Der schnellste Lauf

Seit einiger Zeit habe ich meine Lauferei (manche sagen auch Training dazu) etwas umgestellt. Diese Umstellung besteht hauptsächlich darin, zum einen generell schneller zu laufen. War ich bisher bei den normalen Dauerläufen immer mit einem 5.30 min/km Schnitt unterwegs, so sehe ich heute zu, dass ich zum Schluss irgendwo zwischen 4:50 und 5:00 min/km lande. Außerdem laufe ich, gerade bei den langen Sachen wann immer es geht eine nennenswerte Strecke im geplanten / gewünschten HM-Renntempo. Das geht alles ganz gut, verbunden mit 50- 60 Wochenkilometern bin ich im Moment ganz gut drauf.

Ganz gut drauf? Wenn ich so etwas in Zusammenhang mit den gerade erwähnten Zeiten schreibe, muss ich immer an einen schönen Spätsommertag, damals vor 25 Jahren denken. Sportprüfung bei der Armee, nicht beim Bund 😉 3.000 m-Lauf. Die Note 1 gab es für eine Zeit von 12 min, also 4 min/km. Nicht, dass es eine Rolle spielte, es war für uns auch eher uninteressant, denn diese Zeit konnten wir (Ingo und ich) jederzeit und unter allen Bedingungen laufen. Wir wollten an diesem Tag einfach nur schnell laufen.

Das Internet mit seinen Laufforen gab es ja noch nicht. Jedes unserer Kleidungs- und „Ausrüstungs“gegenstände würde dort heute einen vielstimmigen Aufschrei verursachen. Neben dem baumwollenen Leibchen hatte ich ein paar Schuhe an, die mir wohl mindestens 2 Nummern zu klein waren, aber wenn ich sie erst mal an hatte, ging es (die Schuhe habe ich übrigens erst Mitte der 90er Jahre weggeworfen, da hatten sie aber auch schon Löcher in der Sohle). Von Renntaktik hatten wir auch keine Ahnung, der Plan war einfach so schnell zu laufen wie es ging.

3 Runden waren zu laufen und als der Startschuss ertönte liefen wir los wie die Verrückten. Das Rennen war insgesamt recht gleichmäßig, so dass die erste Runde in 3:15 min erledigt war und die zweite Runde in etwa in der gleichen Zeit absolviert wurde. Ich erinnere mich noch, dass die dritte Runde etwas zäh war, aber da wir ja nach dem Lauf von allen die längste Zeit zur Erholung haben würden, gaben wir noch mal alles und kamen nach 9:52 min ins Ziel. So schnell war ich danach nie wieder und heute bin ich froh, wenn ich in der gleichen Zeit 2.000 m schaffe (ok, im Training aber trotzdem).

Einen 10 km WK bin ich zu dieser Zeit übrigens nie gelaufen, wäre sicher auch eine schöne Zeit geworden. Ach ja, so war das damals 😉

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9 Kommentare zu “Der schnellste Lauf

  1. Hoffentlich trainierst du damit nicht zu schnell. Gibt ja oft genug irgendwie die Hinweise, man solle langsam trainieren. Ich würde zumindest sofort glauben, dass dir aber das schnellere Laufen mehr Spaß bringt, das ist für mich selbstverständlich 🙂

  2. Schöne Erinnerung an frühere Zeiten und die Zeit uiuiui. Bist Du seitdem durchgehend gelaufen oder gab es da auch eine Zeit nach dieser, wo Du mal gar nichts gemacht hast? Läuft Ingo noch?

    Ein bisschen klingt es auch nach „Früher war alles …“ 😉
    Beabsichtigt? Alles unterliegt einem Wandel der Zeit. Vermutlich gibt es das nicht nur beim Laufen, mit technischem Schnickschnack, den es nicht wirklich braucht, oder Funktionskleidung etc., sondern auch in anderen Sportarten, Lebensbereichen. Früher gab es auch keine Autos, da ritt man noch auf Eseln. 😉 Und ob man/ich/Du/andere Laufen oder Training schreiben ..pff … egal, Hauptsache es macht Spaß.

    Wie Hannes vermute ich auch mal ins Blaue, dass Dir das schnellere Laufen mehr Spaß macht, viel mehr 😉

    Vor ein paar Tagen wollte ich hier schon reintippen und fragen, ob Du noch lebst. Schön, dass Du wieder etwas geschrieben hast! 🙂

  3. Meimeimei … jetzt kommst du auch schon mit Geschichten ausm Schützengraben … ist das ein Trend? 🙄 Hat jemand den Weltuntergang angekündigt 😯 oder warum? *tztztz*

    Aber besser so als gar nicht – dir geht’s hoffentlich auch in modernen Zeiten und außerhalb der Lauferei gut :p

  4. @Hannes:
    ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass man sich auch zu Tode schonen kann. Aber natürlich gibt es auch in Zukunft die eine oder andere langsamere Einheit.

    @Michi:
    wenigstens meine Laufzeiten waren früher besser 😉 Auf einem Esel muss ich nicht mehr reiten aber wenn man nur die Hälfte des Geldes, das man in den Straßenbau und die Autoindustrie steckt in den öffentlichen Verkehr investieren würde, wäre ich schon glücklich.

    @Lizzy:
    Du hast wohl recht, viel interessanter ist es ohne Zweifel von jungen Katzen zu erzählen. Es war aber ohnehin die einzige Geschichte, die ich von früher erzählen wollte. Von einem angekündigten Weltuntergang ist mir nichts bekannt, was aber nichts bedeuten muss.

  5. So lange ist das doch gar nicht her, dass wir alle glücklich mit Baumwoll-shirts gelaufen sind, oder?
    Nicht dass ich auf meine Funktionssachen verzichten wollte. Aber veilleicht machen wir alle doch viel zu viel hype um das Zeug und gehen damit ein bisschen auch der Werbung auf den Leim.
    An die zu kleinen Schuhe erinnere ich mich auch noch. Vor ca. 10 Jahren, als ich meinen Mann (damals noch in der Bewerbungsphase) mit zum Laufen nahm. Die Zehen drückten sich richtig durch, so eng waren die Schühchen. Meine Frage: „Ist das Dein Ernst mit den Schuhen?“ wurde mit mitleidigem Blick quittiert. Hinterher galt mein mitleidiger Blick der 5-Mark-grossen Blutblase am Fuss.
    An den Lauf denken wir beide heute noch gerne zurück. Es war sein erster Dauerlauf, aber er hielt sich für wer-weiss-wie sportlich weil er Fussball spielte. Heute kennt er den Unterschied zwischen Strecke und Sprint 🙂 Schon nach 2 km am Mainufer kam die bange Frage: Und wo geht es wieder zurück an’s andere Ufer??? Beim Erspähen der Brücke am Horizont ist ihm fast das Herz stehen geblieben. Anmerkung: Die Rundstrecke beträgt insgesamt 6,5 km und ist heute unsere Morgens-Tour an faulen tagen :-))

  6. moin Ralf,

    du sprichst mir mit deiner Strategie aus der Seele. Ich trainiere zur Zeit ähnlich. 10 km warmlaufen in Zeiten zwischen 5:00 und 5:30. Dann weitere 10 km im Schnitt von 4:30. Das ganze nun seit ca. 4 Wochen und ich muss dir sagen: Meine 5 x 1km Sprints am Dienstag liegen bei knappen 3:55 den Kilometer. Hoffe somit im August den Marathon in Plön in einer Durchschnittzeit von 4:45 den Kilometer zu laufen. Aber du kennst das ja: bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein runter.

    Gruss
    Frank von run4fun

  7. Michi, ich bin ja quasi ständig dabei, wobei ich jetzt erstmal mein Equipment aufgefrischt habe – neue Schuhe und neues Raceset. Da kann ja beim nächsten WK (wann immer das sein wird) nicht mehr schief gehen (und wenn doch, gebe ich die Klamotten zurück)

  8. Jessas! Ok, das rückt mein „Bild“ von Dir (stark verpixelt und lediglich die Schattierung eines Gesichts erkennbar) noch mehr zurecht. Das ist eine stolze Zeit auf die Du zurückblicken kannst! So schön die wahnsinnigen Tempi zu Armeezeiten auch sind, annähernd 30 Laufjahre finde ich nicht minder beeindruckend. Chapeau!

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