Betreutes Laufen am Sonntagvormittag

Am letzten Sonntag im Oktober veranstaltet mein Laufverein traditionell den Lauf um den Großen Binnensee. Traditionell bin ich bei diesem Lauf nicht dabei, irgendwas ist immer. Aber diesmal wollte ich wieder mal nach einigen Jahren der Abwesenheit mitlaufen, allerdings nur, wenn es nicht regnete und windig durfte es auch nicht sein. Beides hatte ich vor Wochenfrist in Lübeck zur Genüge. Deshalb fiel die Entscheidung zur Teilnahme auch erst nach dem Frühstück.

Der Lauf ist als Halbmarathon ausgeschrieben und natürlich nicht amtlich vermessen. Nachdem die Strecke in den letzten Jahren immer ein wenig länger war, hat es diesmal ganz gut gepasst. Die Strecke selbst ist ziemlich anspruchsvoll, es geht durch die Holsteinische Schweiz und die ist alles andere als flach. Fiese Steigungen wechseln mit recht steilen Bergabpassagen ab, natürlich nichts wirklich langes aber es reicht, damit man jedesmal aus dem Rhythmus kommt.

Die Nachmeldung klappt natürlich problemlos. Keine Nachmeldegebühr und mit 6 Euro ist man dabei. Dafür wird einem aber auch das pure Laufvergnügen geboten, inklusive Handstoppung der Zeit, keiner Medaille oder sonst irgendwelchem Schnickschnack. Wer es von den heute üblichen Laufevents gewohnt ist, alle 2 – 3 km vollverpflegt zu werden, sollte sich besser was zu essen und zu trinken mitnehmen. Hier gibt es bei 7 und 14 km Wasser und warmen Tee und das war es dann. Man ist ja schließlich zum Laufen hier und nicht zum futtern.

Am Start herrscht eine lockere Atmosphäre, man kennt sich halt, das Starterfeld ist durchaus überschaubar, fast hat man den Eindruck, als hätten wir Sonntagsvormittagsläufer unseren Lauftreff einfach nur verlegt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ich natürlich nicht die Spur einer Chance habe, irgendwas zu gewinnen, weil die Jungs alle schneller deutlich schneller sind als ich. Aber eine Woche nach einem Marathon weiß ich ohnehin nicht, ob schon wieder ein Wettkampf wirklich so eine gute Idee ist und so beschließe ich beizeiten, dass alles unter einem Schnitt von 5 min/km ganz nett wäre.

Nach dem Start sortiert sich das Feld, ich finde mich vielleicht an 10. Stelle wieder, die Zeiten pendeln am Anfang so um die 4 min/km aber die schweren Teile kommen noch und ich rechne sowieso beizeiten mit einem Einbruch, dergestalt dass ich dem Marathon Tribut zollen muss. Für km 6 habe ich sogar eine 3:48 min auf der Uhr, kann aber zu meinen etwa 50 m bzw. 100 m vor mir laufenden Veeinskameraden nicht aufschließen. Das gelingt mir erst etwas später, erst den einen und dann auch noch den anderen. Merkwürdigerweise kommt gar kein Einbruch, ich kann das Durchschnittstempo so halbwegs halten und komme schließlich nach 1:29:17 h als 6. ins Ziel.

Nun ist aber wirklich Schluss mit Wettkämpfen in diesem Jahr. Jetzt wird im November ein bisschen regeneriert und dann werde ich versuchen, mal ganz seriös einen Marathon vorzubereiten.

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3 Kommentare zu “Betreutes Laufen am Sonntagvormittag

  1. „Betreutes Laufen“ – eine geniale Formulierung! Ich finde, so sollte man „Wettkämpfe“ immer nennen! Auf jeden Fall hast du da ein feines Läufchen hingelegt und dir damit die novembrige Regenerationspause mehr als verdient – genieße sie!

    LG,
    Anne

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