bei wohlwollender Betrachtung nicht von Laufen, sondern höchstens von Joggen ;-) sprechen konnte, begegnete ich einer ganzen Reihe von Bekannten, sogar welche aus meinem Verein. Was werden die jetzt denken? Bin ich jetzt Gesprächsthema beim nächsten Lauftreff? Schließlich war es geschafft, ich war im Autohaus angekommen und war froh, dass ich nach Hause fahren konnte.

Training

8. März 2009 von nordlaeufer

Ja, ich bin geneigt, dass was ich in den letzten 5 Wochen 4 bis 5 mal in der Woche veranstalte, als Training zu bezeichnen. Zwar fehlen noch die ganz schnellen Sachen und damit auch etwas die Struktur aber immerhin habe ich diesem Zeitraum immer die 50 km Marke pro Woche überschritten. Gestern bin ich mit 23 km so weit gelaufen, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Wofür nun das Ganze, abgesehen davon dass es Spass macht?

Meine Jahresplanung sieht nun doch wieder zwei Marathonstarts vor. Zum einen will ich am 06. Juni den Postdamer Schlössermarathon laufen. Das hatte schon seit längerem vor, aber es hat bisher noch nicht geklappt. Beim zweiten Marathon bleibe ich traditionell und werde wohl in Magdeburg laufen. Dieser Lauf ist dieses Jahr am 18. Oktober. Mit diesen beiden Terminen ist auch die Entscheidung gegen eine Teilnahme beim Probstei-Marathon gefallen. Die 15 km auf dem Deich schrecken mich doch zu sehr ab, zumal ich vom Halbmarathon weiß, wie lang 7 km in der prallen Sonne mit einem leichten Wind von hinten bedeuten können. Sicherlich werde ich den Salz- und Deichwiesenlauf trotzdem mitmachen, nur dann eben entweder die 10 km oder den Halbmarathon.

In den nächsten Wochen werde ich das Training noch etwas intensivieren und vor allem auch mal solche gemeinen Sachen wie 5, 10 oder 15 km Tempodauerlauf in einen langen Lauf packen. Das hat nämlich den Vorteil, dass ich mit diesen Läufen dann schneller fertig bin. Muss ja nicht immer so ein Rumgeschlurfe sein wie gestern, wo ich mir für die 23 km ziemlich genau 2 h Zeit gelassen habe ;-) Dann brauche ich auch wieder einen Flaschenzug, um morgens aus dem Bett zu kommen und dann weiß ich, die Intensität stimmt :-)

Vegetarische Ernährung für alle?

1. März 2009 von nordlaeufer

Frau Holle verweist in ihrem Blog auf ein Interview mit Alexander Dargantz mit der Zeitschrift Schrot & Korn. Auf zwei Aussagen in diesem Interview will ich im folgenden näher eingehen. Zum einen ist er der Meinung, dass er mit seiner veganen Lebensweise der Evolution vorgreift. Mal abgesehen davon, dass ich nicht vorstellen kann wo im Darwinschen Sinne der Vorteil einer vegetarischen oder sogar veganen Ernährung gegenüber den Fleischessern bestehen soll und ich meine auch schon Aussagen von Wissenschaftlern gehört zu haben, dass uns der Verzehr (auch) von Fleisch entwicklungsgeschichtlich erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind, steckt in einer solchen Aussage ein sehr starkes Sendungsbewusstsein. Er fühlt sich offenbar einer Elite zugehörig, denn immerhin weiß er ja in welche Richtung sich die Evolution des Menschen entwickeln wird. Hoffentlich weiß die Evolution das auch.

Wenn man die Evolution mal aus dem Spiel lässt, bleibt die Feststellung von A. Dargatz, dass eine massenhafte vegane Ernährung über kurz oder lang zwangsläufig ist, weil die Massentierhaltung in ihrer heutigen Form durch ihre Umweltverschmutzung zur ökologischen Katastrophe führt. Nun ist es zweifellos richtig, dass Massentierhaltung auch ökologisch sehr problematisch ist. Wie aber verhält sich das bei der Erzeugung der Grundlagen der veganen Ernährung? Vermutlich weit über die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt sich hauptsächlich von Reis. Der Reisanbau ist neben der Rinderzucht eine wesentliche Quelle für die durch den Menschen verursachten Methanemissionen. Methan ist neben Kohlendioxid ein wesentliches Treibhausgas und trägt somit in erheblichen Maße zur durch den Menschen verursachten Erderwärmung bei. Aus diesem Blickwinkel müsste man also besser heute als morgen auf die Rinder- und Reisproduktion verzichten. Während ich mir das für die Rinderzucht durchaus vorstellen kann, fehlt mir die Fantasie mir vorzustellen, was die Menschen für die Reis das Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, statt dessen essen sollen. Dass sich das Problem noch einmal deutlich verschärft, wenn weltweit überhaupt kein Fleisch mehr gegessen wird, ist sicher auch klar.

Ich wage die (vielleicht etwas provokante) These, dass Vegetarismus und erst recht eine vegane Lebensweise in erster Line eine Modeerscheinung wohlstandsverwöhnter (West-) Europäer ist. Warum? Um sich bewusst für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden zu können, muss man erstmal die Wahl haben. Die haben Milliarden Menschen jedoch nicht. Sie sind wenn überhaupt, gezwungener Maßen Vegetarier oder Veganer, weil sie einfach keine Möglichkeit haben Fleisch zu essen. Wahrscheinlich würden sie die Diskussion mit Unverständnis verfolgen, eben weil sie völlig außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt.

Natürlich ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung wichtig. Wenn der Einzelne dabei zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung kommt, ist das gut. Das macht sie jedoch weder zu besseren Menschen, noch greifen sie damit der Evolution vor, wie A. Dargatz meint. Genauso gibt es nähmlich andere Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren. Ich versuche z.B. weitestgehend biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen. Das entspricht dann durchaus auch meinen Vorstellungen von Ethik in diesem Bereich. Denn natürlich gibt es auch eine artgerechte Haltung. Für die heutigen Haustierrassen, die die Grundlage der menschlichen Ernährung bilden, gibt es kein Leben in der freien Natur. Ob man jedoch z.B. einen Löwen im Zirkus oder Tierpark artgerecht halten kann, glaube ich nicht. Deshalb gehe ich übrigens auch in keinen Zirkus, der Tierdressuren zeigt.

Ach ja, weil das unter anderem in der Diskussion zu dem Interview eine Rolle spielt. Ich glaube durchaus, dass man mit veganer Ernährung Spitzenleistungen im Sport erreichen kann, warum auch nicht? Aber darum ging es mir in meinem Beitrag ja auch nicht.

Überrascht

1. März 2009 von nordlaeufer

war unsere Katze, als ich plötzlich die Kamera vor die Nase hielt. Herausgekommen ist dieses Bild.

Katzenportait

So allmählich fange ich an, die EOS zu verstehen.

Training ist nicht nötig

22. Februar 2009 von nordlaeufer

Nach über einem halben Jahr Wettkampfpause wollte ich also heute mal wieder ein kleines Wettrennen mitmachen und hatte mir dazu den Kielmarathon ausgesucht. Vorsorglich hatte ich jedoch nur für den Halbmarathon gemeldet, denn dass ich ein Training hinbekommen würde, welches wenigstens bei sehr wohlwollender Betrachtung als marathontauglich durchgehen würde, daran glaubte ich nicht ernsthaft.

Durch meine Wettkampfabstinenz und auch durch meine Abmeldung beim RW-Forum bin ich nicht mehr so richtig mit der Szene vertraut. Dies wurde mir klar, als ich etwa 1 Stunde vor dem Start am Wettkampfort eintraf. Da waren sie wieder, die ganzen kaputten Typen. Leute, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit kurzer Hose und Singlet unterwegs waren, aber immerhin hatten sie Handschuhe an, man will sich ja nicht erkälten. Später auf der Strecke sah ich dann einen Marathonläufer, der mit so einer Art ausgewaschenem kurzen Schlafanzug auf Baumwolle unterwegs war. Aber auch das andere Extrem war anwesend. Läuferinnnen, die aussahen als wenn sie zum Nordpol aufbrechen wollten. Dann noch die Fraktion der Technikverliebten und Überlebensstrategen, ausgestattet mit MP3-Playern und Verpflegung für mehrere Tage.

Wenn ich ganz ehrlich war, hatte ich natürlich keinen blassen Schimmer, wie schnell ich würde laufen können. Seit mindestens 4 Monaten hatte ich kein nennenswertes Tempotraining mehr gemacht und es gab Zeiten, da war ich froh, 20 km in der Woche zu schaffen (gerne verteilt auf 4 oder 5 Einheiten). Da man ja aber irgendwie loslaufen muss, hatte ich mir überlegt zu schauen, wie lange so etwa 21 bis 22 Minuten für 5 km so gehen würden. Das würde auf eine Zeit in der Nähe von 1:35 h hinauslaufen. Das sollte eigentlich irgendwie gehen. Immerhin war ich letzten Sonntag schon mal genauso lange unterwegs, allerdings hatte ich da nur 16 km geschafft und es hatte mir auch gereicht.

Wie immer bei kleineren Volksläufen laufe ich auch diesmal eine Minute vor dem Start von vorne in die Startaufstellung hinein. Das sichert einen Platz in den ersten 5 Startreihen. Da es sich um eine Bruttozeitnahme handelt, habe ich dadurch außerdem keinen Zeitverzug und ich kann jedem möglichen Gerangel am Anfang aus dem Weg gehen. Hier treffe ich auch meine Vereinskollegen wieder, wir versichern uns noch einmal, dass es eine wirklich blöde Idee war, sich zu diesem (einem) Wettkampf anzumelden. Die beiden haben auch aufgerüstet und sind seit ein paar Wochen stolze Besitzer einer GPS-kann-alles-Läuferuhr, ich höre noch die „Drohung“ gegen die Wertung Beschwerde einzulegen, wenn die Strecke zu lang ist, dann knallt es und das Rennen beginnt.

Die Bedingungen sind optimal, fast kein Wind und das bisschen was weht, weht aus der Förde raus, wir haben also am Anfang Rückenwind. Es ist trocken und hin und wieder zeigt sich auch mal die Sonne. Das Feld hat sich recht schnell sortiert ich versuche ein Gefühl für das Tempo zu bekommen, bloß nicht zu schnell loslaufen. Der erste Kilometer ist nach knapp 4 Minuten erreicht, der ist aber wohl ein bisschen zu kurz weil die Markierungen für den Marathon sind. Die ersten 5 km sind nach 20:42 min erreicht, etwas zu schnell zwar aber wer weiß schon, ob die Markierungen exakt sind. Das Tempo ist machbar, ich achte darauf, möglichst exakt an der anaeroben Schwelle zu laufen, das ist zwar etwas zu schnell, aber so kann ich das Tempo am besten kontrollieren. Die zweiten 5 km sind in 21:35 min erreicht, damit ist auch die erste Runde vorbei. Die Tatsache, die ganze Runde jetzt noch einmal laufen zu müssen, ist zwar nicht besonders verlockend aber was soll’s. Jetzt fängt für mich das Niemandsland bei einem Halbmarathon an, der Abschnitt so zwischen km 12 und 17. Man ist schon ziemlich fertig, blöderweise ist es noch zu weit bis zum Ziel um sich mit Durchhalteparolen über Wasser zu halten. Dazu kommt jetzt ein ziemliches Umwohlsein (um es mal höflich auszudrücken), ähnlich wie bei meinem letzten 10 km Rennen bei der Landesmeisterschaft im letzten Jahr. Nun habe ich ja kein großes Problem damit, den freundlichen Helfern im Ziel vor die Füße zu k****n, aber dazu ist es jetzt einfach noch zu früh und wenn ich jetzt anhalten muss, ist die Zeit auf jeden Fall dahin. Also beschließe ich, ein wenig langsamer zu laufen und das Problem ansonsten zu ignorieren. Den dritten Abschnitt absolviere ich so in 22:41 min. Ich beschließe, die Uhr für den Rest des Rennens zu ignorieren, sonst bekomme ich noch Depressionen und konzentriere mich stattdessen auf meinen Laufstil. Das hilft und ich werde wieder etwas schneller.

Schließlich komme ich nach 1:31:25 h ins Ziel. Das ist in der Altersklasse der 8. Platz und der Gsamt 50. Platz. Schnellste Frau werde ich außerdem noch ;-) Ingesamt sind 534 Teilnehmer, davon 408 Männer ins Ziel gekommen. Für mich war es der zweitschnellste je gelaufene Halbmarathon, damit war nach dem „Training“ der letzten Zeit nicht unbedingt zu rechnen.

Verrückte Laufzeiten

19. Februar 2009 von nordlaeufer

Dienstag morgen um 4:30 Uhr in einem Hotelzimmer nördlich von Hannover. Der Handywecker klingelt aber ich bin schon eine Weile wach und frage mich ernsthaft, warum ich nicht schon früher aufgestanden bin. Dann würde ich nämlich nicht nur 10 km laufen können, sondern vielleicht 15. Als ich 15 Minuten später in der Hotellobby auftauche, muss ich erstmal die Nachtschwester (korrekterweise handelt es sich um einen Bruder) suchen, denn die Eingangstür ist noch abgeschlossen und eine Nachtklingel hat so ein Hotel ja auch nur außen. Schließlich ist auch diese Hürde genommen und als ich ins Freie trete, trifft mich fast der Schlag. Schneeregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Diese Mischung mag ich schon nicht zu normalen Zeiten aber mitten in der Nacht wären mir 15 Grad und ein bisschen Sonne doch deutlich lieber gewesen.

Die Idee, sofort auf dem Absatz kehrt zu machen verwerfe ich und so trabe ich los. In einer fremden Gegend finde ich immer eine Frage am interessantesten nähmlich woher kommt der Wind? Zunächst habe ich das Gefühl, es gibt den Wind gar nicht vielleicht trügen mich ja auch meine Sinne. Also ganz in Ruhe und schön langsam loslaufen, schließlich habe ich irgendwann so ab 8:00 Uhr, also zur gefühlten Mittagszeit noch einen Arbeitstag vor mir. 10 km sind bei lockerem Tempo irgendwas zwischen 55 und 60 Minuten und so beschließe ich, erstmal eine halbe Stunde in die eine Richtung zu laufen und dann wieder zurück. Nicht sehr einfallsreich aber eben die sicherste Methode, wenn man keine neuen Wege erkunden will. Die Strecke selbst ist recht unspektakulär, irgendwann geht es aus dem Ort raus aber der Radweg ist gut zu belaufen und ehe ich mich versehe, bin ich auch schon im nächsten Ort. Der Wind kommt jetzt doch von vorne und so langsam werde ich wach.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich jetzt 26 Minuten unterwegs bin, na gut hänge ich noch ein paar Minuten dran, war bis jetzt ja auch vielleicht nur ein 6er Schnitt. Außerdem scheint das Kaff, von dem ich auch einen Tag später nicht herausbekommen habe, ob es überhaupt einen Namen hat, da vorne schon zu Ende zu sein. War es dann zwar nicht, aber 30 Minuten reichen nun aber wirklich. Zurück geht es jetzt mit dem Wind, da ist das mit dem Schneeregen nicht mehr ganz so eklig. Halb mit Absicht lege ich jetzt ein paar Kohlen auf und mache aus dem 6er Schnitt einen Schnitt von 4:50 min/km. Als ich wieder am Hotel ankomme, ist zwar immer noch alles ruhig aber wenigstens ist die Tür noch auf, so dass ich mich unbemerkt auf mein Zimmer schleichen konnte.

Am nächsten Morgen habe das ganze dann noch einmal wiederholt und mit dem heutigen Lauf die „Vorbereitung“ auf den Halbmathon am Sonnabend abgeschlossen. 20 km bin ich zwar nicht mehr gelaufen aber am Sonntag war ich immerhin 1:35 h unterwegs und länger will ich nun wirklich nicht laufen müssen. Topp vorbereitet also ;-)

Viel zu wenig

4. Februar 2009 von nordlaeufer

laufe ich in letzter Zeit. Woran es liegt? Nun, es ist eine Mischung aus allem. In den letzten Tagen fand ich das Wetter einfach abschreckend. Starker Wind, in Böen gerne auch stürmisch, noch dazu aus Osten und dann um den Gefrierpunkt, nein da habe im Moment einfach keine Lust drauf. Dann lieber hin und wieder eine Einheit auf dem Hometrainer. Der wesentliche Grund ist aber, dass ich den Kopf nicht frei habe im Moment, denn arbeitstechnisch ist es im Augenblick eher ein klein, klein. Der Januar war zwar ganz gut und sicher wird es auch über den Februar nichts zu meckern geben, aber es sind alles kleine Sachen, hier mal ein paar Tage, da mal ein bisschen schauen, Montag wäre ich fast für 4 h nach Stuttgart geflogen, um dann in einem Meeting 3 mal „Ja“, „Natürlich“ oder „Ganz sicher“ zu sagen. Da weiß ich am Ende nicht, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll, dass der Termin nicht zustande kam.

Ende des Monats will ich ja in Kiel den Halbmarathon laufen. So im tiefsten Unterbewusstsein denke ich ja es wäre keine schlechte Idee voher mal auszuprobieren, wie sich 21 km zu Fuß eigentlich anfühlen, aber dann sage ich mir wiederum, seit wann muss ich für die Kurzstrecke trainieren? Das wäre ja noch schöner, bin ich etwa ein Jogger? Vielleicht laufe ich in den nächsten Tagen mal 5 km im angestrebten Renntempo, wenn ich die überlebe, sollte der Rest dann auch irgendwie gehen. Die 13 km heute haben mir jedenfalls das (trügerische) Gefühl vermittelt, ganz gut drauf zu sein. Das sind ja die besten Voraussetzungen, im Wettkampf viel zu schnell loszulaufen und dann gepflegt einzugehen.

Im Kuchenblock bei der Schnittchenfraktion

28. Januar 2009 von nordlaeufer

Wenig schmeichelhaft, wie der geneigte Fan des Hamburger Sportvereins die Besucher eines Fußballspiels bezeichnet, die Karten für die Business Seats haben. Ich glaube auch nicht, dass da Neid im Spiel ist, für einen echten Fan ist es sicherlich das Größte, sich 2 Stunden in der Kälte für seinen Verein auf einer zugigen Tribüne die Beine in den Bauch zu stehen. Aber für einen Gelegenheitszuschauer wie ich einer bin, ist ein gepolsterter Sitz wahlweise mit einer wärmenden Decke und einer gastronomischen Rundumversorgung vor, während und nach dem Spiel ganz nett.

Franky, der in diesem Blog schon durch den einen oder anderen launischen Kommentar aufgefallen ist, hatte für das gestrige Pokalspiel des HSV gegen die Münchner Löwen ein paar Karten besorgt und neben mir noch zwei weitere Geschäftspartner eingeladen. Da ich den Tag über in Hannover zu tun hatte, übernahm ich den Taxidienst und sammelte alle Beteiligten auf dem Rückweg nach Hamburg ein. Ziel war es, etwa gegen 17:00 Uhr im Stadion zu sein, damit genug Zeit bleibt, sich vor dem Spiel durch das Buffet zu arbeiten. Allerdings erwies sich die Durchführung dieses Plans als ziemlich schwierig, weil aus mir unbekannten Gründen verschiedene Zufahrtsstraßen zum Stadion gesperrt waren und das Wedeln mit den „VIP“-Tickets bei der Polizei (immerhin mein Freund und Helfer) keinen besonderen Eindruck hinterließ. Irgendwann hatten wir es aber dann doch geschafft und zum Ausgleich durften wir praktisch auf dem Rasen parken, so dass wir noch etwa eine Stunde Zeit hatten um dafür zu sorgen, dass wir nicht verhungerten.

Das Stadion war zwar nicht ausverkauft aber doch gut gefüllt. Die Fans sorgten für gute Stimmung, auch ein paar hundert Münchner hatten die lange Reise auf sich genommen, ihrer Mannschaft in Hamburg beim Verlieren zuzuschauen ;-) Als Mitte der ersten Halbzeit immer noch kein Tor gefallen war dämmerte es mir, dass dies hier ein Pokalspiel war, es also im schlimmsten Fall mit Verlängerung und Elfmeterschießen zwar nicht unbedingt bis zum Morgengrauen aber doch bis Mitternacht gehen konnte. Da ich schon seit um 6:00 Uhr unterwegs war, wünschte ich ab dem Moment nichts sehnlicher als dass nun bald ein Tor fallen möge. Nun ja, das Ergebnis ist ja bekannt, das Spiel endete 3:1.

Die Zeit während des Spiels nutzte die Catering Crew, um das Buffet wieder aufzufüllen, so dass nach dem Spiel das Schlemmen weiter gehen konnte. Nach der Pressekonferenz wurde dann noch das Spiel der „großen“ Münchener übertragen und schließlich ging der Abend zu Ende. Schön war es und deshalb noch einmal einen herzlichen Dank an Franky für die Einladung.