Der Oberelbemarathon

Ich hatte mich ja vor einiger Zeit schon für den Oberelbemarathon am 24.04.2016 angemeldet und nun war er also da, der Tag an dem ich nach drei oder vier Jahren mal wieder einen Marathon laufen wollte.

Die Vorbereitung war wie immer eher bescheiden, für ein halbwegs ordentliches Marathontraining fehlt mir schlicht die Zeit. So hatte ich zwar immerhin einen längeren Lauf (30 km) gemacht und dieser war auch gar nicht so schlecht aber ansonsten waren die längsten Läufe so um die 16 km lang, also viel zu kurz. Einzig die Tatsache, dass ich im Vergleich zu früher recht viel laufe (durchschnittlich 60 – 70 km pro Woche sind natürlich ein Witz aber wir lachen ja alle gerne mal), gab Anlass zu der Hoffnung, dass ich nicht wie sonst üblich auf dem zweiten Halbmarathon komplett eingehen würde.

Bei einem letzten Start an der Oberelbe vor 10 Jahren hatte ich am Wettkampftag einen Hexenschuss zugezogen. Dies blieb mir diesmal erspart, nur hatte ich wieder einen ziemlich schrecklichen Husten von den ganzen Pollen des Frühjahrs. Nun ja, was soll’s – irgendwas ist halt immer!

Was die Renngestaltung angeht, hatte ich mich (ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Versuchen) schlussendlich für eine recht konservative Taktik entschieden, die da lautete mit dem 3:30h Zugläufer zu starten und dann mal zu sehen, was passiert.

Am Sonntagmorgen war es lausig kalt und der Wind kam aus Nordwest was bedeutete, dass man die ganze Zeit Gegenwind hat. Die Strecke führt ja von Königstein immer an der Elbe nach Dresden rein, einzig in Pirna musste eine kleine Schleife gelaufen werden, da gab es dann mal ein paar Meter Rückenwind.

Am Start habe ich dann nach dem Zugläufer Ausschau gehalten, aber der ist wohl von ganz vorne gestartet, jedenfalls habe ich ihn erst nach über 10 km eingeholt. Alles in allem habe ich an meine Marschroute gehalten und bin die ersten 30 bis 35 km mit einem Schnitt von etwa 5:00 min/km gelaufen. Nach 33 km hatte ich 2 Minuten Vorsprung auf den 3:30 h Splitt. Dann wurde es doch recht zäh und die fehlenden langen Läufe machten sich bemerkbar. Zwei vergleichsweise lange Pausen an den Verpflegungsständen haben dann zu einem Zeitverlust von ein paar Minuten geführt. Außerdem ging der Kilometerschnitt noch ein bisschen herunter, so dass ich nach 3:35:00 h im Ziel war.

Im Stadion war dann der Weg zur Gepäckausgabe und zu den Umkleiden für den einen oder anderen sicher eine Herausforderung. Man musste nämlich die Treppen der Zuschauerränge des Stadions hochlaufen (und natürlich auch wieder runter!).

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, die sicher ein wenig unter dem Wetter gelitten hat. Immerhin war ich so schnell, dass H. mich zweimal vom Begleitdampfer aus fotografieren konnte.

Die Statistik zum Schluss:

Zieleinlauf nach 3:35:00 h, das reicht bei knapp 1.000 Startern für den 180. Platz gesamt und den 27. Platz in der AK 50 – 54. Nun ja!

Von der Einsamkeit des Langstreckenläufers

kann beim Kielmarathon natürlich keine Rede sein. Auf einer Pendelstrecke von knapp 6 km tummeln sich in drei Disziplinen (10 km, HM und M) insgesamt ca. 2.000 Läufer. Ich hatte mich irgendwann Ende des letzten Jahres für den Marathon angemeldet mit der Idee, diesen als zügigen langen Lauf zu absolvieren. Etwa seit Dezember laufe ich ja wieder etwas mehr und so dachte ich, ich würde dann bereits wieder genügend Kondition und Tempohärte haben, um leicht unter einem Schnitt von 5 min/km laufen zu können, ohne gleich „All In“ gehen zu müssen.

Leider kann es, wie schon so oft in letzter Zeit anders. Ende Januar hatte ich mir eine Reizung / Überlastung / was auch immer im Übergang zwischen dem rechten Fuß und dem Schienbein zugezogen, die teilweise höllisch weh tat und auf das ganze Schienbein ausstrahlte. Da meine sonst so bewährte Taktik, zwei Ruhetage zu machen und ansonsten die Verletzung einfach zu ignorieren diesmal leider nicht funktionierten, versuchte ich es mit mehreren Ruhetagen und verbrauchte eine Tube Voltaren. Nach drei Wochen hatte ich das Gefühl, dass die Verletzung irgendwann vorbei sein könnte. Ich konnte immerhin schon schmerzfrei loslaufen und beim letzen Lauf vor dem Marathon kamen die Schmerzen auch erst etwa bei Kilometer 10.

Da ich nun schon mal bezahlt hatte, beschloss ich einfach mal nach Kiel zu fahren und zu sehen, wie lange das dann ging. Der Vorteil dieser Streckenführung ist ja der, dass man praktisch aller 10 km am Auto vorbeiläuft und nicht nach 20 km irgendwo in der Pampa auf eine Mitfahrgelegenheit warten muss. Da ich völlig ambitionslos war, hatte ich erstens viel zu viel an und startete irgendwo in der Mitte des Feldes. Als Pace hatte ich mir eine 5:15 min/km überlegt.

Das war nun aber genau die Geschwindigkeit, wo man nach der ersten Runde in den HM-Start kam und deshalb war die Strecke von nun an sehr voll. Im Grunde war es mir aber egal, ich freute mich, dass mir heute zur Abwechslung mal nichts weh tat. Nach 20 km fing ich an zu überlegen, ob es denn so eine schlaue Idee war, quasi noch verletzt und in den letzten 30 Tagen insgesamt nur mit 98 km auf der Uhr an einem Tag 42 km laufen zu wollen. Da ich immer nicht beschwerdefrei war, zog ich kurzerhand die Option mit dem Auto und beendete das Läufchen. Die Uhr sagt 21,3 km in 1:51 h, also ziemlich exakt eine Pace von 5:15 min/km.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ich meine Verletzung wohl überwunden habe (das ist das Schönste) und dass ich einen Wettkampf nicht so lala laufen kann. Es darf doch gerne anschließend (und bei Bedarf auch die nächsten Tage) alles weh tun und nicht so, dass ich heute schon wieder 13 km durch den Wald gelaufen bin. Beim nächsten Mal also wieder zu schnell loslaufen und dann gepflegt eingehen.

Gepflegt vergeigt

Nachdem nach einer Woche die Ergebnisse des Salzwiesenlaufs immer noch nicht im Netz waren hatte ich ja Hoffnung, dass der Veranstalter Gnade walten lässt und über meine Leistung bei diesem Wettkampf den Mantel des Schweigens hüllen würde. Aber natürlich kam es anders.

Das Wetter trifft diesmal keine Schuld, es war geradezu ideal, um die 15 Grad und kein Wind, trocken war es außerdem, vielleicht ein wenig schwül aber nichts, was als Ausrede gelten könnte. Die Strecke ist auf dem zweiten Abschnitt zum Teil recht verwinkelt aber da war es dann auch schon egal – also die Strecke ist auch nicht schuld.

Bleibt also noch der Protagonist selbst. Obwohl ich nicht richtig ausgeruht am Start stand, fühlte ich mich nicht so schlecht, ein paar schnellere Einheiten gaben ein gewisses Selbstvertrauen. Der erste Kilometer war mit 3:45 min/km durchaus im angestrebten Bereich, in der Nachbetrachtung war er aber wohl doch zu schnell, vielleicht sogar deutlich. Über den weiteren Rennverlauf gibt es gar nicht so viel zu berichten. Ich erfreute mich vor allem auf dem zweiten Teil an einer, wenigstens für diesen Tag, misslungenen Renneinteilung, zum Teil waren Kilometerabschnitte mit 4:30 min/km dabei.

Nach 41:08 min war es dann endlich vorbei, damit wird man bei einem so kleinen Wettkampf sogar noch 6. und 3. der Altersklasse von insgesamt um die 140 Teilnehmer. Na ja. Beim nächsten Mal werde ich mal mit einer 4:05 min/km anlaufen. Schlechter werden kann es ja nicht mehr.

Bloß keinen Stress

Das war das Motto mit dem wir in diesem Jahr am Hamburg Marathon teilnehmen wollten. Angesichts der Tatsache, dass es morgens am Start schon mindestens 20 Grad im Schatten waren, die Sonne bereits unbarmherzig brannte und sich zwischen den Hochhäusern am Start kein Lüftchen bewegte, genau die richtige Einstellung.

So eine niedrige dreistellige Startnummer mit Start aus dem Block B macht im Vorfeld des Marathons schon mächtig Eindruck, hat man doch sonst eher vier- oder fünfstellige Startnummern. Weil aber gleichzeitig die Deutschen Meisterschaften im Marathon sind und jeder, soweit er in einem Verein ist und einen Startpass hat, daran teilnehmen kann bekommt man also so eine schöne Startnummer. Dafür ist der Zielschluss dann aber auch nach 4:10 h und nicht erst nach 6:30 h.

Die Vorbereitung lief wie immer, ich war also viel zu wenig gelaufen um das ganze eine Marathonvorbereitung zu nennen. Einen gewissen Optimismus schöpfte ich aus der Tatsache, dass ich im Training im Schnitt inzwischen ca. 30 sek. pro Kilometer schneller laufe als früher. Mein Begleiter hatte auch nicht mehr trainiert als ich und so beschlossen wir in der Woche vor dem Lauf, den ersten HM ca. in 1:30 h zu laufen und dann mal zu schauen. Das war aber bevor wir wussten, was für ein Wetter werden würde.

Am Start korrigierten wird das dann schon mal und liefen mit ungefähr 4:30 min/km los, also durchaus moderat. Na ja, nach 13 km bemerkte ich, dass ich mir eine fette Blase gelaufen hatte und spätestens jetzt war klar, das Rennen war gelaufen. Die Hitze tat ihr übriges und ich musste bei Kilometer 15 erst mal einige Zeit damit verbringen, mich abzukühlen. Dabei war aber auch Wasser in die Schuhe gelaufen, Strümpfe, Blase und Haut quollen auf und bildeten eine unheilige Allianz. Die nächsten 3 km verbrachte ich damit, Ausschau nach einem günstigen Punkt zum Ausstieg zu halten, bis mir irgendwann klar wurde, dass ich dann auch nicht schneller im Ziel sein würde als wenn ich einfach weiter laufe.

Ab jetzt verbrachte ich alle 2,5 km an den Wasserstellen jeweils ca. 3 min. damit, mich gründlich abzukühlen. Die Pacewerte der Laufabschnitte waren bis ziemlich zum Schluss mit 4:40 min bis 4:50 min/km immer noch recht manierlich, aber wenn man bis zum Schluss ca. 20 min. damit zubringt, sich abzukühlen, kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen. Mit 3:31 h ist die Zeit trotz allem noch halbwegs erträglich geworden und wieder einmal hat sich gezeit, dass ich kein Hitzeläufer bin. Die Eliteläufer wohl auch nicht. Mindestens zwei der Vorjahressieger sind beizeiten ausgestiegen und die Siegerzeit war auch gut 4 min. schlechter als sonst. Vielleicht gelingt es mir ja im Herbst, die Trainingszeiten besser umzusetzen.

Ein Wort noch zur Stimmung. Ich weiß nicht, wie sie bei anderen großen Stadtmarathons ist, aber in Hamburg ist sie einfach umwerfend. Kaum diese nervigen Ratschen und Rasseln, das ganze ist eher ein großes Volkfest, Musik ob live oder vom Band an jeder Ecke, fast überall Anfeuerungen, viele machen ein Picknick oder frühstücken draussen, auf dem zweiten Teil sehr viele private Verpflegungsstellen und Duschen, alles in allem also sehr gelungen.

Betreutes Laufen am Sonntagvormittag

Am letzten Sonntag im Oktober veranstaltet mein Laufverein traditionell den Lauf um den Großen Binnensee. Traditionell bin ich bei diesem Lauf nicht dabei, irgendwas ist immer. Aber diesmal wollte ich wieder mal nach einigen Jahren der Abwesenheit mitlaufen, allerdings nur, wenn es nicht regnete und windig durfte es auch nicht sein. Beides hatte ich vor Wochenfrist in Lübeck zur Genüge. Deshalb fiel die Entscheidung zur Teilnahme auch erst nach dem Frühstück.

Der Lauf ist als Halbmarathon ausgeschrieben und natürlich nicht amtlich vermessen. Nachdem die Strecke in den letzten Jahren immer ein wenig länger war, hat es diesmal ganz gut gepasst. Die Strecke selbst ist ziemlich anspruchsvoll, es geht durch die Holsteinische Schweiz und die ist alles andere als flach. Fiese Steigungen wechseln mit recht steilen Bergabpassagen ab, natürlich nichts wirklich langes aber es reicht, damit man jedesmal aus dem Rhythmus kommt.

Die Nachmeldung klappt natürlich problemlos. Keine Nachmeldegebühr und mit 6 Euro ist man dabei. Dafür wird einem aber auch das pure Laufvergnügen geboten, inklusive Handstoppung der Zeit, keiner Medaille oder sonst irgendwelchem Schnickschnack. Wer es von den heute üblichen Laufevents gewohnt ist, alle 2 – 3 km vollverpflegt zu werden, sollte sich besser was zu essen und zu trinken mitnehmen. Hier gibt es bei 7 und 14 km Wasser und warmen Tee und das war es dann. Man ist ja schließlich zum Laufen hier und nicht zum futtern.

Am Start herrscht eine lockere Atmosphäre, man kennt sich halt, das Starterfeld ist durchaus überschaubar, fast hat man den Eindruck, als hätten wir Sonntagsvormittagsläufer unseren Lauftreff einfach nur verlegt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ich natürlich nicht die Spur einer Chance habe, irgendwas zu gewinnen, weil die Jungs alle schneller deutlich schneller sind als ich. Aber eine Woche nach einem Marathon weiß ich ohnehin nicht, ob schon wieder ein Wettkampf wirklich so eine gute Idee ist und so beschließe ich beizeiten, dass alles unter einem Schnitt von 5 min/km ganz nett wäre.

Nach dem Start sortiert sich das Feld, ich finde mich vielleicht an 10. Stelle wieder, die Zeiten pendeln am Anfang so um die 4 min/km aber die schweren Teile kommen noch und ich rechne sowieso beizeiten mit einem Einbruch, dergestalt dass ich dem Marathon Tribut zollen muss. Für km 6 habe ich sogar eine 3:48 min auf der Uhr, kann aber zu meinen etwa 50 m bzw. 100 m vor mir laufenden Veeinskameraden nicht aufschließen. Das gelingt mir erst etwas später, erst den einen und dann auch noch den anderen. Merkwürdigerweise kommt gar kein Einbruch, ich kann das Durchschnittstempo so halbwegs halten und komme schließlich nach 1:29:17 h als 6. ins Ziel.

Nun ist aber wirklich Schluss mit Wettkämpfen in diesem Jahr. Jetzt wird im November ein bisschen regeneriert und dann werde ich versuchen, mal ganz seriös einen Marathon vorzubereiten.

Das Marathontraining kann beginnen

Als ich mich vor einiger Zeit für den Lübeck-Marathon angemeldet hatte, dachte ich mir, du bist im Moment ganz gut drauf und einen Marathon bist du auch schon eine Weile nicht mehr gelaufen, außerdem ist er relativ in der Nähe und wäre ein schöner Saisonabschluss. Irgendwelche Gedanken an eine Zielzeit (vielleicht noch eine, die mit meinen HM-Zeiten in Verbindung zu bringen wäre) habe ich standhaft und auch recht erfolgreich verdrängt. Es ist zu dem Zeitpunkt schon klar, dass ich es nicht mehr schaffen werde, ausreichend lange Läufe zu machen, außerdem ist die Strecke je nach dem von wo der Wind kommt durchaus anspruchsvoll und ich will lieber einen halbwegs gelungenen Lauf hinlegen als zu pockern und dann 10 km oder mehr zu wandern.

Das Wetter versprach schon Anfang der Woche eklig zu werden aber dass es so eklig werden würde, hätte ich dann auch nicht gedacht. Wolkenbruchartige  Regenfälle in Verbindung mit Wind der Stärke 5 und 6 Grad stellen wenigstens für mich nicht das ideale Wettkampfwetter dar. Aber was soll’s, nun war ich einmal da und dann wird auch gelaufen. Für den Start hatte der Regen ein Einsehen und war nicht ganz so stark, so dass man zwar nass wurde aber nicht schon komplett durchgeweicht war, bevor es überhaupt losging. Da ich einen zu schnellen Beginn unter allen Umständen vermeiden wollte, stellte ich mich irgendwo in der Mitte des Starterfeldes auf und harrte der Dinge, die da kommen würden. Meinem FR war es wohl auch zu nass, jedenfalls brauchte er gut 2 km, bevor er einen Satelitten fand. Nun ja, ich hatte beschlossen, mich heute nicht verrückt machen zu lassen und mich zu dem Zeitpunkt als die Uhr endlich anfing zu arbeiten bereits darauf eingestellt, eben ohne zu laufen. Vielleicht konnte ich ja unterwegs hin und wieder mal jemanden fragen.

Es ging zunächst recht zügig voran, Kunststück kam der Wind doch auf den ersten 21 km fast direkt von hinten. Nach ungefähr 7 km lief ich auf die Gruppe mit den beiden führenden Frauen auf und die nächsten 10 km war es ein recht entspanntes Laufen. Bei km 17 musste ich mal in die Büsche und danach war die Gruppe natürlich weg. Die Zeiten lagen irgendwo zwischen 4:35 und 4:45 min/km, aber der interessante Teil der Strecke kam ja noch. Nach gut 21 km war der Wendepunkt in Travemünde erreicht und jetzt wurde es doch ziemlich eklig. Der Wind von vorne und der Regen, derzwischenzeitlich sogar mal kurz aufgehört hatte, setzte wieder ein. Als ich aus dem Herrentunnel raus kam, traf mich fast der Schlag, so heftig regnete es jetzt. Alle Sachen waren total durchnässt und in den Schuhen stand das Wasser. Aber was soll man machen, wenn man noch 8 km vor sich hat. Aufhören ist jetzt auch keine Option mehr, weil man am Verpflegungspunkt erfriert, bevor man zu Start und Ziel gefahren wird. Also weiter, wird schon irgendwie gehen. Lust hatte ich zwar keine mehr aber zu langsam durfte man auch nicht laufen, sonst fing man an zu frieren.

Nach 3:26 h war ich dann im Ziel, bin sofort zum Auto gerannt, habe mich umgezogen und bin nach Hause gefahren. Insgesamt bin ich durchaus zufrieden, es ist genauso gekommen wie ich es mir gewünscht habe. Eine Zeit, auf die ich das Wintertraining aufbauen kann und im nächsten Jahr schauen wir mal was möglich ist, wenn ich nicht nur 50 km pro Woche im Schnitt laufe und auch ein paar lange Läufe einstreue, die diese Bezeichnung auch verdienen.

Halbmarathon gejoggt

Heute also war der Kiellauf 2010. Dieser sollte mir als Standortbestimmung dienen, für was auch immer.

Wie im letzten Jahr schon war ich recht früh vor Ort, um einigermaßen in der Nähe parken zu können und habe mich dann aber gleich mal „verlaufen“, so dass ich auf dem Weg zur Startnummernausgabe in das Startgewusel des 3 oder 6 km Laufs geraten bin. Dann endlich mit der Startnummer in der Hand sind die Shirts in L alle, nur noch ab XL aufwärts gibt es, na ja da kann ich übers Jahr wenigstens ordentlich zulegen.

Beim Einlaufen merke ich schon, dass das schnelle Laufen zäh geht, außerdem wird es warm, schwül ist es auch und es weht nur ein leichter Wind. Dann will ich irgendwas am FR einstellen und verstelle ihn irgendwie. Das merke ich aber erst, als ich beim Laufen das erste Mal auf die Uhr sehe. Ich glaube, ich habe die Paceanzeige auf km/h gestellt.

Auf Los gehts dann los, am Start ist die Hölle los, alle sprinten los und ich sprinte mit. Nach 3 km schaue ich entsetzt auf die Uhr, die zeigt nämlich eine Zeit von knapp unter 11 min. Ich wusste gar nicht, dass ich noch so schnell sein kann, blöderweise ist jetzt nicht Schluss, sondern es kommen noch 18 km und der deutlich schwerere Teil der Strecke. Die Zeit zwischen Kilometer 6 und 9 verbringe ich damit, mir zu überlegen, wo ich am besten von der Strecke direkt zu meinem Auto sprinten kann. Dummerweise ist aber in dem in Frage kommenden Bereich alles abgesperrt und auf einmal ist die erste Runde zu Ende. Lust habe ich überhaupt nicht mehr aber nun denke ich mir, wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch die Medaille mitnehmen und dazu muss man den Lauf leider beenden.

Der Tank ist leer, die Luft ist raus, also gönne ich mir bei Kilometer 17 eine längere Verpflegungspause und wundere mich, wer mich so alles überholt. Nach 1:37 h ist es endlich vorbei. Die Medaille und die ja bereits bezahlte Zielverpflegung habe ich mir heute aber schwer verdient. Die Zeit ist Gott sei Dank so schlecht, dass es total sinnlos ist irgendwelche Rückschlüsse ziehen zu wollen. Beim nächsten HM sollte ich vielleicht nicht ganz so forsch angehen, 12 min für die ersten 3 km tun es ja auch.