Im Kuchenblock bei der Schnittchenfraktion

Wenig schmeichelhaft, wie der geneigte Fan des Hamburger Sportvereins die Besucher eines Fußballspiels bezeichnet, die Karten für die Business Seats haben. Ich glaube auch nicht, dass da Neid im Spiel ist, für einen echten Fan ist es sicherlich das Größte, sich 2 Stunden in der Kälte für seinen Verein auf einer zugigen Tribüne die Beine in den Bauch zu stehen. Aber für einen Gelegenheitszuschauer wie ich einer bin, ist ein gepolsterter Sitz wahlweise mit einer wärmenden Decke und einer gastronomischen Rundumversorgung vor, während und nach dem Spiel ganz nett.

Franky, der in diesem Blog schon durch den einen oder anderen launischen Kommentar aufgefallen ist, hatte für das gestrige Pokalspiel des HSV gegen die Münchner Löwen ein paar Karten besorgt und neben mir noch zwei weitere Geschäftspartner eingeladen. Da ich den Tag über in Hannover zu tun hatte, übernahm ich den Taxidienst und sammelte alle Beteiligten auf dem Rückweg nach Hamburg ein. Ziel war es, etwa gegen 17:00 Uhr im Stadion zu sein, damit genug Zeit bleibt, sich vor dem Spiel durch das Buffet zu arbeiten. Allerdings erwies sich die Durchführung dieses Plans als ziemlich schwierig, weil aus mir unbekannten Gründen verschiedene Zufahrtsstraßen zum Stadion gesperrt waren und das Wedeln mit den „VIP“-Tickets bei der Polizei (immerhin mein Freund und Helfer) keinen besonderen Eindruck hinterließ. Irgendwann hatten wir es aber dann doch geschafft und zum Ausgleich durften wir praktisch auf dem Rasen parken, so dass wir noch etwa eine Stunde Zeit hatten um dafür zu sorgen, dass wir nicht verhungerten.

Das Stadion war zwar nicht ausverkauft aber doch gut gefüllt. Die Fans sorgten für gute Stimmung, auch ein paar hundert Münchner hatten die lange Reise auf sich genommen, ihrer Mannschaft in Hamburg beim Verlieren zuzuschauen 😉 Als Mitte der ersten Halbzeit immer noch kein Tor gefallen war dämmerte es mir, dass dies hier ein Pokalspiel war, es also im schlimmsten Fall mit Verlängerung und Elfmeterschießen zwar nicht unbedingt bis zum Morgengrauen aber doch bis Mitternacht gehen konnte. Da ich schon seit um 6:00 Uhr unterwegs war, wünschte ich ab dem Moment nichts sehnlicher als dass nun bald ein Tor fallen möge. Nun ja, das Ergebnis ist ja bekannt, das Spiel endete 3:1.

Die Zeit während des Spiels nutzte die Catering Crew, um das Buffet wieder aufzufüllen, so dass nach dem Spiel das Schlemmen weiter gehen konnte. Nach der Pressekonferenz wurde dann noch das Spiel der „großen“ Münchener übertragen und schließlich ging der Abend zu Ende. Schön war es und deshalb noch einmal einen herzlichen Dank an Franky für die Einladung.

Advertisements

5 Kommentare zu “Im Kuchenblock bei der Schnittchenfraktion

  1. Vielleicht verschieben sich mit dem Alter auch die Prioritäten für so ein Spiel vom Stehplatz zum warmen Sitzplatz mit Schnittchen 😉
    Mein Kollege – Eishockey Fan – hat seit 2 Jahren auch einen Sitzplatz und der hat sogar eine Dauerkarte und ist kein Gelegenheitsgucker. Hauptsache es macht Spaß und dem Spiel tut es ja keinen Abbruch ob Sitz- oder Stehplatz.
    Obwohl ich muss sagen, eine Zeitlang war ich auch regelmäßig im Eishockeystadion, Stehplatz, da war die Stimmung doch etwas überschwenglicher und mitreißender als auf den Sitzplätzen gegenüber. Vielleicht sah es auch nur so aus.

  2. Danke, Michi ich dachte schon, es schreibt gar keiner was 😉 Ganz sicherlich ist die Stimmung in der Fankurve „besser“, aber ich wäre dort mit Sicherheit fehl am Platz. Allerdings kann ich es auch nicht so ganz verstehen, dass für einige Besucher im Kuchenblock das Spiel offenbar Nebensache ist und das Bufett einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt. Vielleicht ist es ja aber auch für einige die erste warme Mahlzeit seit Tagen oder Wochen, wer weiß …

  3. Das war aber kein Mitleidstext 😉 Ich hatte nur vorher keine Zeit, hihi.

    Letzteres gibt es mit Sicherheit. Aber von denen, für die ein Bufett einen höheren Stellenwert einnimmt, als das Spiel, davon gibt es einige. Es gibt ja öfter mal im Berufsleben Seminare oder dergleichen, die meistens auch mit Pausen und Bufett oder jedenfalls einem Essen unterbrochen sind. In der alten Firma der Chef, der war auch so ein „Esser“. Wenn ich am nächsten Tag ankam und vom Seminar erzählen wollte, da wurde direkt unterbrochen mit den Worten „Jaaa klar, das Essen war toll, wissen wir schon“. Ich meine, nichts gegen ein gutes Essen, aber manche Seminare sind auch wirklich klasse. Ich denke so ist es auch mit manchem Besucher im Sitzblock 😉

  4. Aber nun mal ehrlich: Haben bzw. hätten wir denn heute überhaupt noch Spaß daran, uns in die sogenannte Fankurve zu stellen? Frierend, eiskalte Füsse, nette Leute um einen herum… *tröööt*…?

    Dann doch lieber VIP-Bereich. Auch wenn die Karten doch (noch) nicht von den netten Herren in Grün als allgemeingültiger Passierschein akzeptiert werden 😉

  5. Also erstmal freut es mich natürlich das es dir so gefallen hat. Aber um mal hier in die Bresche zu springen, weißt du natürlich das auch ich sonst mit meiner Dauerkarte eher im Block stehe mit dem Bier in der Hand und die Leute genieße, denen das Spiel noch wichtiger ist, als der Genuß des Caterings 😉

    In dem Sinne… Nur der HSV 🙂

    Alles Liebe

    Frank

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s