Marathon unter 4 h geht immer

könnte ich jetzt großspurig schreiben und strenggenommen stimmt das wohl auch. Ob einen Hexenschuß 2 h vor dem Start (Oberelbe Marathon 2006 in 3:58 h), mit Sturmtief Emma (Husum 2008 in 3:37 h) oder einen Hexenschuß drei Tage vor dem Marathon (heute in 3:50 h). Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch schon vorher gewusst. Was bleibt also als neue Erkenntnis (na ja, ganz so neu ist diese Erkenntnis nun auch wieder nicht)? Wenn man mal von glücklichen Umständen (optimales Wetter und Renneinteilung) absieht, ist das Training was ich derzeit mache, wohl nicht dazu geeignet, eine neue Bestzeit (also schneller als 3:22 h) im Marathon zu laufen.

Nun aber der Reihe nach. Die äußeren Umstände waren so schlecht nicht. Ich war seit etwa 8 Wochen dazu gekommen, 60 und mehr Kilometer pro Woche zu laufen. Die letzte Woche war ich zu Hause, also fielen auch die Reisestrapazen weg, die ich schon merke, wenn ich mal einen Wettkampf laufen will. Natürlich gab es auch wieder Dinge, die nicht so gut passten. Seit Anfang der Woche schlage ich mich wieder mit Rückenschmerzen herum, allerdings hatte ich Freitag noch mal eine 10 km Runde gedreht und das Gefühl, dass sie mich kaum behinderten. Es versprach sonnig zu werden, zusammen mit dem ausnahmsweise geringen Wind kann das schon anstrengend sein, aber so schlimm war es dann nicht, nicht zuletzt deshalb, weil ein recht großer Anteil der Strecke durch den Wald geht. Die Strecke selbst ist zwar landschaftlich traumhaft aber durchaus anspruchsvoll, die kurzen, knackigen Anstiege (von denen es jede Menge gibt) können einem den letzten Nerv rauben.

Wie so oft zehre ich auch diesmal von einer recht guten Halbmarathonzwischenzeit, die das Gesamtergebnis objektiv betrachtet noch einigermaßen erträglich macht. Aber der Spass an der Sache geht dann eben zwischen Kilometer 25 und 30 (spätestens) verloren. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich bis heute in diesem Jahr genau zweimal weiter als 25 km gelaufen bin und das waren (oh Wunder) genau die beiden Marathons, an denen ich teilgenommen habe.

Nun sollte dieser Marathon vor allem eine Standortbestimmung sein und das war er auf jeden Fall. Ich denke also, ich werde mich in nächster Zeit auf die Halbmarathonstrecke konzentrieren. Da habe ich ohnehin noch eine Rechnung offen, steht meine Bestzeit auf dieser Distanz doch bei 1:30:04 h. Das Training, was ich derzeit mache (machen kann) ist ohnehin eher ein Halbmarathontraining. Sollte ich irgendwann einmal die Zeit für ein paar längere Läufe aufbringen können, werde ich einen schönen, schnellen Marathon laufen und wenn nicht, dann eben nicht.

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8 Kommentare zu “Marathon unter 4 h geht immer

  1. Moin Ralf,
    war ja wohl heute mal wieder eine nette Runde und herrliches Wetter am Plöner See. Hatte nur zwischen 30 und 35km nen Hänger mit ner 37 min. Zeit. Alles im allen hatte ich auch in 3:55:00 mein Ziel gefunden und in der AK den 3. nur um eine knappe Minute verpasst. Wie sieht es mit Lübeck aus?
    Gruss

    Frank

  2. Klingt vernünftig – aber vorher konzentrier‘ dich mal auf die vollständige Erholung für dich samt Rücken!

    Und nen gefinishter M verdient immer ein: „Glückwunsch“!

  3. „Marathon unter 4 h geht immer“
    Na – das werde ich mir zu Herzen nehmen in drei Wochen, sollten mir während des Laufes Zweifel kommen.
    Glückwunsch und viele Grüße
    Gerhard

  4. Geniale Überschrift *lach* und auch von mir Glückwunsch.
    Ich finde auch, dass das sich das vernünftig anhört, die 4 Sekunden 😉 sind dann ja sicher schnell Vergangenheit. Und wenn es Dich überkommt kannst Du ja jederzeit wieder einen Marathon einstreuen.
    Machst Du mit VIC weiter?

    Aber ich stimme Lizzy zu, erst einmal den Rücken wieder in Ordnung bringen. Gute Besserung!

  5. Ja Ralf, genau so geht es mir auch… ich habe an mich auch den Anspruch gestellt, eine neue Bestzeit nur mit Spaß zu laufen – sonst wie Du sagst: eben nicht.

    Das mit den knackigen Anstiegen bei Dir in der Gegend (auch wenn ich dann auf der anderen Seite war), das kann ich bestätigen – pfui Teufel, da denkt man, man fährt in den platten Norden ;o)

  6. @Frank: wahrscheinlich werde ich nicht in Lübeck laufen, an dem gleichen Wochenende ist auch der Lauf um den Großen Binnensee, hier bei mir vor der Haustür. Da der Lauf von unserem Verein ausgetragen wird, ist die Teilnahme Ehrensache.

    Gerhard, dir viel Glück und immer dran denken 😉

    Lizzy, wie immer hast du Recht! Danke für die Glückwünsche!

    Michi, ich kenne mindestens einen Läufer, der würde sagen: Ein Marathon unter 3 h geht immer. Der macht nach 30 km im 5er Schnitt erst mal ein paar gymnastische Übungen, damit er wenigstens ein bisschen warm wird. Mit VIC werde ich wohl in der nächsten Woche wieder anfangen. Diese Woche muss ich noch etwas kürzer treten.

    Kathrin, wenn du mal in der Hosteinischen Schweiz bist, sag Bescheid. Dann zeige ich dir ein paar Strecken, die stellen bestimmt noch mal eine Steigerung zu dem dar, was du hier oben gesehen hast. Die Touristen richten sich bei uns immer auf eine gemütliche Radtour ein und sind dann schnell verzweifelt.

  7. Mensch von deiner Hm Zeit träume ich! Mit dieser Zeit müsste eigentlich locker eine Marathonzeit unter 3:20 möglich sein. Aber auf der anderen Seite, mit nur 2 Läufen über 25 km ist es natürlich schon schwer. Und das Gefühl ab Kilometer 30 kenne ich nur zu gut, allerdings bin ich da weit hinter Dir im Feld.

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