Schönberger Deichlauf

Wettkampf oder betreutes Laufen – das war heute die Frage. Mehr oder weniger ohne Training hatte ich heute vor, beim Schönberger Deich- und Salzwiesenlauf den Halbmarathon zu laufen. Obwohl ich mich nicht mehr erinnern kann, wann ich das letzte Mal 21 km am Stück gelaufen war, war ich recht optimistisch eine halbwegs manierliche Zeit zu laufen – warum weiß ich nicht.

Für 9 Euro Startgebühr (diesmal plus 2 Euro Nachmeldegebühr) bekommt man doch so einiges geboten. Zuerst einmal eine liebevoll organisierte, in diesem Jahr schon zum 19. mal ausgetragene Veranstaltung. Start und Ziel ist auf einer nagelneuen Kunststoffbahn, auf der das Laufen einfach ein Traum ist – schade dass es ingesamt nur ein paar hundert Meter waren, die wir darauf gelaufen sind. Dann darf man sich nach dem Lauf (vielleicht auch schon vorher, aber ein bisschen Wettkampf durfte es dann doch sein) an einem herrlichen Kuchenbuffet bedienen, einfach traumhaft. Schließlich bekommt man eine transpondervermessene Zeit eines traditionell falsch vermessenen Laufes. Vor zwei Jahren war ich beim 10 km Lauf den letzten Kilometer immerhin in 2:30 min gelaufen, überflüssig zu erwähnen, dass ich so eine Zeit in diesem Leben nicht mehr schaffen werde, egal ob ich schon 9 km Vollgas gelaufen bin oder nicht. Auch heute haben sicher wieder 150 m gefehlt – aber ist ja auch egal, denn eine neue Bestzeit war ohnehin nicht zu erwarten.

Zur Renntaktik: Ich dachte mir, schaust du mal auf den ersten zwei, drei Kilometern wie es so geht. Bloß nicht zu schnell loslaufen. Mit ein paar Leuten aus meinem Verein war ich mich ein bisschen einlaufen, es war schon gut warm und eigentlich war ich nach den 3 km schon fertig. Das konnte ja heiter werden.

Schließlich also der Start und los ging die Hatz. Nach 3 Kilometern hatte ich keine rechte Lust mehr und fragte mich, warum ich mir das überhaupt antat. Relativ schnell fiel mir auch die Antwort ein, ich wollte nämlich in dieser Woche zum zweiten mal hintereinander 50 km laufen und dazu war der Halbmarathon zwingend notwendig. Also weiter aber doch nicht mehr ganz so schnell. Mir war jetzt schon mehr als warm und die 7 km auf dem Deich mit dem Wind von hinten und der Sonne von vorne kamen ja erst noch. Bei Kilometer 5 dann die erste Verpflegungsstelle. Eine gute Gelegenheit zu einer kleinen Brotzeit. Die freundlichen Helfer kredenzten lecker Wasser. Dann weiter, die Kilometerzeiten pendelten so um die 4:40 min. Das war auszuhalten und würde mir die Möglichkeit eröffenen bei der nächsten Verpflegungsstelle wieder ein kleines Päuschen zu machen und trotzdem noch unter 1:45 h anzukommen.

Gesagt, getan eine Pause weiter war die Hälfte schon geschafft. Jetzt beschloss ich doch noch ein bisschen zu laufen und sammelte noch ein paar Leute ein. Nach handgestoppten 1:38:49 h war ich schließlich im Ziel. Zu welchem Platz das gereicht hat, weiß ich noch nicht. Ich habe einfach mal angenommen, dass man mit so einer Zeit nicht aufs Treppchen kommt und da ich (wie immer) noch was vor hatte, bin ich nach dem Genuß eines Stückchen Kuchens nach Hause gefahren.

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7 Kommentare zu “Schönberger Deichlauf

  1. Wasser – wie lecker auch immer – würde hier in Bayern nie und nimmer als „Brotzeit“ durchgehen 😐

    Herzlichen Glückwunsch zur unverschämten Zeit.

  2. Da schließe ich mich mal der Anja an und füge noch an .. noch dazu mit Verpflegungspausen und nicht beim Trinken weiterlaufen …
    Genial wenn man so flott laufen kann, aber wenn das auch noch bei Wärme so funktioniert: Respekt, muss ich da sagen und herzlichen Glückwunsch!

    Mit der Antwort der 50 Wochenkilometer auf das „Warum?“ hätte sich mein Kopf wahrscheinlich nicht so leicht zufrieden gegeben. 😉

  3. Ich finde das auch unverschämt: der Kerl läuft meine Bestzeit ohne Training….

    Ich hab das ja nicht so verfolgt in letzter Zeit, aber warum hast Du denn nicht trainiert? Hach, ich freu mich schon, im August bin ich bei Euch da oben, ich kann das kaum erwarten!!!!

  4. Vielen Dank an euch, dass ihr mit einem alten Mann so nachsichtig seid 🙂 Laut offizieller Ergebnisliste war die Zeit übrigens 1:38:52 h, das hat zum 22. Gesamt- und 9. Platz in der Altersklasse gereicht.

    Kathrin, wo ist denn bei uns hier oben?

  5. Wir werden in Kiel irgendwo unser Auto abstellen, dann die Ostsee bis hinauf nach Dänemark abradeln, rüber auf die Nordseeseite, dort runter bis zum Nord-Ostsee-Kanal und zurück zum Auto.

  6. Gratulation zu dem guten Lauf, unter den Bedingungen immernoch eine klasse Zeit.
    Den Deich- und Salzwiesenlauf bin ich im letzten Jahr gelaufen, damals die 10 km. Die Kunststoffbahn ist toll, ansonsten war ich aber nicht übermäßig begeistert.

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