Verrückte Laufzeiten

Dienstag morgen um 4:30 Uhr in einem Hotelzimmer nördlich von Hannover. Der Handywecker klingelt aber ich bin schon eine Weile wach und frage mich ernsthaft, warum ich nicht schon früher aufgestanden bin. Dann würde ich nämlich nicht nur 10 km laufen können, sondern vielleicht 15. Als ich 15 Minuten später in der Hotellobby auftauche, muss ich erstmal die Nachtschwester (korrekterweise handelt es sich um einen Bruder) suchen, denn die Eingangstür ist noch abgeschlossen und eine Nachtklingel hat so ein Hotel ja auch nur außen. Schließlich ist auch diese Hürde genommen und als ich ins Freie trete, trifft mich fast der Schlag. Schneeregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Diese Mischung mag ich schon nicht zu normalen Zeiten aber mitten in der Nacht wären mir 15 Grad und ein bisschen Sonne doch deutlich lieber gewesen.

Die Idee, sofort auf dem Absatz kehrt zu machen verwerfe ich und so trabe ich los. In einer fremden Gegend finde ich immer eine Frage am interessantesten nähmlich woher kommt der Wind? Zunächst habe ich das Gefühl, es gibt den Wind gar nicht vielleicht trügen mich ja auch meine Sinne. Also ganz in Ruhe und schön langsam loslaufen, schließlich habe ich irgendwann so ab 8:00 Uhr, also zur gefühlten Mittagszeit noch einen Arbeitstag vor mir. 10 km sind bei lockerem Tempo irgendwas zwischen 55 und 60 Minuten und so beschließe ich, erstmal eine halbe Stunde in die eine Richtung zu laufen und dann wieder zurück. Nicht sehr einfallsreich aber eben die sicherste Methode, wenn man keine neuen Wege erkunden will. Die Strecke selbst ist recht unspektakulär, irgendwann geht es aus dem Ort raus aber der Radweg ist gut zu belaufen und ehe ich mich versehe, bin ich auch schon im nächsten Ort. Der Wind kommt jetzt doch von vorne und so langsam werde ich wach.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich jetzt 26 Minuten unterwegs bin, na gut hänge ich noch ein paar Minuten dran, war bis jetzt ja auch vielleicht nur ein 6er Schnitt. Außerdem scheint das Kaff, von dem ich auch einen Tag später nicht herausbekommen habe, ob es überhaupt einen Namen hat, da vorne schon zu Ende zu sein. War es dann zwar nicht, aber 30 Minuten reichen nun aber wirklich. Zurück geht es jetzt mit dem Wind, da ist das mit dem Schneeregen nicht mehr ganz so eklig. Halb mit Absicht lege ich jetzt ein paar Kohlen auf und mache aus dem 6er Schnitt einen Schnitt von 4:50 min/km. Als ich wieder am Hotel ankomme, ist zwar immer noch alles ruhig aber wenigstens ist die Tür noch auf, so dass ich mich unbemerkt auf mein Zimmer schleichen konnte.

Am nächsten Morgen habe das ganze dann noch einmal wiederholt und mit dem heutigen Lauf die „Vorbereitung“ auf den Halbmathon am Sonnabend abgeschlossen. 20 km bin ich zwar nicht mehr gelaufen aber am Sonntag war ich immerhin 1:35 h unterwegs und länger will ich nun wirklich nicht laufen müssen. Topp vorbereitet also 😉

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8 Kommentare zu “Verrückte Laufzeiten

  1. Das sind tatsächlich ungewöhnliche Zeiten zum Laufen. Um 4:50 Uhr bin ich, sofern ich nicht früh arbeiten muss noch im Bette. Meine beste Zeit zum Laufen ist der Abend.

    Ich freue mich mit Dir, das Du jetzt topp vorbereitet bist, es ist einfach schön wenn alles gut klappt. 🙂

  2. Der erste Absatz liest sich super. So früh am Morgen, und dann die Frage, ob du nicht schon längst hättest loslaufen sollen 😀
    Beachtlich, dass du dich „durchgekämpft“ hast, aber andererseits auch sicherlich einfach super schön, durch die stillen Straßen zu laufen, oder?

    Und am Sonnabend läufst du den Halben beim famila Kiel-Marathon? Da wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg 😉

  3. 4:30 Uhr *argh* … vielleicht solltest du wirklich nächstes Mal in einem Krankenhaus (von wegen „Nachtschwester“) buchen – da passen solche Zeiten besser 😉

  4. Also Nachts, ne, da scheint grundsätzlich nicht die Sonne, egal aus welcher Hoteltüre Du auch in Zukunft treten wirst 😉
    Ich laufe ja gerne früh, aber ich finde es durchaus beachtlich, dass Du Dich so früh aufraffen konntest. Wobei das so dolle gar nicht nach Aufraffen klingt, wenn Du Dich tatsächlich gefragt hast, weshalb Du nicht noch früher für 15 km aufgestanden bist.

    Optimale Vorbereitung, würde ich auch sagen. Viel Erfolg am Wochenende! Hoffentlich windet es nicht so stark!

  5. 4:30 finde selbst ich als Early Bird sehr beachtlich. Die Nachtschwester hat Dich aber nicht gefragt, ob Du noch im Vollbesitz Deiner geistigen Kräfte bist, oder?

  6. Bernd, erstmal herzlich willkommen hier.

    Stimmt, der Nachtwächter hat irgendwas gemurmelt, aber da habe ich sicher aus gutem Grund erst gar nicht hingehört.

  7. Halb fünf ist schon echt ziemlich ungewöhnlich…

    Aber an so manchen Tagen läuft man wie von selbst, oder? Und so ein bißchen Schneeregen und so – ach ja – wir sind doch schließlich hart, oder?

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