Karneval

Nein, keine Angst – ich und Karneval, das geht gar nicht. In dieser Frage bin ich bekennender Norddeutscher, auch wenn es inzwischen einige „Karnevalshochburgen“ hier im Norden gibt. Aber wenn man seine Kunden unter anderem in Köln hat tut man gut daran, sich wenigstens die wichtigsten Dinge zu vergegenwärtigen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. So sollte man unbedingt wissen, wann Weiberfastnacht ist. Hat man nämlich erst mal seine beste und neuste Krawatte um, ist es leider auch schon zu spät. Zum Spielverderber würde man auch werden, wenn man ausgerechnet an diesem Tag keine Krawatte umbindet.

Vor ein paar Jahren hatte es mich an diesem Tag zu morgentlich nachtschlafender Zeit auf den Kieler Hauptbahnhof verschlagen. Dort liefen zwei Mädels mit einer großen Schere bewaffnet herum und wollten wildfremden Berufspendlern die Schlipse abschneiden. Da versteht der Norddeutsche aber keinen Spass. Um ein Haar hätte man die beiden Ladies verhaftet. Irgendwann fiel aber jemandem ein, das Weiberfastnacht ist und so ließ man die beiden laufen, nicht ohne sie ermahnen, dergleichen Unfug zu lassen.

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5 Kommentare zu “Karneval

  1. Na Ralf, und was hast DU nun getan, an diesem Tag? Alte Krawatte? Oder lieber in Laufsachen durch den Wald? Das erschließt sich dem werten Leser nicht ganz 😉

  2. Mit Laufsachen und alter Krawatte durch den Wald ;-)) Bei uns in der Firma trägt selten jemand einen Schlips, insofern würde es sich auch nicht lohnen, sich mit einer Schere zu bewaffnen. Ich würde es aber auch nicht tun, selbst wenn ich jemanden mit Schlips erwischen würde. Gestern war ich zwar auch mal unterwegs, aber ansonsten bin ich trotz in einer der Hochburgen lebend, nicht so der Unbedingt&Muss-Karnevalsjeck.

  3. Am Sonntag – als ich mit der S-Bahn zum Bahnhof gefahren bin – saß ich in einer Gruppe „very british“ sprechender Leute. Ein älterer Mann erklärte den anderen Mitreisenden alles mögliche über deutsches Brauchtum (angeregt durch die paar verstreuten verkleideten Faschingsgestalten, die man so sah).
    Er kannte sich gut aus und konnte ziemlich unterhaltsam und anregend erzählen: von Oktoberfest-Trachtenumzügen, Maibaum-Aufstellungen, den diversen Hochburgen des Karneval und was die Deutschen da so treiben … und natürlich auch vom Krawatten-Abschneiden an Weiberfasching. Letzteres setzte die mitreisenden britischen Zuhörer in helles Erstaunen: „oh really? How funny! ..“ oder so ähnlich und weil ich mich auf den einzigen Platz zwischen sie gesetzt hatte (die S-Bahn war sehr voll) schauten sie mich ein wenig fragend an. So nach dem Motto: „Was würde die echte Deutsche dazu sagen – übertreibt er oder ist das wirklich wahr?“
    Aber sie haben nicht wirklich und ausdrücklich gefragt und so lächelte ich als zustimmende Mithörerin nur ein wenig freundlich und unverbindlich und tat so als hätte ich eh nicht alles verstanden. So gerne ich mitquassele und obwohl ich jedes Wort verstanden habe, tue ich mich ja doch immer ein bisschen schwer mit dem „Anfangen“ beim Ausländisch quatschen – zu wenig Praxis einfach …
    Habe bei der Gelegenheit und als er so völlig korrekt dozierte, was für Bräuche es doch so gibt, festgestellt, dass ich wirklich kein Vorzeigeexemplar typisch deutschen Brauchtums wäre. In so ziemlich keiner Hinsicht – hab‘ auch noch keinem Mann jemals irgendwo irgendwann irgendwas abgeschnitten …. 😉

  4. Lizzy, das ist ja sehr beruhigend 😉

    Ansonsten halte ich es so, dass ich meine Termine so lege, dass ich zu diesen Tagen nicht in Köln bin. Wenn es sich aber nicht vermeiden lässt, würde ich auch kein Spielverderber sein. Bisher bin ich allerdings drum rum gekommen 😉

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