Mal wieder ein Rezept

Nein, ich bin kein Vegetarier und wahrscheinlich werde ich auch nie einer werden. Aber natürlich koche ich auch Gerichte, in denen kein Fleisch vorkommt, ja noch nicht mal Fleischbrühe. So zum Beispiel eine herrliche Tomatensuppe, die ich euch heute vorstellen möchte. Gefunden habe ich diese Suppe vor einiger Zeit bei Jamie Oliver. Meistens wandle ich ja die Rezepte aus Kochbüchern etwas ab, weil entweder irgendwelche exotischen Zutaten verlangt werden, die man vielleicht in München, Berlin oder Köln bekommt, die ich aber bei meinem örtlichen Händler (wenn überhaupt) Wochen im voraus bestellen müsste. Manchmal habe ich auch einfach das Gefühl, eine andere Zutat passt besser und das ist ja das schöne am Kochen: Mit guten Zutaten schmeckt fast alles, im Gegensatz zum backen, wo man sich doch sehr genau an die Rezepte und vor allem an die Mengen halten muss, weil es sonst einfach nichts wird.

Diese Suppe koche ich immer fast genauso nach, nur an einer Stelle weiche ich ein bisschen ab, aber das hat eher was damit zu tun, dass ich eine etwas geringwertige Zutat durch etwas hochwertigeres ersetze und nicht ganz was anderes nehme. Die Mengen, die ich angebe reichen für etwa 2 bis 3 Personen, als Vorsuppe auch für ein paar Leute mehr. Nun aber zu den benötigten Zutaten.

Man braucht eine mittelgroße Möhre, eine mittelgroße Zwiebel, eine Knoblauchzehe und 1 Stange Sellerie. Im Grunde ist es natürlich egal, ob die Möhre und die Zwiebel mittelgroß oder einfach nur groß oder eher klein sind. Da es aber eine Tomatensuppe und keine Gemüsesuppe werden soll, sollte man ein bisschen auf das Gesamtverhältnis achten. Der Sellerie ist sehr geschmacksintensiv, da sollte man eher etwas weniger als zuviel nehmen. Außerdem braucht man noch 1 Büchse Tomaten (400 g) und etwa 3 bis 4 möglichst reife frische Tomaten. Im Originalrezept steht jetzt 1 Brühwürfel (Gemüse- oder Hühnerbrühe), den man dann in 900 ml Wasser auflöst. Stattdessen verwende ich einen Gemüsefonds, den man fertig im Laden kaufen kann. Salz, Pfeffer, 1 Topf mit frischem Basilikum und ein Eßlöffel gutes Olivenöl runden das Ganze ab.

Weil die Suppe dann recht schnell geht, bereite ich alle Zutaten vorher soweit vor, dass ich mich dann voll auf’s Kochen konzentrieren kann. Also die Zwiebeln schälen und grob würfeln, die Möhre und die Selleriestange in dünne Scheiben schneiden und den Knoblauch ebenfalls schälen und in Scheiben schneiden. Die Tomaten klein scheiden, die Schale und die „Innereien“ kann man in diesem Fall mitverwerten. Die Tomaten aus der Dose nehmen und ebenfalls klein scheiden.

Wenn man es bis hierher geschafft hat, ist der Rest einfach. Man nimmt einen mittelgroßen Topf und erhitzt in ihm das Öl (allerdings nur auf mittlerer Flamme). Dann gibt man die Möhre, den Sellerie, den Knoblauch und die Zwiebel dazu und lässt das ganze solange dünsten, bis die Zwiebeln glasig werden.  Das sollte so etwa 8 bis 10 Minuten dauern. Hin und wieder rührt man alles während dieser Zeit um, ansonsten lässt man den Deckel auf dem Topf. Nach 10 Minuten giesst man den Gemüsefonds auf und gibt die Tomaten und natürlich auch die Soße von den Dosentomaten dazu. Alles wird jetzt gut umgerührt und zum Kochen gebracht, danach lässt man die Suppe noch ungefähr 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln. Die Zeit kann man jetzt nutzen und die Basilikumblätter abzupfen, waschen und grob kleinzuschneiden.

Nachdem die 10 Minuten rum sind, gibt man die Basilikumblätter zur Suppe dazu, nimmt die Suppe vom Herd und würzt sie mit ein wenig Salz und etwas mehr Pfeffer. Dann wird die ganze Suppe mit einem Stabmixer pürriert. Ich bin ja sonst nicht so der Freund von pürrierten Suppen, aber hier ist es natürlich zwingend notwendig, weil sich erst dadurch geschmacklich alles so fügt, wie es sein muss. Abschmecken muss man die Suppe übrigens nicht, denn erstens gilt, wer kostet ist feige und zweitens, aus welchem Grunde sollte die Suppe denn nicht schmecken? Zur Dekoration kann man noch ein paar ganze Basilikumblätter hinzutun, wenn man die Suppe serviert.

Viel Spass beim Nachkochen und guten Appetit!

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6 Kommentare zu “Mal wieder ein Rezept

  1. Wer kostet ist feige? Die Weisheit kannte ich noch nicht. Gefällt mir aber, obwohl ich sehr feige bin. Am besten gefällt mir aber:

    „Abschmecken muss man die Suppe übrigens nicht, denn erstens gilt, wer kostet ist feige und zweitens, aus welchem Grunde sollte die Suppe denn nicht schmecken?“

    Ich weiß es wirklich auch nicht, Kennst du das Rezept für Tomatensuppe von Siebeck? Sehr ähnlich mit ähnlichen Weisheiten garniert.

    mandy

  2. Mandy, die „Weisheiten“ sind alle von mir, jedenfalls habe ich sie nirgendwo abgeschrieben 😉 Bei Siebeck dachte ich erst, du meinst Schubeck, aber da würde man ihm natürlich unrecht tun.

  3. Tomatensuppe ist klasse und diese klingt besonders lecker. In dieser Jahreszeit finde ich Suppen nach dem Laufen immer hervorragend. Wird nachgekocht das Rezept.

    Michi, manchmal feige, manchmal nicht

  4. In dem Fall bin ich gerne feige. Weil Kochen ohne Probieren doch gar keinen Spass machen würde 😉

    Rezepte sind übrigens die einzigen theoretisch-schriftlichen Themen, die mich in Ernährungsfragen wirklich interessieren. Alles andere in puncto Veröffentlichungen über „Ernährungswissenschaft“ und suchendem und irrendem Rumgestochere in „gesund“ oder „nicht gesund“ etc. ist ja nicht so meins und langweilt mich eher. Da glaube ich, dass der wirkliche Wissenstand immer noch bei der Erkenntnis Paracelsus‘ verharrt, der da erkannte: „Die Dosis macht das Gift“.

  5. Na ja Lizzy probieren, um die Vorfreude zu erhöhen oder einfach nur um früher in den Genuss einer köstlichen Mahlzeit zu kommen als die anderen ist ja was anderes, als ein Essen abzuschmecken, weil man Angst hat, dass es (mal wieder) misslungen ist. Ersteres mache ich natürlich auch, letzteres brauche ich nicht, zu einem schmackhaftem Essen reicht es im Zweifel immer 😉

    Aber ich brauche ja auch keinen Forerunner, um zu wissen wie schnell ich laufe 🙂

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