Intervalltraining am Sonntagvormittag

Nachdem ich am Sonnabend nicht laufen war (wegen Regen, Sturm und einer ziemlich ekligen Kombination aus beidem) und mich lieber auf meinem Hometrainer ausgetobt habe, sollte es am Sonntagvormittag dann doch eine Runde werden.

Damit ich nicht umsonst erst den Hügel hoch und dann wieder runter laufen muss, also schnell bei einem der potentiellen Mitläufer aus der sonntäglichen Laufgruppe angerufen und gefragt, ob er dabei ist. „Ja, ist angesetzt!“ wird mir beschieden, alleine wäre er wohl nicht losgelaufen aber nun sind wir ja schon zu zweit. Also bis gleich. Wenige Minuten später bin ich auf der Piste und hoffe, dass er ungefähr zur gleichen Zeit losgelaufen ist, wir uns also „oben“ auf dem „Berg“ treffen. Nun ja, 20 Minuten später, ich bin schon fast bei ihm zu Hause, sehe ich ihn los laufen aber dann gleich wieder anhalten, denn ein kurzer Schwatz über den Gartenzaun ist ja auch wichtig. So ergibt sich also nach ungefähr 3 km die erste Pause.

Nun aber! Die ersten 500 m des zweiten Intervalls tauschen wir uns darüber aus, wie viel wir in dieser Woche schon gelaufen sind. Er ist immerhin schon auf 5 km gekommen, nun ja die Zeiten, wo die Jungs 150 bis 200 km pro Woche gelaufen sind (und dabei die regenerativen Einheiten gar nicht mitgezählt haben) sind vorbei. Nach 500 m sammeln wir den nächsten aus der Sonntagscombo ein, Zeit für ein kleines Päuschen, um sich in aller Form begrüßen zu können.

Nun geht es tatsächlich 3 km ohne Unterbrechung weiter. Aber dann treffen wir auf die nächsten drei Teilnehmer unserer kleinen Sonntagsrunde. Obwohl so klein ist die Gruppe heute gar nicht, genau genommen sind heute sogar alle dabei. Jedenfalls, wenn sich sechs ältere Herren begegnen, ist zur Begrüßung natürlich zwingend eine Pause notwendig. Die Idee, durch den Wald zu laufen wird verworfen, nicht etwa wegen des Sturms und der herumfliegenden Äste sondern wegen dem Matsch. Die Zeiten wo man am Sonntag durch die tiefsten Schlammlöcher gescheucht wurde (vorzugsweise dann, wenn man neue Schuhe anhatte) sind auch vorbei.

Da die Kunde geht, dass wir noch einen weiteren Teilnehmer treffen werden steht auch fest, wo ungefähr wir lang laufen müssen. Angeregt plaudernd laufen wir also so dahin, mit etwa 4 km wird es das längste Intervall werden. Als jemand mal in die Büsche muss, warten wir selbstverständlich, nicht so wie früher als so etwas die Gelegenheit war, eine ordentliche Tempoattacke zu reiten und die nächsten Kilometer mit einer Pace von knapp über 4 min/km zu rennen. Soll derjenige doch zusehen, wie er wieder Anschluss gewinnt (Auch gerne genommen: Irgendwann umdrehen und dem Nachzügler aufreizend langsam entgegen zu joggen).

An der nächsten Kreuzung verabschiedet sich dann der erste, Zeit für eine kleine Pause. Irgendwo muss ja jetzt auch der (vielleicht) letzte Läufer sein, den wir noch einsammeln wollen und tatsächlich da hinten kommt er ja auch schon. Da können wir ja auch hier in dem Buswartehäuschen warten, zumal wir auch Gegenwind hätten und wer will das schon. Begrüßungspäuschen und dann weiter. Es stellt sich heraus, dass die Frau des letzten Läufers uns auch noch entgegenkommt, also los. Nun doch einen kleinen Waldweg entlang, treffen wir sie am Eingang zum Friedwald. Küsschen, Begrüßung, Pause – ist auch dringend nötig, immerhin sind wir so um die zwei Kilometer am Stück gelaufen. Den nächsten Hügel hoch, dann wieder Pause. Die Gruppe trennt sich, zu viert laufen wir weiter. Nach etwa einem Kilometer erneute Pause, hier verabschiede ich mich. Der Himmel sieht jetzt sehr bedrohlich aus, deshalb schnell den Berg runter. Trotzdem erwischt mich der Hagelschauer noch.

Das war also mein Intervalltraining für diese Woche!

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5 Kommentare zu “Intervalltraining am Sonntagvormittag

  1. Ich glaube, wir mittelalten Männer werden irgendwann alle so. Und erste Anzeichen dieser Intervalllockerheit beim Laufen verspüre ich auch schon. Social Running 2.0 und so 🙂

    Viele Grüße aus dem Süden!
    Lars

  2. Nettes Intervalltraining der etwas anderen Art – wir werden alle nicht jünger.

    Mein Laufpartner scheut auch immer den Matsch – wir laufen in letzter Zeit nur noch über Aspalt – aber der ist deutlich jünger als ich. Aber ein Neuläufer, es sei ihm verziehen. Verstehen kann ich es nicht.

    Aber wenn der Lauf schön und die Leute nett waren – was solls…

  3. Markus, willkommen hier!

    Ich habe zwar nichts dagegen durch den Matsch zu laufen, wenn er denn da ist aber bewusst die größten Pfützen aussuchen, das widerstrebt mir dann doch.

    Inzwischen nehme ich die Sonntagsläufe als regenerative Einheit. Das war früher ganz anders. Wenn die Truppe angeregt parlierend im 4:30 min/km Schnitt die Hügel hoch und runter dampfte und es für die Jungs erkennbar regenerativ war (bei Marathonbestzeiten unter 2:30 h) auch verständlich und ich mit hochrotem Kopf hinterherhechelte, dann war das alles andere als regenerativ. Hat aber schon damals immer Spaß gemacht.

  4. Hey, liest sich doch nach einem netten lockeren Läufchen. Und wie sieht Deine Planung für das Jahr aus? Hast Du Dich schon für einen Marathon entschieden?
    Liebe Grüße
    Elke

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