Gelesen: Mo Yan – Das rote Kornfeld

Mo Yan hat 2012 den Literaturnobelpreis bekommen, als erster Chinese übrigens und was noch erstaulicher ist, einer der noch in China lebt und nicht im Exil ist. Gerade für deutsche Buchpreise ist dies ja eine zwingende Voraussetzung, gerne ein Chinese aber bitte einer, der im Exil die chinesische Gesellschaft und die Herrschenden kritisiert. Bei MoYan konnte man also Hoffnung haben, dass sein literarisches Werk nobelpreiswürdig ist. Für mich also Grund genug mich überraschen zu lassen, was mir der Autor sagen kann.

Das Buch zeichnet die Familiengeschichte eines Dorfes vor dem Hintergrund des chinesisch-japanischen Krieges. Dieses Dorf ist  umgeben von endlosen Feldern roter Hirse. Der Enkel erinnert sich 40 Jahre später an die Ereignisse. In zahllosen Rückblenden wird die Geschichte auf vielen Ebenen erzählt. Teilweise wechseln die Ebenen mitten im Absatz, gerade wenn man nicht große Teile des Buches am Stück lesen kann, verliert man schnell den Überblick, wo man gerade ist. Dazu kommt, dass mir die fernöstliche Kultur im Allgemeinen und die chinesische im Speziellen doch einigermaßen fremd ist, so dass ich auch unter diesem Aspekt große Mühe hatte, der Handlung zu folgen und überhaupt einen roten Faden zu erkennen (wenn es den überhaupt gibt).

Als Fazit bleibt für mich, dass das Buch sicher eine interessante Erfahrung war, mich aber nicht dazu eingeladen hat, weitere Werke des Autors zu lesen.

Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts

Bücher, die auf irgendeiner Bestsellerliste stehen kaufe ich normalerweise nicht. Bücher, die einen Literaturpreis gewonnen haben auch nicht, wenigstens nicht, seit diese Preise in erster Linie nach politischen und weniger nach literarischen Gesichtspunkten verteilt werden. Und Bücher, die sich mit dem Leben in der ehemaligen DDR beschäftigen, kaufe ich schon gar nicht.

Alles also gute Gründe, dieses Buch nicht zu kaufen, ja noch nicht einmal im Buchladen in die Hand zu nehmen. Schließlich steht oder stand es nicht nur auf einer Bestsellerliste ganz oben, hat den Deutschen Buchpreis 2011 gewonnen und ist ein Familienroman in der DDR (und darüber hinaus). Nun ja, der Zug in Hamburg hatte über eine Stunde Verspätung, auf dem Bahnsteig war es kalt und die Buchhandlung geheizt.

Nun habe ich das erste Kapitel gelesen und glaube es hat sich gelohnt.