Ziemlich schwer

Irgendwie komme ich nicht mehr so richtig in Tritt. Es gibt zwar Tage, an denen läuft es ganz gut aber meistens ist es doch ein ziemlicher Krampf. Gestern z.B. etwas über 11 km in fast 1:04 h. Ein Gefühl wie eine hochschwangereKuh, nichts von wegen leicht, locker und beschwingt. Dabei laufe ich vom Gefühl her gar nicht so langsam, habe manchmal sogar etwas Körperspannung und dann schaue ich auf die Uhr und denke, gleich überholen mich die Jogger.

Wenn es eine Steigung hoch geht, ist sowieso gleich Feierabend, sagt- und kraftlos eiere ich den Hügel hoch. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich alt, also so richtig alt werde bzw. schon bin aber es ist schon frustrierend. An so etwas wie Marathon ist im Moment gar nicht zu denken, kaum bin ich mal 19 km am Stück „gelaufen“, schon bin ich drei Tage tot. Und die ganze Reiserei tut ihr Übriges. Zug, Flugzeug, Bahnhof und Flughafen sind mein eigentliches Zuhause.

So, jetzt genug gejammert, morgen wird wieder gelaufen!

Eine Woche Schweiz – eine kurze Zwischenbilanz

In dieser ersten Woche bin ich 57 km gelaufen. Das ist nicht ganz so viel, wie ich mir erhofft und vorgenommen habe aber angesichts der Tatsache, dass es hier keine flachen Abschnitte gibt, schon nicht so schlecht. Heute bin ich um den Sempacher See gelaufen, das waren ziemlich genau 19 km.

Der sportliche Höhepunkt der Woche war jedoch am Samstag. Da bin ich von Alpnachstad auf den Pilatus gewandert und weil die Sicht auf Hinweg sehr schlecht bis gar nicht vorhanden war, auch wieder zurück. Insgesamt ungefähr 3.200 Höhenmeter.

Oben auf dem Berg war leider überhaupt nichts zu sehen. Dafür riss auf dem Rückweg die Wolkendecke auf und bescherte mir grandiose Ausblicke vor allen runter zum Vierwaldstätter See. Heute wäre das Wetter vielleicht besser gewesen, aber das weiß man ja vorher nicht.

Mal sehen, ob meine Schweizer Kollegen mich morgen für verrückt erklären, wenn ich ihnen von meinem Wochenendprogramm erzähle. Den Berg zu Fuß hoch und wieder runter und am nächsten Tag um den Sempacher See hat hier im Hotel jedenfalls schon mal für Begeisterung gesorgt.

 

Neues Laptop

Seit knapp zwei Wochen nenne ich ein neues Notebook mein eigen und zwar ein Apple Mac Book Pro. Das ist insofern bemerkenswert, weil ich mein Geld ausschließlich in der Windowswelt verdiene.

Aber: die Hardware ist der Hammer! 15 Zoll Gerät mit 16 GB Hauptspeicher und 1 TB SSD Platte. Da fallen die 2 Grafikkarten schon fast nicht mehr auf. Ich bin mir nicht sicher, ob das Ding einen Lüfter hat, gehört habe ich jedenfalls noch nichts. Und dabei laufen auch noch gleichzeitig zwei virtuelle Maschinen. Schon bei einer hat mein altes Notebook geglüht und war auch gut als Raumheizung zu verwenden.

Mit der Software von Apple bin ich allerdings noch nicht so ganz warm. Und warum es auf der Tastatur z.B. keine geschweiften und eckigen Klammern gibt, habe ich noch nicht verstanden (es gibt sie, aber man muss halt wissen wo).

Pappbecherkultur

Es ist wie eine Seuche. Nachdem nun überall diese unsäglichen Kaffeeautomaten Einzug gehalten haben und „normaler“ Kaffee jetzt Crema heißt und praktisch ein gestreckter Expresso ist, weil die Automaten leider, leider nur einen Behälter für die Kaffeebohnen haben und es dann natürlich diese mit Expressoröstung sind (aber Hauptsache 100% Arabica, als ob irgendjemand wüsste, dass es noch mehr Sorten geben würde), werden jetzt auch die letzten Porzellantassen durch Pappbecher verdrängt. Die sind ja so schön praktisch, man kann sie schließlich mitnehmen.

Dazu passt, dass es praktisch keine richtigen Cafès mehr gibt, so wie z.B. hier. Die heutzutage an die Bäckereien angeschlossenen Bistros atmen den Charme von Mitropabahnhofswarteräumen in Kleinstädten der DDR der 70er Jahre, das Personal ist auch genauso freundlich. Aber immerhin gab es den Kaffee wenigstens aus Tassen.

P.S. 60 km in der Woche stellen bisherigen Rekord dar, dazu noch ein paar Laufschuhe im Laufladen gekauft. Da hatte ich meinen Spaß aber dazu schreibe ich dann beim nächsten Mal was.

Neujahrslauf

Schon fast traditionell bin ich also heute wieder gelaufen. Diese Ruhe am Neujahrsmorgen ist immer wieder schön. Hoffen wir mal, dass das neue Jahr besser als das alte wird.

Meinen (zwei oder drei) Lesern und natürlich auch allen anderen wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.

Schon wieder ganz gut

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Vergangene Woche etwas über 50 km und immerhin drei „schnelle“ Kilometer (2 x 4:21 min und 1 x 4:28). Die 17 km heute in Köln waren auch ok, wenngleich bei 25 Grad und nichts zu trinken vielleicht etwas grenzwertig. Na mal schauen, wie es mir morgen geht.

Noch was ganz anderes:

Es gibt ja im Moment diesen Hype um Pep G. (wer sich jetzt fragt, wer zum Henker ist Pep G. dem gratuliere ich herzlich und er braucht jetzt auch nicht mehr weiterlesen). Also abgesehen davon, dass der Typ sicher ein guter Trainer ist, ist mir bei dem gestrigen Pokalspiel zum wiederholten Mal aufgefallen, dass er auch eine makellose Figur hat. Kein noch so kleiner Bauchansatz ist da zu sehen und immerhin ist er auch schon über deutlich über 40. Eine Figur wie die 17 bis 20 jährigen Türken, die hier in Köln immer durch’s Bild laufen. Für mich ist der Zug leider weg, ich bewege mich eher in Richtung alter Zausel.

Vegetarische Ernährung für alle?

Frau Holle verweist in ihrem Blog auf ein Interview mit Alexander Dargantz mit der Zeitschrift Schrot & Korn. Auf zwei Aussagen in diesem Interview will ich im folgenden näher eingehen. Zum einen ist er der Meinung, dass er mit seiner veganen Lebensweise der Evolution vorgreift. Mal abgesehen davon, dass ich nicht vorstellen kann wo im Darwinschen Sinne der Vorteil einer vegetarischen oder sogar veganen Ernährung gegenüber den Fleischessern bestehen soll und ich meine auch schon Aussagen von Wissenschaftlern gehört zu haben, dass uns der Verzehr (auch) von Fleisch entwicklungsgeschichtlich erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind, steckt in einer solchen Aussage ein sehr starkes Sendungsbewusstsein. Er fühlt sich offenbar einer Elite zugehörig, denn immerhin weiß er ja in welche Richtung sich die Evolution des Menschen entwickeln wird. Hoffentlich weiß die Evolution das auch.

Wenn man die Evolution mal aus dem Spiel lässt, bleibt die Feststellung von A. Dargatz, dass eine massenhafte vegane Ernährung über kurz oder lang zwangsläufig ist, weil die Massentierhaltung in ihrer heutigen Form durch ihre Umweltverschmutzung zur ökologischen Katastrophe führt. Nun ist es zweifellos richtig, dass Massentierhaltung auch ökologisch sehr problematisch ist. Wie aber verhält sich das bei der Erzeugung der Grundlagen der veganen Ernährung? Vermutlich weit über die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt sich hauptsächlich von Reis. Der Reisanbau ist neben der Rinderzucht eine wesentliche Quelle für die durch den Menschen verursachten Methanemissionen. Methan ist neben Kohlendioxid ein wesentliches Treibhausgas und trägt somit in erheblichen Maße zur durch den Menschen verursachten Erderwärmung bei. Aus diesem Blickwinkel müsste man also besser heute als morgen auf die Rinder- und Reisproduktion verzichten. Während ich mir das für die Rinderzucht durchaus vorstellen kann, fehlt mir die Fantasie mir vorzustellen, was die Menschen für die Reis das Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, statt dessen essen sollen. Dass sich das Problem noch einmal deutlich verschärft, wenn weltweit überhaupt kein Fleisch mehr gegessen wird, ist sicher auch klar.

Ich wage die (vielleicht etwas provokante) These, dass Vegetarismus und erst recht eine vegane Lebensweise in erster Line eine Modeerscheinung wohlstandsverwöhnter (West-) Europäer ist. Warum? Um sich bewusst für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden zu können, muss man erstmal die Wahl haben. Die haben Milliarden Menschen jedoch nicht. Sie sind wenn überhaupt, gezwungener Maßen Vegetarier oder Veganer, weil sie einfach keine Möglichkeit haben Fleisch zu essen. Wahrscheinlich würden sie die Diskussion mit Unverständnis verfolgen, eben weil sie völlig außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt.

Natürlich ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung wichtig. Wenn der Einzelne dabei zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung kommt, ist das gut. Das macht sie jedoch weder zu besseren Menschen, noch greifen sie damit der Evolution vor, wie A. Dargatz meint. Genauso gibt es nähmlich andere Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren. Ich versuche z.B. weitestgehend biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen. Das entspricht dann durchaus auch meinen Vorstellungen von Ethik in diesem Bereich. Denn natürlich gibt es auch eine artgerechte Haltung. Für die heutigen Haustierrassen, die die Grundlage der menschlichen Ernährung bilden, gibt es kein Leben in der freien Natur. Ob man jedoch z.B. einen Löwen im Zirkus oder Tierpark artgerecht halten kann, glaube ich nicht. Deshalb gehe ich übrigens auch in keinen Zirkus, der Tierdressuren zeigt.

Ach ja, weil das unter anderem in der Diskussion zu dem Interview eine Rolle spielt. Ich glaube durchaus, dass man mit veganer Ernährung Spitzenleistungen im Sport erreichen kann, warum auch nicht? Aber darum ging es mir in meinem Beitrag ja auch nicht.