Zwanglos

so laufe ich im Moment. Nicht als Vorbereitung auf einen Wettkampf und auch nicht nach Plan, sondern einfach nur so. Zwei Vorgaben mache ich mir dabei. Die erste besteht darin, jede Woche mindestens 50 km zu laufen. Die zweite Vorgabe lautet, jede Woche einmal Tempo. Die Kilometer möchte ich schon immer gerne schaffen, wenn das mit dem Tempo (so wie letzte Woche) mal nichts wird, ist es auch nicht so schlimm.

Im Prinzip laufe ich also so, wie ich es 15 Jahre lang gemacht habe (nur die wöchentliche Kilometerzahl war nicht so hoch), bevor ich dann (nicht zuletzt dank einiger Foren im Internet) in den letzten 5 Jahren das Gefühl hatte, es müsse unbedingt ein (ausgefeilter) Trainingsplan sein. Hat ja eine Zeitlang auch Spass gemacht aber irgendwann habe ich einfach gemerkt, dass mich das mental zu sehr auslaugt und das Laufen nicht mehr das ist, was es für mich sein sollte, nämlich ein Hobby, das Freude macht und Entspannung bedeutet.

Ich finde es einfach schön, laufen zu können, weit laufen zu können. Gestern Abend ist mir wieder einmal klar geworden, dass die Dauer eines Laufs sich schon lange nicht mehr danach bemisst, wie weit ich laufen kann sondern nur danach, wieviel Zeit ich habe. Ob nach 15 km oder 20 km, es ist ein schönes Gefühl am Ende so eines Laufs jederzeit noch einmal 15 km oder 20 km dranhängen zu können ohne das es nennenswerte Probleme geben würde.

Nächstes Jahr vielleicht, da werde ich auch wieder mal einen Wettkampf laufen, in Kiel Ende Februar den Halbmarathon zum Beispiel. Kiel hat mir immer Glück gebracht, der erste Marathon unter 4 h und auch meine aktuelle Halbmarathonbestzeit bin ich dort gelaufen. Jetzt werde ich mir aber erstmal neue Laufsachen für den Herbst kaufen. H. meint, in dem grauen Zeug, in dem ich im Moment rumlaufe, sehe ich so traurig aus. Und dazu besteht ja nun wirklich kein Anlass.

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6 Kommentare zu “Zwanglos

  1. Ich finde, Heidrun hat Recht, neue Sachen zum Laufen sind immer gut und ich fand irgendwie, dass Farbe bei dir was her macht :-))
    Ansonsten finde ich die Gelassenheit, die du da an den Tag legst ganz vortrefflich.

    mandy

  2. Alles zu seiner Zeit, oder? Hauptsache man(n) erkennt, wann welche Zeit für was ist.

    Hört sich sehr nach Zufriedenheit an, weiter so.

  3. Trainingspläne passen manchmal einfach nicht, zumindest wenn der Job mal hektisch wird. Dann noch hart zu trainieren, kann meiner Meinung nach nicht funktionieren. Und so laufe ich momentan auch so ähnlich wie Du… entscheidend ist die Zeit, die zur Verfügung steht…

  4. für mich scheint die Hauptsache bei dir zu sein, dass du hoffentlich nur traurig aussiehst in den Klamotten (sieht ja im Winter eh keiner 😉 es aber in Wirklichkeit – wieder hoffentlich – nicht bist 🙂

  5. Und? Hast Du schon zugeschlagen? Welche Farben geben Dir ein fröhlicheres Aussehen?
    Zwanglos hört sich gut an. Ich finde ja immer, das was man macht muss Spaß machen, egal was man macht, zumindest in der Freizeit sollte es das 😉 Und wenn alles unter Zeitdruck geschieht, dann macht es das wohl irgendwann nicht mehr. Wenn Du es mit zwanglos hinbekommst, ist es gerade anscheinend genau das Richtige für Dich und das muss jeder für sich rausfinden. Mir macht es gerade anders rum viel Spaß, vorher bin ich jahrelang zwanglos gelaufen. Es klingt wirklich zufrieden, da stimme ich Anja zu. Und jetzt bin ich mal gespannt auf die neuen Laufsachen.

  6. @Anja: Genauso ist es, womit ja nicht gesagt ist, dass es auch wieder anders wird. Im Moment bin ich aber ganz zufrieden, so wie es jetzt läuft.

    @Lizzy: Ich gebe mir schon Mühe, nicht allzu traurig durch’s Leben zu gehen, wenn ich allerdings meine aktuelle Steuererklärung anschaue, kommen mir die Tränen 😉

    @Michi: Ich bin ja auch Ewigkeiten einfach so gelaufen, da wusste ich noch nicht mal, dass es Laufwettbewerbe gibt, an denen solche Versager wie ich teilnehmen können. Dann kam die Phase, wo ich jeden Lauf in den großen Gesamtzusammenhang gestellt und (pseudo)wissenschaftlich ausgewertet habe. Nun weiß ich alles über Verletzungen, die ich (hoffentlich) nie haben werde und kann abendfüllende Referate darüber halten, warum es kontraproduktiv ist, die Intervalle 3 Sekunden schneller oder langsamer als die Vorgabe zu laufen. Nun gilt also wieder: Zurück zu den Wurzeln 😉

    Für alle, die es interessiert. Der Laufklamottendealer meines geringsten Misstrauens ist ja Papa Greif und so stammen die neuesten Teile auch wieder aus seiner Kollektion, hier sind sie zu bewundern.

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