Von einer Tanke zur nächsten

Mein langer Lauf der Woche sollte diesmal am Sonnabend stattfinden. Lang ist eigentlich übertrieben, es soll ja Leute geben, die verstehen darunter 30 km. Bei mir sind das im Moment so etwa 2 h. Und da ich im Moment auf dem Formast gerade nach oben klettere entspricht das so ungefähr 24 km. So jedenfalls der Plan.

Nach dem Mittag laufe ich also los und da es schon recht warm ist und die Sonne scheint, habe neben der Sonnenbrille und einer Schirmmütze noch ein paar Euro eingesteckt, um unterwegs auch mal etwas trinken zu können. Nach vier oder fünf Kilometern stelle ich fest, dass ich doch ein bisschen schnell bin. Der Wind kommt von hinten und die Sonne von vorn, Schatten gibt es hier nicht, da ist ein Schnitt von 4:30 min/km doch ein wenig hurtig und ich muss fürchten einzugehen wie eine Primel, wenn ich so weiter laufe. Also wenigstens etwas langsamer, ein Schlenker hier entlang und einen dort entlang. Ich muss ein bisschen improvisieren, weil ich heute keine richtige Lust habe, auf der doch recht viel befahrenen Bundesstraße zu laufen. Außerdem ist da die Tankstelle, die ich ungefähr zur Hälfte ansteuern will, um ein wenig zu trinken und mich frisch zu machen.

Die Tanke scheint ein beliebter Treffpunkt der Dorfjugend zu sein, man schaut mich mit einer Mischung aus Interesse und Mitleid an, na ja was soll’s in der Gengend wo ich heute unterwegs bin, muss man schon froh sein, dass keiner die Polizei oder den Krankenwagen oder beides ruft, weil ja wohl völlig klar ist, dass sich nur Bekloppte ohne Auto mehr bewegen als unbedingt notwendig. Nachdem ich meinen Eistee alle habe, mache ich wieder auf den Weg und versuche endlich mal ein bisschen langsamer zu laufen. Allerdings habe ich ja auch schon 13 km rum, so weit ist es ja nun auch nicht mehr.

Gut 3 km bevor ich wieder im Ziel bin, komme ich erneut an einer Tanke vorbei. Notwendig wäre ein Stop jetzt nicht mehr aber ich lasse es heute geruhsam angehen und komme bei einer Flasche Wasser mit der Dame in der Tankstelle ins Gespräch. Viel trinken ist ja wichtig bei der Wärme – richtig! und man solle ja wohl auch nicht so viel laufen. Ich nicke wissend und verkneife mir den Hinweis darauf, dass ich schon 20 km weg habe. Nichtlaufende Zeitgenossen können das ohnehin nicht einordnen und nachher fällt das für die besorgte Frau schon unter viel 😉 Schließlich empfiehlt sie mir noch einen Weg duch die Felder. Der wäre ja viel kürzer (glaube ich nicht, das behalte ich aber für mich) und außerdem wäre der Asphalt auf der Straße ja auch so schlecht zum laufen. Mit einem „Kann man so nicht sagen!“ lasse ich kurz den Experten raushängen, wünsche einen schönen Tag und verabschiede mich zur letzten Etappe. Der Versuchung 800 m vor dem Ziel in der Eisdiele noch ein Softeis zu ordern, kann ich gerade noch wiederstehen und beende den Lauf nach 1:53:30 h Nettolaufzeit und ziemlich genau 23 km.

Mit den gestrigen 10 km waren es diese Woche dann wieder 80 km, das ist im Moment ziemlich genau mein durchschnittliches Wochenpensum. 9 km in unkomfortabler Geschwindigkeit waren auch wieder dabei 😉

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3 Kommentare zu “Von einer Tanke zur nächsten

  1. Und ohne die Abkürzung wären es auch die oben angesprochenen 24 Kilometer geworden? *grins*

    Ich glaube, bei solch einem Wetter ist es durchaus richtig, mal auf geruhsam zu machen. Man kann ja nicht immer denjenigen folgen, die die langen Dinger auch noch schnell haben wollen.

  2. Hannes, für mich ist eine Pace von 4.52 min/km bei 23 km schnell, auch wenn da ein paar Pausen drin waren. Wie manche Leute im Training 25 km im MRT laufen können, ist mir ohnehin ein Rätsel. Wenn ich das mal machen sollte, plane ich anschließend mindestens 2 Ruhetage ein und mache auch vorher noch einen Tag frei. Wie bei einem WK also, denn das ist das für mich!

    Und du hast Recht, mit der „Abkürzung“ wären das vermutlich sogar noch mehr als 24 km geworden, weil ich mich totsicher auch noch verlaufen hätte 🙂 Der Weg war mir jedoch auch potentiell zu hundehaltig.

  3. Solltest Du das WK-Training anstreben dann empfehle ich eine andere Strecke sonst landest du womöglich noch beim Italiener. 🙂

    Ich finde die Pace mehr als langsam. Das wäre momentan wohl meine ultimative Grenze zur Unterdrückung des Würgereiz.

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